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Der zweitgrößte Standlautsprecher aus KEFs R-Serie kommt mit ordentlicher Ausstattung und ansprechender Hochglanzoptik daher. Er ist hochgewachsen und gertenschlank. Die Ausstattung hat unzählige Optimierungen im Vergleich zum Vorgänger erfahren. Stellt sich die Frage: Wurde die R7 nur etwas aufpoliert oder glänzt sie auch im neuen Klanggewand?

Mit 1,11 Metern ist die R7 zwar hoch, wirkt aber dennoch wohlproportioniert.

Was vor einer halben Stunde geschah: Als der Paketbote bei mir klingelte, drückte er erst einmal seine Freude aus, dass ich im Erdgeschoss wohne. Zwei große und vor allem schwere Pakete mit je etwas fast 36 Kilogramm hatte er bereits vor meine Tür gewuchtet. „Da ist ja ordentlich was drin“, stöhnt er. Also schaue ich gleich mal in den Karton und finde gleich die ersten spannenden Ausstattungsmerkmale: KEF hat der R7 nämlich gleich mal wuchtige Standfüße beigelegt. Darüber hinaus liegt erfreulicherweise auch gleich eine farblich abgestimmte Frontblende bei. Im Styropor stecken überdies noch die Schaumstoffstöpsel zum Verschließen der beiden Bassreflexöffnungen des Lautsprechers. Der Lautsprecher selbst ist noch in ein weißes Schaumstoffkleid gehüllt. So kann dem Lack auf dem Transportweg auch wirklich nichts passieren. In Windeseile sind die ausladenden Standfüße inkl. Spikes montiert und nun steht sie vor mir. Das Gehäuse spricht eine klare Designsprache: Keine Schnörkel, klare Kanten, rechte Winkel. Und doch steht da ein graziler Lautsprecher vor mir, der sogar meine Frau mit seiner schlanken Erscheinung begeistert. Die Front mit ihren drei Chassis wirkt ordentlich aufgeräumt. Das solide Gehäuse ist mit schwarzem Hochglanzlack überzogen, in dem sich sogar die Katze spiegeln kann. Alternativ stehen auch weißer Hochglanzlack oder die Walnuss-Variante, dann mit kupferfarbenen Chassis, zur Verfügung. Die schwarzen Chassis meines Exemplars sind sauber in die Front eingelassen und unsichtbar von innen verschraubt. Die Standfüße stehen auf stabilen Spikes, wobei auch gleich Plättchen für empfindliche Böden wie Parkett und Laminat beiliegen. Auf der Rückseite befindet sich ein Bi-Wiring-Terminal. Wie bei allen Lautsprechern der R-Serie findet sich hier keine Klemmbrücke, sondern ein Link-Drehschalter, um die Verbindung zwischen Bass- und Mittel-/Hochtonbereich aufzutrennen.

Das clever konstruierte Bi-Wire-Terminal nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Die Figur

Wie eingangs bereits erwähnt: die KEF R7 macht eine gnadenlos gute Figur. Trotz ihrer klassisch-rechteckigen Bauart ragt sie grazil in die Höhe. Eine, die übrigens mit 1108,9 Millimetern angegeben ist. Dabei wirkt sie aufgrund ihrer 20 Zentimeter in der Breite geradezu schlank. Nur die ausladenden Standfüße nehmen in der Breite mit 310,6 Millimetern etwas mehr Platz ein. Das sieht gut aus und ist auch sinnvoll, damit das Schätzchen nicht versehentlich auf die Seite kippt. Nach hinten, also in der Tiefe, holt das Gehäuse dann mit 383,5 Millimetern inklusive der Anschlüsse ebenfalls etwas weiter aus. Im Vergleich zum von mir getesteten Regallautsprecher R3 sind das aber gerade einmal zusätzliche 50 Millimeter. In der Front stecken zwei Tieftonchassis mit 165 Millimeter Durchmesser und jeweils eigenem Volumen. Bassunterstützung erhalten sie vom rückseitigen Reflexrohr. Zwischen besagten Treibern platziert sich, das für KEF typische, Uni-Q-Chassis mit 25 Millimeter messender Aluminium-Kalotte. Sie ist zentral im 125-Millimeter-Mitteltontreiber platziert. Dieses Prinzip ist bei KEF Tradition und Philosophie. Entsprechend wird dieses in jeder Iteration überarbeitet und verbessert. Mittlerweile ist man in Sachen Uni-Q in der zwölften Generation angelangt. Das Besondere an dieser Bauart liegt in der Positionierung der Hochtonkalotte in der Mitteltonmembran. Diese Konstruktion hat gleich zwei Vorteile: Sie liefert die Vorteile eines Hornlautsprechers und gleichzeitig liegen alle ortbaren Frequenzen an einem Punkt auf Ohrhöhe. So können Interferenzen zwischen den beiden Treibern optimal vermieden werden. Der Frequenzbereich der R7 wird von KEF mit 33 Hertz bis 50 Kilohertz angegeben. Perfekt angetrieben fühlt sich das Pärchen bei 15 Watt bis 250 Watt.

