lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Elac goes Vinyl: Mit dem PPA-2 bieten die Kieler den passenden Phono-Preamp für ihr Plattenspieler-Portfolio. Der anspruchsvolle Amp ist für MM und MC ausgelegt, kann zwei Analog-Laufwerke betreiben, bietet symmetrische und unsymmetrische Eingänge – und punktet insbesondere mit einer einzigartigen, stufenlosen Impedanz-Anpassung für MC. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit.

Schlankes Format: Der PPA-2 tritt optisch attraktiv im Slimline-Design auf.

Schlankes Format: Der PPA-2 tritt optisch attraktiv im Slimline-Design auf.

Wer Elac sagt, denkt sofort an Lautsprecher – kein Wunder, das Kieler Traditionsunternehmen hat seit jeher einen ausgezeichneten Ruf als Schallwandler-Spezialist. Doch neben dem reichhaltigen Angebot an HiFi-, Heimkino- und On-Wall-Lautsprechern haben die Hanseaten auch ein feines Elektronik-Sortiment in petto – angefangen bei den handlichen Streamern/Music Servern der Discovery-Serie über die gleich fünf Miracord-Modelle umfassende Plattenspieler-Palette bis hin zu den erlesenen Verstärker-Komponenten der Alchemy-Serie. Aus dieser Reihe haben uns bereits die Streaming-Vorstufe DDP-2 und die Stereo-Endstufe DPA-2 beeindruckt. Nun komplettiert der Phono-Verstärker PPA-2 die Alchemy-Serie. Schauen wir uns diesen ungewöhnlichen, schick-schlanken Phono-Vorverstärker näher an.

In die Ziernut sind die Bedienknöpfe eingelassen. Sie dienen (v.l.n.r.) der Stummschaltung, der Eingangswahl, der Rumpelfilter-Aktivierung, der Gain-Anhebung für MC-Betrieb und der Umschaltung von Stereo- auf Mono-Betrieb.

In die Ziernut sind die Bedienknöpfe eingelassen. Sie dienen (v.l.n.r.) der Stummschaltung, der Eingangswahl, der Rumpelfilter-Aktivierung, der Gain-Anhebung für MC-Betrieb und der Umschaltung von Stereo- auf Mono-Betrieb.

Attraktives Slimline-Design

Zuerst stutzen wir beim Namen: Alchemy? Dahinter steckt der renommierte Entwickler Peter Madnick, der mit seinem Unternehmen Audio Alchemy vor Jahren den Phono-Preamp PPA-1 präsentiert hat. Der geneigte Leser ahnt: Dies ist der Vorgänger unseres Testkandidaten. Audio Alchemy wurde nämlich von ELAC übernommen – ein cleverer Schachzug, denn die Alchemy-Komponenten schließen die Verstärker-Lücke im ELAC-Portfolio. Mit der Alchemy-Eingliederung wurden die Entwickler und das Know-How übernommen, die technische Auslegung der Produkte aktualisiert und das Erscheinungsbild völlig neu konzipiert. So präsentiert sich die Alchemy-Serie nun im attraktiven, superflachen Slimline-Design. Das gerade mal 55 Millimeter hohe und 43,5 Zentimeter breite Gehäuse ist dafür mit 36 Zentimetern ungewöhnlich tief. Dadurch ist Platz im Gehäuse, um die Stromversorgung räumlich weit von der sensiblen Verstärkerelektronik zu separieren und durch eine Stahlblech-Trennwand vor elektromagnetischen Einflüssen abzuschotten. Gut so, denn die Bestromung übernimmt ein für Vorverstärker-Verhältnisse kraftvolles Linear-Netzteil mit einem üppigen, eigens für den PPA-2 gefertigten Ringkern-Trafo.

