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Bei einem Paarpreis von unter 1000 Euro (!!) stellt die KEF Q550 die perfekte Symbiose aus wohldimensioniertem Standlautsprecher, üppiger Ausstattung und feingezeichnetem Klang dar, die in dieser Preisliga erreichbar ist. Auch hier sorgt das KEF-typische Uni-Q-Chassis für detailreiche Höhen und Mitten. Ein Tieftontreiber mit 130 Millimetern, unterstützt von zwei passiven Membranen gleichen Durchmessers, sorgen für reichlich Druck im Bass. Selbstverständlich liegt auch die Verarbeitung auf dem gewohnt hohem Niveau der Briten.

Schlanke Figur, massive Bestückung: Diese scheinbaren Gegensätze bringt die KEF Q550 perfekt unter einen Hut.

KEF liefert die Q550 wahlweise in Schwarz mit schwarzen Chassis oder Weiß, dann mit hellsilberfarbenen Membranen. Die folierte Oberfläche entspricht nicht ganz der Klasse der Hochglanz-Modelle der R- oder Reference-Reihe, sie wirkt dennoch sehr hochwertig und trotz massiver Technik dennoch zurückgenommen. Im oberen Bereich prangt das KEF-Logo. Direkt darunter sind der Uni-Q-Treiber, der 130 Millimeter große Basstreiber und die zwei unterstützenden ABRs eingelassen. Sämtliche Schrauben werden durch Blenden verdeckt, so bietet die Q550 einen sehr aufgeräumten Eindruck. Damit der schlanke Lautsprecher sicher steht, hat KEF großzügig dimensionierte Traversen beigelegt. Die hier eingelassenen Spikes können von oben verstellt werden. So kann das Gehäuse leicht in Waage gebracht werden. Sehr gut gefällt mir, dass KEF gleich noch Abschlusskappen beilegt, die auf die Spikes aufgedreht werden, um diese zu kontern. Für Hartböden sollte man sich Unterleger besorgen, damit die spitzen Spikes keinen Schaden anrichten.

Markant aber nicht protzig: Das KEF-Logo sitzt erhaben im oberen Teil der Schallwand.

Ordentliche Erscheinung

Die Rückseite gibt ebenso keine Rätsel auf. In der ganz leicht nach innen versetzten Rückwand sitzt das vertiefte Anschlussterminal. Diese ist mit zwei vergoldeten und nach oben gewinkelten Anschlussklemmen bestückt. Sie nehmen wahlweise Bananas oder Litzen mit einem Querschnitt von bis zu zehn Quadratmillimetern auf. Auf Bi-Wiring muss man in dieser Preisklasse verzichten. Ein Punkt zur Kritik ist das für mich aber nicht. Das Typenschild mit den wichtigsten Leistungsangaben und der Modellbezeichnung befindet sich etwas versteckt oberhalb der beiden Schraubklemmen. Nicht mitgeliefert werden die Frontblenden oder Grills, wie KEF sie nennt. Sie sind für 68 Euro Aufpreis zu haben und haften magnetisch an der Front der Schallwand. Einen sicheren Stand findet die KEF Q550 auf den bereits erwähnten Sockeltraversen. Sie kommen in der jeweiligen Gehäusefarbe und bestehen aus Kunststoff. Vorn wie hinten: Die Q550 macht einen insgesamt sehr aufgeräumten Eindruck.

Das Single-Wire-Anschlussterminal sitzt leicht vertieft in der Gehäuserückseite.

Basskontrolle

Bei der Entwicklung der Q550 hat sich KEF für eine geschlossene Variante entschieden. Zumindest fast, es gibt zwar keine Bassreflexöffnung, dennoch ist das System nicht völlig starr. Der Reflex-Port wird hier durch leichter zu kontrollierende Passivmembranen ersetzt. So erspart sich KEF unter anderem nervige Windgeräusche im Bassreflexkanal. Zudem werden unerwünschte Gehäuse-Reflexionen effektiv auf ein Minimum reduziert. Da das Bass-Chassis die beiden passiven Membranen mit antreibt, verfügt sie über mehr Luft zum Atmen und kann tiefer spielen. Über die gezielte Wahl der passiven Treiber kann das gesamte Klangverhalten im tiefen und mittleren Frequenzbereich zudem gezielt angepasst werden. So spielt die Q550 tief runter und bleibt dennoch kontrolliert. Die Hoch- und Mitteltonwiedergabe übernimmt unterdessen das KEF-Markenzeichen, das legendäre Uni-Q-Chassis. Bei diesem Aufbau liegt der Hochtontreiber im Zentrum des Mitteltontreibers, was dem Ideal einer Punktschallquelle sehr nahe kommt.

Unterhalb des Uni-Qs sitzt die Bassarmada der Q550. Hier nehmen zwei Passivtreiber den aktiven Tieftöner in die Mitte.

