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Canton hat das beliebte Einsteigersegment neu sortiert und dabei auch das Flaggschiff der Reihe, die Canton GLE 100 gründlich überarbeitet. Der recht hohe aber dafür geradezu grazil schlanke Lautsprecher verspricht in der Neuauflage dank neuer Materialien noch mehr Dynamik und Stabilität.

Üppig bestückt, aber dennoch eher schlank gebaut, verliert auch die größte GLE nichts von ihrer Wohnraumtauglichkeit.

Der Hersteller aus Weilrod im Taunus hat die beliebte GLE-Reihe neu aufgelegt und dabei keinen Stein auf dem anderen gelassen. Herausgekommen ist ein 116 Zentimeter großes Gehäuse. In der Schallwand, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist, befinden sich zwei große Bassmembranen, ein separates Mitteltonchassis sowie ein Hochtontreiber mit Waveguide-System. Der Korpus ist in unterschiedlichen Farben (Schwarz, Weiß, Makassar) erhältlich. Damit fügt sich die Canton GLE 100 gut in ihre neue Wohnumgebung ein und lässt bei der Gestaltung keine Wünsche offen. Auf der Rückseite geht es vergleichsweise unspektakulär zu. Zu dem Typenschild gesellt sich ein Anschlussterminal mit Aufnahmen für Bananenstecker oder Litzen. Eine Option für Bi-Wiring wird man in dieser Klasse sicher nicht vermissen, daher hat Canton schlicht darauf verzichtet. Damit der Bass auch wirklich genug Luft in dem voluminösen Gehäuse bekommt, hat Canton noch eine Bassreflex-Öffnung geschaffen.

Technische Details

Die Canton GLE 100 wurde wirklich allerorten überarbeitet. So profitiert die Neue von den Treibern der höheren Modelle. Nun arbeitet der Tieftöner mit einem Durchmesser von 219 Millimetern also auch mit einer Titanmembran. Das Material ist zwar etwas schwerer, aber deutlich stabiler und kann damit dünner ausgelegt werden. Dies verhilft dem Treiber zu mehr Spielfreude, denn er kann jedem feinen Musikimpuls exakter folgen. Das gleiche gilt für das mit 174 Millimeter Durchmesser geradezu wuchtig daher kommende Mitteltonchassis. Im Hörtest wird sich beweisen müssen, wie viel Dynamik mit den neuen Membranen tatsächlich zu erwarten ist. Alle drei sitzen in der spezifischen Wave-Sicke, die maximalen Hub erlauben soll. Als perfekten Abschluss nutzt Canton im oberen Segment die bewährte Alu-Mangan-Kalotte in 25 Millimeter-Ausführung. Sie sitzt in einem akkurat ausgearbeiteten Waveguide, der für eine saubere Ausbreitung sorgen soll und klanglich perfekt an die restlichen Klangwandler angekoppelt ist.

Die Wave-Sicken an Mittel- und Tieftöner verleihen den Chassis der Drei-Wege-Box ordentlich Hub. So möchte Canton seinem Einstiegssegment noch mehr Dynamik entlocken.

Äußere Werte

Sämtliche Komponenten finden im 116 Zentimeter großen Gehäuse der Canton GLE 100 Platz, das nach hinten gute 40 Zentimeter ausholt. Dafür gibt der Korpus in der Frontalansicht auf die schwarze Frontplatte eine schmale Figur ab. Kein Wunder, ist das Profil doch gerade einmal 24 Zentimeter breit. Die Schallwand kann in diversen Farben geordert werden, damit sich das Modell optimal in seine Umgebung einfügt. Zur Wahl stehen hier eine Lackierung in matt schwarz oder seidenmatt weiß. Beeindruckt hat mich das schlichte aber sehr schöne Design der Frontabdeckung. Die großzügig abgerundeten und magnetisch haftenden Stoffabdeckungen verleihen dem schmalen Gehäuse ein schickes Gewand. Für sicheren Stand auf Teppich oder Hartböden sind auf der Unterseite robuste Füße mit Filzbesatz angebracht. So geschützt kann die GLE 100 sicher in Position gerückt werden, ohne Laminat oder Parkett mit unschönen Kratzern zu malträtieren.