Nobler Auftritt

Zum gelungenen Auftritt trägt neben dem schlanken Gehäuse auch die nobel-dezente Frontgestaltung bei: Die fünf Millimeter starke Stirnseite besteht aus fein gebürstetem, schwarz eloxiertem Aluminium und weist eine anmutige Wölbung auf. Zur Rechten ist ein kleines OLED-Display eingelassen. Es lässt beim Einschalten das Alchemy-Logo erscheinen. Später im Betrieb benötigt man die Anzeige nur höchst seltenen. Deshalb wird es nach 15 Sekunden von einem Mikrocontroller deaktiviert, der dann auch gleich selbst in den Off-Modus geht. So übt er keinen störenden Einfluss auf die Audio-Schaltung aus. Sehr gut! Die Front des PPA-2 durchzieht nun noch horizontal eine sanft gerundete Nut. Diese zierende Vertiefung beherbergt alle Bedienelemente sowie sechs LED. Sie zeigen weiß leuchtend die aktuellen Einstellungen und aktivierten Features an. Den Anfang macht hier die Stummschaltung. Darauf folgt der Taster für die Eingangswahl. Der PPA-2 bietet ja gleich zwei Eingänge. Man kann also parallel zwei Plattenspieler an den Phono-Vorverstärker anschließen.

Der Power-Schalter bewirkt ein komplettes An- und Abschalten. Der PPA-2 vermeidet also einen stromverbrauchenden Standby-Modus. Die LED zeigen die aktuelle Einstellung. Hier ist der Verstärker stummgeschaltet, der Eingang 1 angewählt, der Rumpelfilter aktiviert und der Mono-Betrieb (L+R) ausgewählt.

Der Power-Schalter bewirkt ein komplettes An- und Abschalten. Der PPA-2 vermeidet also einen stromverbrauchenden Standby-Modus. Die LED zeigen die aktuelle Einstellung. Hier ist der Verstärker stummgeschaltet, der Eingang 1 angewählt, der Rumpelfilter aktiviert und der Mono-Betrieb (L+R) ausgewählt.

Duale Vollbedienung: Zwei Inputs für MM und MC via Cinch und XLR

Diese duale Anschlussmöglichkeit ist komfortabel, weil sich jeder Eingang separat konfigurieren lässt und der PPA-2 sich diese Einstellungen merkt. So können beiden Inputs für einen Plattenspieler mit Moving Magnet (MM)-System oder Moving Coil (MC)-Abtaster konfiguriert werden. Dazu später mehr. Der zweite Eingang ist zudem Anschluss-flexibel: Er ist entweder für eine symmetrische Zuspielung via XLR empfänglich oder für ein unsymmetrisches Signal per Cinch. Die Rückseite des PPA-2 bietet dementsprechend Buchsen für beide Anschluss-Arten. Die XLR-oder-Cinch-Festlegung nimmt man nun mithilfe eines Mäuseklaviers vor. Es ist versenkt in die Rückseite eingelassen. So ist der Phono-Vorverstärker fit für alle gängigen Analog-Laufwerke. Ein frontseitiger „MC/MM“-Taster bewirkt eine Signalverstärkung um +18 Dezibel. Diese Gain-Erhöhung ist für die meistens MC-Systeme nötig. Sie liefern systembedingt einen schwächeres Signal und sind deshalb leiser. Über die 18-Dezibel-Verstärkung hinaus bewirkt der „MC/MM“-Taster keine klanglichen Veränderung. Auch die Optimierung der Verstärkerzüge hin auf ein MC- oder MM-System wird anderweitig vorgenommen.

Mit dem Select-Knopf aktiviert man den Mess-Modus für die Einstellung der Lastimpedanz im MC-Betrieb. Hier ist nun das Display hilfreich. Die Anzeige benennt den ausgewählten Eingang und stellt die momentanen Lastimpedanzen für den linken und den rechten Kanal dar. Verändert man die Impedanz-Einstellung über die rückseitigen Dreh-Potentiometer, zeigt das Display den aktuell erreichten Wert. Hier ist mit 999 Ohm die höchste Lastimpedanz-Einstellung justiert.

Mit dem Select-Knopf aktiviert man den Mess-Modus für die Einstellung der Lastimpedanz im MC-Betrieb. Hier ist nun das Display hilfreich. Die Anzeige benennt den ausgewählten Eingang und stellt die momentanen Lastimpedanzen für den linken und den rechten Kanal dar. Verändert man die Impedanz-Einstellung über die rückseitigen Dreh-Potentiometer, zeigt das Display den aktuell erreichten Wert. Hier ist mit 999 Ohm die höchste Lastimpedanz-Einstellung justiert.