Das Herzstück jedes KEF-Lautsprechers ist das Uni-Q-Chassis. Hier in 125-Millimeter-Ausführung der neuesten Generation.

Pflegeleichte Positionierung

Die KEF R7 sind mit einem Nettogewicht von 31,4 Kilogramm wahrlich keine Leichtgewichte. Umso erfreulicher gestaltet sich die Aufstellung. Auf drei Meter Abstand zur Hörposition und etwa 2,80 Meter Abstand zueinander, dabei leicht auf die Hörposition eingedreht, lösen sich Stimmen auf Anhieb vom Lautsprecher ab. Testweise habe ich das Duo später auch noch etwas näher zusammengerückt. Dem Klangbild tat dies überraschenderweise keinen Abbruch, was für ein sehr gutes Rundstrahlverhalten spricht. Für meinen ersten Hörtest nutze ich „Kiss From A Rose“ von Seal. Die Stimm-Abbildung gelingt der R7 auf Anhieb – und zwar richtig gut. Schön teilt sie die einzelnen Gesangsspuren im Hörraum auf und platziert die Hauptspur mittig vor den Zuhörer. Obendrein erhält Seal das nötige Mittelton-Volumen und erklingt angenehm warm. Ebenso, als stünde er leibhaftig vor mir. Die Bass-Drum wird knackig gezeichnet und vermittelt den nötigen Wumms. Ohne allerdings dabei in den Vordergrund zu poltern. Bereits in dieser ersten Session ist das angenehm-flotte Ansprechverhalten der beiden Basstreiber erkennbar.

Alles dabei: Zum Lieferumfang der R7 gehören Traversenfüße, Spikes und entsprechendes Werkzeug, um die Spikes festzuziehen.

Auflösung vom Feinsten

Angespornt von diesem klaren Bild wechsle ich zu Yello und Fifi Rong mit „Kiss The Cloud“. Ich bin sofort gebannt von den klar abgebildeten Bässen im Intro und von der wundervollen Verteilung der Synthesizer im Raum. Da ich die R3 und R5 von KEF ja auch bereits im Test hatte, kenne ich das Auflösungsvermögen des Uni-Q-Treibers, dessen Stärken eindeutig in seiner ausgezeichneten Raumaufteilung und den fein gezeichneten Höhen liegen. Dennoch beeindruckt das Uni-Q-Chassis diesmal aufs Neue. Diesmal durch seine unglaublich plastische Abbildung im Raum. Das gibt dem Song mehr Tiefe und Temperament. Ebenfalls typisch für die R-Serie ist die perfekte Abstimmung der einzelnen Chassis zueinander. Auch wenn es wie eine abgedroschene Phrase klingt: Die R7 spielt tatsächlich aus einem Guss. Die Imagine Dragons erfreuen mich dann anschließend in „Friction“. Hier sind es nun die fein abgebildeten Toms und eine Bass-Drum, die ordentlich zupackt. Beide Basstreiber reagieren auch jetzt äußerst spielfreudig und wieselflink auf sämtliche anliegenden Impulse. Auch mit Gitarren kann ich dem Lautsprecherpaar keine Blößen entlocken. In Joe Bonamassas „The Ballad of Joe Henry“ rockt die Rhythmusgitarre dann endgültig die Hütte.

Die jeweils 165 Millimeter messenden Tiefton-Chassis sitzen unter- und oberhalb des Uni-Qs.