Die Aufstellung

Die Inbetriebnahme der Canton GLE 100 geht wirklich schnell von statten. Da die Lautsprecher trotz der schlanken Figur mit 33 Kilogramm keine Leichtgewichte sind, empfehle ich, sie mit einer weiteren Person aufzustellen. Anschließend muss nur das Lautsprecherkabel in die einzigen Aufnahmen am Terminal eingesteckt werden und schon kann es mit der Positionierung losgehen. Da Canton die Bassreflex-Öffnung nach hinten ausführt, ist nun allerdings etwas Arbeit beim Ausrichten erforderlich. Canton empfiehlt einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zur Wand. Wie bei meinen meisten Tests üblich, habe ich bei der Aufstellung in meinem kleinen Abhörraum ein gleichschenkliges Dreieck mit etwa 2,5 Metern Kantenlänge gebildet. Dabei standen die Lautsprecher etwa 80 Zentimeter von der Wand entfernt. Gleichzeitig habe ich die Gehäuse ein wenig auf die Abhörposition eingedreht. In dieser Konfiguration lösen sich die Klänge perfekt von den Membranen und werden fein im Raum positioniert.

Durch die große Bassreflexöffnung ist ein wenig Abstand der Lautsprecher zur Wand erforderlich. Die Terminals bieten allen Arten von Kabelenden festen Halt.

Musikalisches Vergnügen

Haben die Canton GLE 100 erst einmal in die richtige Position gefunden, kann das eigentliche Vergnügen beginnen. Meinen ersten Eindruck dürfen sie mit „Corazon Espinado“ von Santana unter Beweis stellen. Das mit vielen perkussiven Instrumenten gespickte Stück wird von den Cantons sehr schon auf der Bühne gestaffelt. Die Positionierung der Instrumente ist schnell und sauber ausgemacht. Speziell die Höhen gefallen mir sehr gut. Sie treffen das richtige Maß, peitschen also nicht zu sehr heraus, verstecken sich aber auch nicht hinter einem virtuellen Vorhang. Im Bass geben die Membranen einen satten Druck. Dabei arbeiten sie alle Impulse virtuos und ausgeprägt ab, neigen aber nicht zur Übertreibung, sodass sich generell ein trockenes und fetziges Klangbild zeigt. Auch der Mitteltöner fügt sich sehr schön in die Stimmung ein und hilft, die Bühne klar im Raum zu staffeln.

Der 25-Millimeter-Hochtöner mit Waveguide spielt detailliert und entwickelt eine schöne Räumlichkeit.

Sowohl für Jazz …

Da mir der Klang der Canton GLE 100 schon gut zusagt, steige ich nun auf eine anspruchsvollere Kategorie um. Mit dem Debutalbum „Bright Size Life“ von Pat Matheny beginne ich also meinen Ausflug in den Jazz. Hier fällt sofort der sauber dargestellte und markante Sound von Mathenys Gitarre ins Ohr. Mindestens genauso beeindruckend ist allerdings die satte und druckvolle Abbildung von Jaco Pastorious‘ Bass, dem die flotten Mittel- und Tieftöner sauber folgen. Beeindruckend ist, wie sich die Ride-Becken von Bob Moses im Raum verteilen und eine breite Bühne für die beiden anderen Musiker bahnen. Die exzellenten Hochtöner lassen keinen noch so kleinen Tick auf den Becken untergehen und die hart abgestimmte Tom macht richtig Freude. Der Hall in diesem Stück ergießt sich durch den gesamten Raum und ich fühle mich, als würde ich dem Stück live in einer größeren Halle lauschen.