Staunenswerte Impedanz-Anpassung für MC

Diese MM/MC-Optimierung bewerkstelligt man wieder über das Mäuseklavier auf der Rückseite. Hier wird die grundsätzliche Widerstandsanpassung für Input 1 und Input 2 mit jeweils zwei DIP-Schaltern vorgenommen. In der oberen Schalter-Stellung „47K“ ist der betreffende Input auf ein Moving Magnet-System eingestellt. MM-Abtaster werden fast immer mit einer Lastimpedanz von 47 Kiloohm betrieben. Die unteren Schalter-Stellung „VAR.“ ist hingegen für Moving Coil-Systeme gedacht. Sie benötigen eine deutlich geringere Lastimpedanz, die meist zwischen fünf Ohm und einem dreistelligen Ohm-Bereich liegt, maximal aber rund 1.000 Ohm beträgt. Wo andere Phono-Vorstufen nun eine begrenzte Auswahl an einstellbaren Werten anbieten, prunkt der PPA-2 geradezu mit einer stufenlosen Einstellmöglichkeit zwischen fünf und 999 Ohm. Dies gelingt zudem überaus fein mit Leitplastik-Potentiometern. Diese teuren Spezial-Drehregler arbeiten ultrapräzise, geräuscharm und überaus klangtreu. Hier kommen gleich vier dieser Last-Potenziometer zum Einsatz – für jeden Eingang und dann auch für jeden Kanal jeweils ein eigenes. Was für eine staunenswerte Akribie!

Die beiden Eingänge können getrennt voneinander für MM- oder MC-Betrieb konfiguriert werden. Dies gelingt über das sogenannten Mäuseklavier mit den DIP-Schaltern 1 und 2 für den Input 1 und den DIP-Schaltern 5 und 6 für den Input 2. Die Schalter werden für MM auf die obere Stellung „47K“ gebracht. Für MC hingegen setzt man zuerst die Schalter auf die untere Stellung „VAR“. Anschließend stellt man mit den vier Drehpotis, welche die Cinch-Input-Buchsen umfassen, die gewünschte Lastimpedanz ein – separat für jeden Kanal beider Eingänge. Die Impedanz-Einstellung ist so überaus fein und stufenlos zwischen 5 Ohm und 999 Ohm möglich.

Die beiden Eingänge können getrennt voneinander für MM- oder MC-Betrieb konfiguriert werden. Dies gelingt über das sogenannten Mäuseklavier mit den DIP-Schaltern 1 und 2 für den Input 1 und den DIP-Schaltern 5 und 6 für den Input 2. Die Schalter werden für MM auf die obere Stellung „47K“ gebracht. Für MC hingegen setzt man zuerst die Schalter auf die untere Stellung „VAR“. Anschließend stellt man mit den vier Drehpotis, welche die Cinch-Input-Buchsen umfassen, die gewünschte Lastimpedanz ein – separat für jeden Kanal beider Eingänge. Die Impedanz-Einstellung ist so überaus fein und stufenlos zwischen 5 Ohm und 999 Ohm möglich.

Viel Freiheit für feinste MC-Optimierung

Die Einstellung dieser sensiblen Potis erfordert allerdings Feingefühl. Damit man weiß, was man einstellt, geht’s in den Messmodus des PPA-2: Man drückt den Select-Knopf, der in das Display integriert ist. Das Display zeigt nun den aktuellen Wert an. Jetzt stellt man Ohm-genau die gewünschte Lastimpedanz ein. Das wird erst mal der vom Tonabnehmer-Hersteller empfohlene Wert sein. In der Praxis können aber davon abweichende Einstellung ein besseres Klangergebnis liefern. Entwickler Peter Madnick hält die Herstellerangaben eh für reine Schätzwerte. Deshalb lädt der PPA-2 geradezu zum experimentieren ein, bis man nach Gehör die optimale Einstellung gefunden hat. Prima! Madnick ist auch der Meinung, dass die meisten Vinylisten sich für ein MC-System entscheiden. Deshalb ist die MC-Anpassung so ausgeklügelt – und deshalb hat Madnick auf eine Kapazitäts-Anpassungsmöglichkeit für MM leider verzichtet und lieber in die Höchstqualität anderer Schaltungs-Komplexe investiert. Wer ein MM-System betreibt, ist mit einem kapazitätsarmen Signalkabel aber auf der sicheren Seite.