Laut oder leise

Angefeuert vom beschriebenen, saftigen Sound, drehe ich den Lautstärkeregler des Verstärkers nun kräftig nach rechts. Und tatsächlich wird alles gleichmäßig lauter. Das einzige, was nun anfängt zu klirren, sind die Gläser im Schrank. Die beiden Basstreiber geben genügend Schub, um ein kleines Erdbeben in meiner Magengegend hervorzurufen. Das macht schonmal richtig Spaß! Das geht im Hochtonbereich in gleichem Maße weiter. Selbst bei inzwischen extrem hohem Pegel spielen die R7 weiterhin sauber und ausgewogen. Nach zwei, drei weiteren Songs klopft es zu meiner Überraschung an der Tür. Meine Nachbarin möchte gern noch einmal „Money For Nothing“ von den Dire Straits hören. Offensichtlich habe ich wohl sehr laut gehört, die zupackende, messerscharfe Wiedergabe hat sie aber offensichtlich beeindruckt. Und die geben die KEFS bei der Zugabe dann ein weiteres Mal zum Besten. Unter anschließend wieder geringen Lautstärken bleibt der Klang dann aber ebenso ausgezeichnet. Joe Bonamassas „Slow Train“ gleitet sanft aber nicht minder druckvoll bei Berieselungslautstärke durch mein Wohnzimmer. Gerade bei der Wiedergabe der vorherrschenden Gitarrensounds weiß die harmonische Abstimmung der R7 zu imponieren. Die Trennung erfolgt hier übrigens bei 400 Hertz und bei 2,9 Kilohertz – hörbar ist das jedoch nicht.

Akribische Arbeit: Der Hochglanzlack ist nahezu perfekt aufgetragen.

Voluminös, aber nicht fett

Die raue Stimme des Nickelback-Frontmanns Chad Kroeger überzeugt in „Trying Not To Love You“ mit ihrer klaren Präsenz. Speziell Kroegers Solo bei 3:17 holt dann die nötige Fülle aus dem Grundtonbereich. Hinzu kommt die nötige Rauheit, die das Uni-Q-Chassis beisteuert. So muss das sein! Es wird aber noch besser: Regelrecht in Verzückung gerate ich dann im anschließenden Intro von „Carry Me My Bones“ von Corroded. Klavier und Akustikgitarre verteilen sich fast schon greifbar im Raum. Feinste Geräusche, wie das sanfte Gleiten über die Saiten bei den Slides, sind voll wahrnehmbar. Als kurz darauf die Grundmelodie einsetzt, wird das vollständige Frequenzspektrum der KEFs abgerufen. Kraftvoll und treffsicher füllt der Bass meine Gehörgänge, während die E-Gitarren meine Magengegend massiert. Irgendwie ist mir dann noch Agathodaimon in den Test gerutscht. „Adio“ in der Acoustic Version weiß mich nun gekonnt einzuwickeln. Die Violine stimmt sanft und angenehm an und wird von den Akustikgitarren wohlig untermalt. Die Stimme des Sängers wird perfekt auf der Bühne platziert. Wie zuvor bei Chad Kroeger erhält auch sie das nötige Volumen und Timbre. Besser kann man sich das kaum wünschen!

Jede R7 wird mit gestanzten und hochwertig verarbeiteten Microfibre-Abdeckungen ausgeliefert. Sie haften magnetisch am Gehäuse.

Endspurt

Zum Testabschluss werfe ich dann noch „Corazon Espinado“ von Santana in den Player. Und auch hier bin ich wieder verblüfft, wie fest die KEF R7 austeilen kann. Die Perkussion kommt knackig und der Bass beißt regelrecht zu, während die Instrumentalisierung perfekt auf der Bühne positioniert wird. Und da ich mich immer noch nicht von meinen Testgästen trennen möchte, lege ich „Time to Wonder“ von Fury in the Slaughterhouse nach. Die sanft angespielten Gitarren im Intro positionieren sich exakt auf der Bühne. Die Raumdarstellung gelingt der R7 also auch hier perfekt. Hinzu kommt Kai Wingenfelders unverwechselbare Stimme, die leicht kratzig, zugleich aber auch satt und fest wiedergegeben wird. Die extrem hart abgestimmte Bass-Drum forciert den Takt und lässt mich im Rhythmus des Sounds mitwippen. Nach einigen weiteren Songs ist meine Testsession mit der R7 dann aber doch zu Ende und ich muss die schicken Lautsprecher leider wieder einpacken.