Datensalat

Ein paar technische Daten zur KEF Q550 möchte ich nicht schuldig bleiben. Wer sich für den Kauf dieser Exemplare entscheidet, erhält zwei 873 Millimeter große Standsäulen, die gerade einmal 18 Zentimeter in der Breite messen. Die Standfüße erweitern die Basis auf 299 mal 310 Millimeter und erhöhen das Gesamtbauwerk mit einem Gewicht von 14,5 Kilogramm auf 926 Millimeter. Im Gehäuse befindet sich besagter Uni-Q-Treiber mit 130 Millimetern Durchmesser und den zentral platzierten 25-Millimeter-Hochtöner. Dazu gesellen sich ein Tieftontreiber und zwei passive Membranen mit ebenfalls 130 Millimetern Durchmesser. Sie versprechen für einen abgebildeten Frequenzbereich von 45 Hertz bis 28 Kilohertz. Für den Antrieb dürfen Verstärker mit 15 bis 130 Watt Leistung an 8 Ohm herhalten, um dann maximal 110 Dezibel Schalldruck aus dem Gehäuse zu pressen (Herstellerangaben). Dabei werden die Signale in zweieinhalb Wege aufgetrennt. Die Frequenzbereiche der einzelnen Treiber überlappen also und lassen einen harmonischen Übergang erwarten.

Aufstellung und Zuspieler

Mit der Aufstellung hatte ich diesmal etwas mehr zu kämpfen, da mein Raum eine Mode zeigt, die der Lautsprecher bevorzugt mitbetonen möchte. Das habe ich in den griff bekommen, in dem ich die KEF Q550 etwas weiter von der Rückwand entfernt positioniert habe, als sonst üblich. Dafür belohnt mich die schlanke geschlossene Säule dann mit einem durchzugskräftigen Bass, der auch in den wirklich tiefen Bereichen noch eine stattliche Figur abgibt. Dank des sehr guten Rumdumstrahlverhaltens genügt eine ganz leichte Ausrichtung auf den Hörplatz, um eine schöne räumliche Abbildung zu schaffen. Den Antrieb besorgte u.a. mein Magnat RV 4 an dem sich die KEFs offensichtlich sehr wohlgefühlt haben. Sehr gut harmoniert hat die Q550 aber auch mit dem vergleichsweise preiswerten Pioneer A-40AE.

Das KEF-typische Uni-Q-Chassis kommt auch in der Q550 zum Einsatz. Hier sitzt ein 25-Millimeter-Hochtöner in der ihn umgebenden 130er-Mitteltoneinheit.

Kling und Klang

An beiden Verstärkern stellt sich ein zufriedenes Lächeln ein, als die KEF Q550 das erste Mal aufspielen. Ist die perfekte Positionierung gefunden, rollt eine schmeichelnde Bassfront auf die Couch zu, die von den akkurat trennenden Uni-Qs unterstützt wird. Stimmen lösen sich perfekt von den Schallwandlern, die weit gefächerten Klänge umspülen mich förmlich aus allen Richtungen. Das alles geschieht aktuell noch unter der vielkolpotierten Zimmerlautstärke. Zum Auftakt lege ich meinen Testgästen „No Sanctuary Here feat. Chris Jones“ in einer Version von Marian Herzog vor. Das Original ist schon ein fetziges Stück, die hochdynamische Untermalung mit ihrem gehaltvollem Kickbass und knackigen High-Hat-Sounds verleiht diesem Song einen zusätzlichen Hauch von Kraftwerk. Gut, das muss man mögen, aber hier geht es ja darum die Lautsprechern zu fordern. Für die KEFs kein Problem, sie liefern einen knackigen Bass ab, der für den nötigen Drive sorgt.

Praktisch und auch optisch schick gelöst: Die zum Lieferumfang gehörigen Traversen verleihen der Q550 mehr Stabilität und machen auch optisch was her.

Uni-Q, immer wieder ein Genuss

Die Verteilung der Gitarren, Synthesizer und dem typischem „Oooom“ im Raum gelingt dem Uni-Q-Chassis wie erwartet exzellent. KEF-typisch ist dabei die saubere Zeichnung der Höhen, die mir persönlich richtig gut gefällt. In Yellos „30000 Days“ kann die Chassis-Armada anschließend sehr schön unter Beweis stellen, wie fein sie die Synthie-Sounds im Raum verteilen können. Weit über die Aufstellbasis hinaus spannen die beiden Q550 die Bühne in ihrer ganzen Breite auf. Die Hoch-Mittelton-Kombo brilliert durch fein platzierte Instrumente. Auch in der Tiefe ist klangliche Vielfalt angesagt: Kuhglocken, Snare und Synthesizer saugen den Zuhörer förmlich in das Geschehen hinein und lassen vergessen, dass hier ein vergleichsweise preiswertes System aus dem Hause KEF am Werk ist. Nochmal zur Erinnerung: Diese richtig schön gestylten und massiv bestückten Lautsprecher kosten gerade einmal 998 Euro – das Paar! Und das liefert eine klangliche Abstimmung, die mir richtig gut gefällt.