Aufwändiger Aufbau mit selektierten Komponenten

Wer wissen will, wohin Madnick hat das Budget gesteckt hat, wirft einen Blick unter die Haube: Wir sehen den extra für den PPA-2 konzipierten Trafo, der mithilfe eines Dutzends präziser Spannungsregler die hochgradig genauen Speisungen der einzelnen Funktionseinheiten ermöglicht. Wir entdecken ebenso die Leitplastik-Potentiometern für die Lastimpedanz-Einstellung. Dann fällt der Blick auf die vollsymmetrisch aufgebaute Verstärkerschaltung. Sie ist von vorn bis hinten diskret realisiert. Es gibt also im Signalpfad keine IC-Chips, die im Ruf stehen, den Klang zu verschlechtern. Stattdessen übernehmen Feldeffekt-Transistoren (FET) in der Eingangsstufe die Signalaufbereitung und MOS-FET in der Treiberstufe die Kräftigung. Sämtliche Schaltungsebenen sind mit hochwertigen und selektierten Bauteilen realisiert. So gelingt die RIAA-Entzerrung, die das codierte Musiksignal von der Schallplatte wieder in die ursprüngliche Form zurückübersetzt, mit einer Toleranz von gerade mal 0,2 Dezibel – also quasi ideal. Dazu passt die Verwendung von vergoldeten, vollverkapselten Relais. Sie ermöglichen ein sauberes Schalten mit geringsten Kontaktwiderständen.

Der PPA-2 bietet aufwändige, selten zu sehende Features. Dies beginnt mit separaten Erdungsanschlüssen für Signalmasse („GND“) und Gehäusemasse (“CHASSIS GND“).

Der PPA-2 bietet aufwändige, selten zu sehende Features. Dies beginnt mit separaten Erdungsanschlüssen für Signalmasse („GND“) und Gehäusemasse (“CHASSIS GND“).

Doppelte Erdung, Rumpelfilter und Mono-Schaltung

Selbst die Frage der Erdung erfährt hier eine Spezial-Antwort: Der PPA-2 bietet gleich zwei Klemmen. Die eine ist mit dem Gehäuse verbunden, die andere hingegen mit der Erdung der Platinen. Diese Signalmasse ist elektrisch unabhängig von der Chassis-Masse realisiert. Die Signalmasse-Klemme dient dem Anschluss des Plattenspieler-Tonarms. Durch diese separate Erdung kehrt noch mehr Ruhe ein – ohne Sirren und Brummen. Eine weitere Spezialität ist die „+18 VDC Accessory“-Buchse: Über sie können Besitzer eines Miracord 70 oder 90 ihren Plattenspieler versorgen – mit hochreinem Strom vom PPA-2-Netzteil. Normal, aber ungemein nützlich sind die beiden folgenden Features: Der Rumpelfilter verhindert, das tieffrequente Vibrationen die Wiedergabe beeinträchtigen. Verursacher sind Trittschall, der über den Boden kommend den Plattenspieler erreicht, wellige Schallplatten, niederfrequente Laufgeräusche des Plattenspielers oder extreme Bassanteile der Musik, die zu einer Rückkopplung führen. Das zweite Feature ist die Mono-Schaltung: Sie ermöglicht das Abspielen von Mono-Aufnahmen, hilft aber auch beim Aufspüren von Kanalungleichheiten.

Der Elac Alchemy PPA-2 in der Praxis

Dank der zwei Eingänge des PPA-2 können wir auch zwei Plattenspieler anschließen. An den Input 1 kommt der Thorens TD 403 DD. Er ist mit dem MM-Tonabnehmer Ortofon 2M Blue ausgestattet. An den Input 2 kommt der Transrotor Dark Star. Er ist mit dem MC-System Goldring Ethos bestückt. Als passende Verstärker-Partner für den PPA-2 haben wir die Vor-/Endstufen-Kombination der Elac Alchemy-Reihe ausgesucht, also den DDP-2 und die DPA-2 angeschlossen. Als Lautsprecher wählen wir die Elac Concentro S 509. Los geht’s: Wir wollen zuerst die MM-Qualitäten des PPA-2 erkunden, starten also mit dem Thorens – und hier sorgt bereits das Anschließen für das erste Lächeln: Kaum haben wir die Erdungsklemme des Plattenspielers mit der „Chassis Ground“-Klemme des Vorverstärkers verbunden, ist das leichte Brummen, das zuvor zu hören war, schlagartig und vollkommen weg. Sehr gut! So hören wir reine Musik, ohne dass der Verstärker unerwünschte Zutaten mitverstärken muss.