… wie auch für laute Pegel

Nun möchte ich aber wissen, ob die für 200 Watt ausgelegten Lautsprecher an meinem Hegel-Verstärker auch den nötigen Punch nicht vermissen lassen. Mit „Mutate Light Year“ von Warp Technique habe ich mir zwar nicht gerade ein melodisches Meisterwerk in den Player geladen, dafür aber sehr wilde Sounds. Glücklicherweise sind die Redaktionsräume abgesehen von einem einsamen Tester am Samstag leer und so drehe ich den Hegel langsam Richtung 100. Dabei kommen die Membranen in den Canton GLE 100 mal so richtig in Schwingung. Ansprechen kann mich nun niemand mehr, denn der Raum ist angereichert mit wuchtigen und druckvollen Bässen, die hart an meinem Zwerchfell rütteln. Trotz der brachialen Kraft, die hier am Werke ist, habe ich den Eindruck, dass ich sogar noch mehr Gas geben könnte. Da aber sowohl der Verstärker wie auch meine Ohren schon am Limit sind, sehe ich davon erst einmal ab.

Impulsstark und pegelfest packen die beiden großen Tieftöner ordentlich zu.

Ein umfassendes Erlebnis

Aber nicht nur der Bass der Canton GLE 100 liefert einen satten, definierten Sound, auch die anderen Membranen spielen absolut sauber mit. Besonders beeindruckt bin ich erneut von der breiten und tief in den Raum reichenden Darstellung aller Komponenten. Die wirren Sounds des Stücks wabern bis in die tiefsten Winkel des Raumes und scheinen sogar von hinten zu kommen. Mit geschlossenen Augen würde ich behaupten, ich wäre in einem 5.1-Surround-Setup gelandet. Natürlich darf in meiner Sammlung Yello nicht fehlen. Das Intro von „Till Tomorrow“ spielt sich auf sehr vielen Ebenen ab. Der Satte Bass im Vordergrund setzt das Fundament, während der Synthesizer beginnt, den Raum zu füllen. Die sanft gehauchten Trompetensounds kommen erst von hinten, um dann langsam um den Hörer zu wandern und sich frontal in der Mitte aufzustellen. Es macht wirklich Spaß den Treibern bei der Positionierung der verschiedenen Klänge zu lauschen.

Atmosphäre

Für den klassischen Bereich habe ich erneut die 4. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy ausgesucht. Hier macht die Abbildung der im Stakkato-Muster arbeitenden Streicher wirklich Freude. Die Canton GLE 100 strahlen hier schön in die Tiefe des Raumes hinaus, wobei sich das gesamte Geschehen naturgemäß vor dem Zuhörer abspielt. Dafür erhält man einen genauen Überblick welche Streichergruppe gerade am Zuge ist und wo welches Instrument im Raum platziert ist. Die tonale Wiedergabe zeigt sich angenehm neutral und gleichzeitig dynamisch. Im Bassbereich teilen die satten Membranen das Crescendo gezielt und knallhart aus, ohne dabei unterkühlt zu wirken. In „I Can’t Say No“ von Lea Rue setzt das entfernt gespielte leicht dumpf wirkende Piano die Stimmung im Intro dieses Songs. Es klingt als würde man einem alten Klavier im Ballettsaal am hintersten Ende des Raumes lauschen. Dann setzt eine deutliche Akzentuierung durch die helle Stimme der Sängerin ein.

Auch der Mitteltöner setzt auf eine Membran aus Titanium. Gesangsstimmen gibt er angenehm natürlich und charismatisch wieder.

Toll auch bei Zimmerlautstärke

Und spätestens wenn das Saxophon aufspielt, wird klar, dass dies kein Fehler der Lautsprecher, sondern diese Atmosphäre durchaus beabsichtigt ist. Als der Bass das Piano unterstützt, rundet sich das Bild vollends. Der ohnehin schon weit aufgespannte Raum wird nach vorne hin gefüllt und der Zuhörer vollständig von Klängen umspült. Die Mischung aus akustischen und synthetischen Elementen überzeugt auf diesem Paar vollends. Je mehr ich gut abgemischter Musik lausche, desto mehr überzeugt mich die Abstimmung der Lautsprecher. Der Bass in „Wake Up“ von Rage Against the Machine im Intro kann auch bei Zimmerlautstärke noch ordentlich zupacken. Die weite Darstellung der Canton GLE 100 gelingt natürlich auch bei gemäßigter mitternachtstauglicher Wiedergabe. Sauber entfaltet sich die gesamte Dynamik speziell im leisen Übergang zur Bridge in der die Tom den Rhythmus vorgibt.