Dank ihres wirklich guten Rundstrahlverhaltens zeigen sich die KEF R7 als aufstellungsunkritisch.

Erweiterbarkeit

Wen das Konzept überzeugt hat, der findet neben den KEF R7 eine Reihe weiterer stilvoll gestylter Schallwandler in der R-Serie. So ist es ohne Weiteres auch möglich, ein ganzes Heimkino inklusive Dolby Atmos im identischen Stil zusammenzustellen. Wie eben beschrieben, stellen die R7 bereits wirklich großartige Hauptakteure dar, es stehen allerdings noch zwei weitere Standlautsprecher mit ähnlicher Technik zur Verfügung. Die R11 stellt dabei mit ihren vier Basstreibern den größten Kandidaten dar. Die unter der 7er angesiedelte R5 bietet ebenfalls zwei Basstreiber, jedoch mit etwas weniger Volumen. Als Dolby-Atmos-Lautsprecher dient die R8a mit Deckenreflektion, wohingegen sich die R2c bietet als Center-Lautsprecher an sich. Wem die Basspower der Standboxen nicht ausreicht, der kann sein Setup dann um den R400b erweitern. 500 Watt Leistung und zwei 225-Millimeter-Basschassis lassen erahnen, zu was dieser Aktiv-Subwoofer in der Lage ist.

Neben zwei weiteren Standlautsprechern hält die R-Serie u.a. auch ein Regalmodell, die R3, bereit.

Fazit

Ich war ja bereits von der KEF R5 angetan, die R7 legt aber tatsächlich noch eine Schippe drauf. Das fängt beim wohlproportionierten Gehäuse, dessen große Flächen nicht hörbar mitschwingen. Verantwortlich dafür sind die hohe Materialqualität und das Kammer-Prinzip. Trotz ihrer Höhe macht die R7 einen hübschen Eindruck, der von der wirklich sehr guten Hochglanz-Lackierung nochmals unterstrichen wird. Mit ihrem etwas größeren Volumen gibt sie zudem etwas mehr Bass ab. Das war zu erwarten, wie die R5 ist aber auch sie exzellent feingetunt. Perfekt aufeinander abgestimmte Chassis kitzeln selbst feinste Details aus dem zugespielten Material und mit einer Leistung von bis zu 250 Watt machen sie auch auf der Party definitiv nicht schlapp.
Sie spielt Klassik gleichermaßen präzise wie Heavy-Metal oder Blues. Dabei schönt der Lautsprecher nicht, hat das zugespielte Material Schwächen, werden diese auch gnadenlos aufgedeckt. Aus meiner Sicht sind die R7 eine uneingeschränkte Empfehlung für Räume bis 40 Quadratmeter Fläche. Wer darüber nachdenkt, sich exzellente Lautsprecher für den Einsatz in größeren Räumen zuzulegen, sollte sich dieses Pärchen auf jeden Fall einmal genau ansehen und anhören.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut

94 of 100

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190828.KEF-Testsiegel

Technische Daten

Modell:KEF
R7
Produktkategorie:Drei-Wege-Standlautsprecher
Preis:ca. 3.600,00 Euro/Paar
Garantie:- 2 Jahre
- 5 Jahre (bei Registrierung)
Ausführungen:- Weiß (Hochglanz)
- Schwarz (Hochglanz)
- Walnuss
Vertrieb:GP Acoustics, Essen
Tel.: 0201 / 170390
www.kef.com
Abmessungen (HBT):ca. 1109 x 311 x 384 mm
Gewicht:31,4 Kg / Stück
Prinzip/Bauart:Drei-Wege/Bassreflex
Chassis:- 125 mm Uni-Q
- 2 x 165 mm Hybrid-Aluminium
Anschluss:- Bi-Wire-Schraubklemmen
Lieferumfang: - Bedienungsanleitung
- Traversen
- Spikes (mit Unterleg-Plättchen)
- Frontabdeckung
- Schaumstoffzylinder
Pros und Contras:+ sehr gute Verarbeitung
+ ausgewogene Abstimmung
+ verschiedene Farben
+ Schaumstoffkorken für die Bassreflex-Rohre
+ Spike-Unterleger für harte Böden
+ sattes Grundtonfundament
+ feine Hochtonauflösung

- Lack anfällig für Fingerabdrücke
Benotung:
Klang (60%):94/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):94/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut
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