Beim Einschalten stellt sich der PPA-2 auch im Display als Mitglied der „Alchemy“-Serie vor. Während dieser Aufwärmphase sind die Ausgänge stumm geschaltet. Am Ende des Warm-Ups lädt der Verstärker die letzten gespeicherten Einstellungen in Bezug auf Eingangswahl, HF-Filter, MC-Verstärkung und Mono- oder Stereo-Modus.

Beim Einschalten stellt sich der PPA-2 auch im Display als Mitglied der „Alchemy“-Serie vor. Während dieser Aufwärmphase sind die Ausgänge stumm geschaltet. Am Ende des Warm-Ups lädt der Verstärker die letzten gespeicherten Einstellungen in Bezug auf Eingangswahl, HF-Filter, MC-Verstärkung und Mono- oder Stereo-Modus.

Im MM-Modus: Präsente Band auf stattlicher Bühne

Wir starten mit „Saving Grace“, das ist die Eröffnungsnummer von Tom Pettys Klasse-Album „Highway Companion“. Hier leistet der PPA-2 im MM-Modus amtliche Arbeit: Die stark an ZZ Top erinnernde Bluesrock-Nummer klingt frisch und knackig, die einleitende unverzerrte Halbakustik-Gitarre hat den richtigen Attack, aber auch eine schöne Körperhaftigkeit und Fülle. Man kann hören, dass Tom Petty hier seine geliebte Halbakustische spielt. Seine nun zur Gitarre erklingende Stimme hat ebenfalls genau die richtige Präsens. Der Frontmann steht da, wo er hingehört: Prominent vor seiner Band. Die setzt nach und nach ein. Dabei sorgen die zweite Gitarre, die Keyboards und die Percussion-Effekte dafür, dass ebenso peu à peu eine schöne Bühne aufgespannt wird, auf der die Musiker in guter Stafflung stehen. Das ist clever produziert – und es ist nun auch prima vom PPA-2 wiedergegeben, denn so haben wir eine überaus gelungene räumliche Abbildung mit guter Breite und Tiefe.

Der PPA-2 benötigt als Phono-Preamp natürlich eine weitere Verstärkung. Als passende Partner bieten sich natürlich der Vorverstärker DDP2 und die Endstufe DPA-2 aus der Alchemy-Serie an. So kann auch die Signalführung durchweg symmetrisch gehalten werden.

Der PPA-2 benötigt als Phono-Preamp natürlich eine weitere Verstärkung. Als passende Partner bieten sich natürlich der Vorverstärker DDP2 und die Endstufe DPA-2 aus der Alchemy-Serie an. So kann auch die Signalführung durchweg symmetrisch gehalten werden.

Power und Präzision bis in den Frequenzkeller

Pünktlich zum Beginn der zweiten Strophe setzten Schlagzeug und Bass ein – und jetzt entlädt sich die bislang im Song aufgebaute Spannung, nun schiebt die Nummer so richtig. Die Drums haben Druck, die Snare liefert reichlich Punch und treibt den Song gut an, die Bassdrum sorgt für das Pfund. Das geschieht im Verbund mit dem Bass, der stoisch seine pumpende Viertelnoten auf einem Ton spielt. Dabei reicht der Viersaiter ungemein tief in den Frequenzkeller. Auch das liefert der PPA-2 amtlich: Wir erleben ein richtig fettes Fundament. Das gelingt auch bei höheren Lautstärken, zu denen „Saving Grace“ beim Hören verführt: Der Klang bleibt sauber definiert. Hier erreichen wir durch die Aktivierung des Rumpelfilters noch eine Steigerung: So werden die tieffrequenten mechanischen Schwingung, die das Abtastsystem über Sideboard und Plattenspieler-Hardware erreichen, behutsam herausgenommen. Der Song klingt so noch definierter. Gerade das Zusammenspiel von Bassdrum und Bass ist nun präziser zu hören.