Echte Alleskönner

Selbst das schon uralte Stück „Cornflake Girl“ von Toni Amos überzeugt durch die klaren Gitarrenklänge im Intro, nach denen das unverfälschte Klavier das für das Stück typische Riff spielt. Nicht nur trägt das Klavier den gesamten Song, die Wiedergabe ist auch unfassbar detailreich. Man hört die akribisch ausgerichtete Mikrofonierung durch den Toningenieur, um dem Instrument die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Doch auch die Stimme der Sängerin kann mit feinen Nuancen und Schattierungen überzeugen. Wer heute schon zu viel Auto-Tune in modernen Stücken der aktuellen Radiounterhaltung gehört hat, kann sich hier die nötige Erholung von dieser Unart der modernen Musik gönnen. Das macht auf den Canton GLE 100 unabhängig von der Lautstärke und dem Genre richtig Spaß. Ich habe noch etlichen weiteren Stücken gelauscht, aber ich schätze, es wird bereits deutlich, dass die Lautsprecher mich beeindruckt haben.

Dank sachter Rundungen bilden die Abdeckungen einen interessanten Kontrast zum geradlinigen Gehäuse der GLE. Dank magentischer Halterungen bleibt die Front des Lautsprechers vollständig eben.

Fazit

Canton hat die GLE-Reihe prächtig aufgemöbelt. Die Titanmembranen spielen agil und schneidig, das ganze System hat ordentliche Reserven und macht in allen Lebenslagen eine gute Figur. Die Canton GLE 100 agiert bei vollem Pegel absolut robust und unerschütterlich und sie liefert auch unter leisen Lautstärken ein klangvolles Ambiente. So wird der Musik eine wundervolle Präsenz geboten. Die angepriesene Dynamik wird vollends erfüllt. Dabei gewinnt man nie den Eindruck, dass den Schallwandlern irgendwie die Luft ausgehen würde. So zeigt Canton, dass man auch im Einstiegssegment schon wirklich hervorragende Performance erwarten kann. Und wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann das ganze System sogar noch um Center- und Satellitenlautsprecher erweitern. Canton dürfte es hiermit sicher gelingen, die ohnehin schon sehr beliebte Serie noch breiter zu etablieren. So, nun muss ich aber weiter lauschen, da liegen noch so viele CDs vor mir.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 80/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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Technische Daten

Modell:Canton
GLE 100
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:699 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
- Makassar
Vertrieb:Canton, Weilrod
06083 28777
www.canton.de
Abmessungen (H x B x T):1163 x 240 x 391 mm
Gewicht:33 kg
Bauart:Drei-Wege, passiv, Bassreflex
Hochtöner:1 x 25 mm Alu-Mangan-Kalotte
Mitteltöner:1 x 174 mm Titanium-Konus
Tieftöner:2 x 220 mm Titanium-Konus
Impedanz:4 - 8 Ohm
Nennbelastbarkeit:200 Watt
Frequenzbereich:20 Hz - 40 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:170/ 3.200 Hz
Lieferumfang:1 x GLE 100
1 x Frontabdeckung (schwarz)
1 x Bedienungsanleitung
Pros und Kontras:+ hohe Impulsfestigkeit
+ tolle Dynamik
+ sehr Pegelfest
+ kraftvoller Bass
+ detaillierter Hochton
+ schöne Räumlichkeit
+ natürliche Stimmwiedergabe
+ wohnraumtaugliches Design

- keine
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):80/80
Gesamtnote:80/80
Klasse:Mittelklasse
Preis/Leistung:sehr gut

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