Voller Saft und Kraft

Den KEF Q550 beim Musizieren zuzuhören, macht tatsächlich richtig Freude. Obwohl auf dem Papier lediglich 45 Hertz als Untergrenze angegeben werden, spielt der Bass zum Teil tief, zum Teil drehfreudig und spritzig auf. Dabei merkt man den Q550 niemals an, dass hier „nur“ ein einziger, kleiner 130 Millimeter-Treiber aktiv ist. Der Mitteltonbereich ist sehr homogen angeschlossen. So klingen Stimmen jederzeit glasklar und fein nuanciert. Das kommt auch feinen Gitarren- und Klavierklängen sehr zu pass. „Corazon Espinado“ von Santana wartet natürlich mit der für Santana typischen Gitarre auf, die weder in den höheren, noch in den tiefen Lagen enttäuscht. Die Perkussion reißt mich mit ihrer knackigen Ansprache direkt mit und es fällt mir schwer, nicht einfach Hörplatz aufzustehen und mitzutanzen. Kurz gesagt: Das ganze Ensemble strahlt vor Lebendigkeit und erfüllt den gesamten Raum.

Dank Uni-Q-Chassis müssen die Q550 nur leicht auf den Hörplatz ausgerichtet werden, um eine realistische Raumabbildung zu schaffen.

Harte Töne oder sanfte Klänge

Eine schöne Übersicht über das Zusammenspiel der vier Treiber liefert mir anschließend auch „Elephants On Ice Skates“ von Brian Bloomberg. Das beschwingte Zusammenspiel von Bassist, Bläsern, Gitarren und Schlagzeug wird von der Q550 akustisch perfekt umgesetzt. Im Bass liefern sie reichlich Druck. Speziell im Intro – in dem der Bassist mal zeigt, was man alles mit einem Slap-Bass anstellen kann – halten die Lautsprecher allen Belastungen stand. Das Bläser-Ensemble in seinem Rücken bläst die Bühne breit und tief auf und jedes Instrument lässt sich klar orten. Wer den schmalen KEFs noch nicht über den Weg traut, kann sich bei „Way Down Deep“ von Jennifer Warnes überzeugen lassen, dass eine tiefe Trommel hier wirklich die nötige Wucht erreicht. Der Uni-Q-Treiber sorgt zugleich für die schöne breite Verteilung der Instrumente auf der Bühne. Die Stimme von Jennifer Warnes klingt angenehm weich, sanft und überaus natürlich.

Die gewellte Sicke wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich. Die vielen kleinen Erhebungen helfen die vom Hochtöner abgegebenen Schallanteile verfärbungsfrei zu übertragen.

Fazit

Mit der Q550 ist KEF ein wirklich schöner Standlautsprecher gelungen. Einer, der dank ordentlich Membranfläche im Bass ordentlich mitspielen kann, optisch aber einen schlanken Fuß macht. Das Uni-Q-Chassis ist spielt umrissen scharf, analytisch und passt sich dem druckvollen Bassfundament hervorragend an. Die Q550 spielen sehr lebendig, bilden Stimmen sehr überzeugend ab und machen auch nach längerem Hörgenuss immer noch Spaß. Ich bin zwar bereits ein KEF-Freund, aber ich hätte nicht erwartet in dieser Preisklasse so viel Spaß mit Lautsprechern haben zu können. Da ich aber auch ein Freund von geschlossenen Systemen bin, fühle ich mich hier eigentlich perfekt bedient. Wer gerade nach hübschen Lautsprechern der 1000-Euro-Klasse Ausschau hält, die das Wohnzimmer optisch aufwerten und zugleich richtig gut klingen, der sollte sich die Q550 unbedingt mal anhören.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Preistipp
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

89

90

89

Technische Daten

Modell:KEF
Q550
Produktkategorie:2,5-Wege-Standlautsprecher
Preis:ca. 998,00 Euro/Paar
Garantie:- 2 Jahre
Ausführungen:- Weiß
- Schwarz
Vertrieb:GP Acoustics, Essen
Tel.: 0201 / 170390
www.kef-audio.de
Abmessungen (HBT):926 x 310,6 x 299 mm (mit Anschlüssen und Standfüßen)
Gewicht:14,5 Kg / Stück
Prinzip/Bauart:2,5-Wege/Bassreflex
Chassis:1 x 25 mm-Aluminium-Hochtöner
1 x 130 mm Mitteltöner
1 x 130 mm-Aluminiumtieftöner
2 x 130mm (Aluminium-Passivmembran)
Anschluss:- Single-Wire-Schraubklemmen
Lieferumfang: - Traversen
- Spikes (höhenverstellbar)
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ sehr gute Verarbeitung
+ üppige Chassisbestückung
+ sehr gute Abstimmung
+ höhenverstellbare Spikes
+ hervorragende Raumabbildung
+ hohe Dynamik

- keine Abdeckungen im Lieferumfang
Benotung:
Gesamtnote:Preistipp
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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