Im MC-Modus: eindrucksvoller Perfomance-Schub

Nun wechseln wir zum MC-Betrieb und spielen Q“Saving Grace“ über unseren Transrotor Dark Star, der mit dem Goldring Ethos abtastet. Dafür stellen wir am PPA-2 erst mal die vom Hersteller empfohlene Lastimpedanz von 100 Ohm ein. Jetzt können wir starten – und nun erleben wir nochmals einen Perfomance-Schub. Das beginnt gleich bei der einleitenden Gitarre: Sie hat mehr Griffigkeit, wir spüren quasi das schwingende Holz des Korpus, hören das Metall der angeschlagenen Saiten. Auch Tom Petty ist nun noch gegenwärtiger, die Instrumente seiner Combo wirken noch akkurater. Das fällt gerade beim Schlagzeug auf: Hier sind die Percussion-Effekte, nämlich die auf dem Hi-Hat-Ständer geschlagenen Rhythmusfiguren, frischer. Ihre Wanderung im Panorama nach links und rechts klingt zudem nun deutlich eindrucksvoller: Die Bühne ist weiträumiger, luftiger, tiefer. Der Bass ist etwas konturierter, aber nach wie vor satt und tief. Das Zusammenspiel mit der Bassdrum ist auf Anhieb stimmig – und absolut à point.

Der PPA-2 ermöglicht sowohl eingangseitig als auch ausgangsseitig den symmetrischen oder unsymmetrischen Anschluss. Eingangsseitig seht dafür der Input 2 zur Verfügung. Er kann aber alternativ auch als unsymmetrischer Cinch-Eingang betrieben werden. Dies legt man mit den DIP-Schaltern 3 und 4 des Mäuseklaviers fest.

Der PPA-2 ermöglicht sowohl eingangseitig als auch ausgangsseitig den symmetrischen oder unsymmetrischen Anschluss. Eingangsseitig seht dafür der Input 2 zur Verfügung. Er kann aber alternativ auch als unsymmetrischer Cinch-Eingang betrieben werden. Dies legt man mit den DIP-Schaltern 3 und 4 des Mäuseklaviers fest.

Lohnenswerte Impedanz-Optimierung

Geht’s noch besser? Wir experimentieren nun ein wenig mit der Lastimpedanz. Während wir den Wert an den Potentiometern verändern, ist der PPA-2 stummgeschaltet. Darum benötigt das Ausprobierten etwas Zeit – aber die ist gut investiert. Wir sind erst mal runtergegangen auf 50 Ohm. Das nimmt der Wiedergabe aber ihre Frische. Es klingt ein wenig matt. Also gehen wir mit der Lastimpedanz hoch. Bei 150 Ohm wird’s schön kernig, die Höhen sind nun strahlender. Dadurch hat die gesamte Wiedergab mehr Präsenz, wir hören auch mehr Details. Die Vitalisierung gelingt bis 200 Ohm, bei noch größeren Werten werden die Höhen etwas zu sehr betont. Das macht sich insbesondere beim Shuffle des Ride-Beckens bemerkbar: Es ist zwar im ersten Moment erfrischend, doch nach wenigen Takten empfinden wir es als zu dominant. Also kehren wir schließlich den 200 Ohm Lastimpedanz zurück. So ist es für uns und unsere Klangkette optimal. Das experimentieren lohnt sich!

Der PPA-2 im Einstellungsmodus für die Lastimpedanz-Wahl: Hier ist mit 100 Ohm die gängigste Lastimpedanz-Einstellung justiert, die für viele MC-Tonabnehmersysteme empfohlen wird. Dies gilt auch für das Goldring Ethos, das in unserem Test die MC-Abtastung besorgt.

Der PPA-2 im Einstellungsmodus für die Lastimpedanz-Wahl: Hier ist mit 100 Ohm die gängigste Lastimpedanz-Einstellung justiert, die für viele MC-Tonabnehmersysteme empfohlen wird. Dies gilt auch für das Goldring Ethos, das in unserem Test die MC-Abtastung besorgt.

Klang-Upgrade durch symmetrische Signalführung

Nun das nächste Upgrade: Wir haben die Verstärkerkette bislang durchgängig unsymmetrisch betrieben, also über Cinch-Buchsen. Nun wechseln wir zur symmetrischen Signalübertragung via XLR-Anschluss. Das ermöglichen sowohl der PPA-2 als auch der DDP-2 und die DPA-2. Beim PPA-2 müssen wir dafür am Mäuseklavier den Input 1 umkonfigurieren, am Vorverstärker den „Balanced“-Input auswählen und die Lautstärke wieder auf vorheriges Niveau bringen. Schnell zeigt sich: Auch dieses Umrüsten hat sich gelohnt. Der bei der symmetrischen Signalführung deutlich größere Geräuschabstand zwischen Signalpegel und Grundrauschen bewirkt hier wie erhofft und eigentlich auch erwartet, eine reinere, klarere Wiedergabe. Doch auch in puncto Knackigkeit und Detailreichtum legt „Saving Grace“ zu. Der audiophile PPA-2 kann all dies dank seiner Klangkultur auch souverän abbilden. Dies zeigt sich erst recht bei der Wiedergabe klassischer Musik: Wir legen Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 d-moll-Moll KV 466 auf – in der großartigen Einspielung mit Friedrich Gulda und den Wiener Philharmonikern unter Claudio Abbado.

Großartiges Gulda-Erlebnis

Die Aufnahme stammt von 1974, die Pressung dieser original-LP von 1975. Die Wiedergabe ist eher leise, weshalb wir den PPA-2 etwas forcierter betreiben. Deshalb lohnt sich wieder der Einsatz des Rumpelfilters. Wir werden dadurch die leichten Laufgeräusche quitt und mildern Guldas kräftigen, hörbaren Pedalgebrauch am Flügel. So alt die Aufnahme ist: Nachdem wir uns wenig in den Klang der Produktion eingehört haben, ist diese Einspielung ein Hochgenuss. Gulda als Mozart-Spezialist und die Wiener Philharmoniker als Weltklasse-Orchester liefern eine phänomenal Interpretation. Das Orchester klingt dabei herrlich homogen, ist zugleich ungemein plastisch aufgenommen und besitzt eine wunderbare Tiefe. Diese Weiträumigkeit wird durch die perfekt eingefangene Raumakustik des berühmten Wiener Musikvereins intensiviert. So ist die gesamte Bühnenabbildung exzellent bis hin zum Flügel im Vordergrund, auf dem Gulda atemberaubend spielt und großartig klingt. Der PPA-2 holt diese fast fünfzig Jahre alte Aufnahme mit Leichtigkeit in die Gegenwart und macht sie zum großartigen Erlebnis.

Der PPA-2 im Hörraum: Hier spielt der Phono-Preamp mit dem Vorverstärker DDP2 und der Endstufe DPA-2. An die Elektronik ist ein Paar Elac Concentro S 509 angeklemmt. Als Analog-Laufwerke stehen der Elac Miracord 60 und der Transrotor Dark Star parat.

Der PPA-2 im Hörraum: Hier spielt der Phono-Preamp mit dem Vorverstärker DDP2 und der Endstufe DPA-2. An die Elektronik ist ein Paar Elac Concentro S 509 angeklemmt. Als Analog-Laufwerke stehen der Elac Miracord 60 und der Transrotor Dark Star parat.

Fazit

Der Elac Alchemy PPA-2 erweist sich als hanseatischer Klangmagier: Der Phono-Vorverstärker verwandelt sowohl MM- als auch MC-abgetastete Signale vom Plattenspieler in eine ausgezeichnete Musikwiedergabe, die mit feiner Auflösung, sehr guter Dynamik und hoher Impulstreue. Die Abbildung glänzt mit superber Räumlichkeit und Plastizität. Dazu überrascht der flache PPA-2 mit seiner Feature-Vielfalt und außergewöhnlich-aufwändigen Lösungen: Er bietet Anschluss für zwei Analoglaufwerke, die jeweils mit MM- oder MC-System ausgerüstet sein können Die MC-Impedanzanpassung ist dabei stufenlos und hochpräzise zwischen fünf und 1.000 Ohm ausgelegt und die Verstärkung für schwache MC-Signale separat aktivierbar. Zwei getrennte Massen ermöglichen sogar die eigene Erdung des Tonarms. Zur bestmöglichen Signalführung offeriert der PPA-2 sowohl unsymmetrische als auch symmetrische Ein- und Ausgänge. Ein zuschaltbarer Rumpelfilter und eine Wechselmöglichkeit auf Mono-Wiedergabe runden den Ausstattungs-Reigen ab. All das präsentiert der PPA-2 im attraktiven Slim-Line-Design – und so punktet der hanseatischer Klangmagier auch mit seinem optischen Auftritt.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 93/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: sehr gut

93 of 95

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94 of 95

220715.Elac PPA-2-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Elac
Alchemy PPA-2
Produktkategorie:Phono-Vorverstärker
Preis:999,00 €
Garantie:2 Jahre / 5 Jahre bei Registrierung
Vertrieb:ELAC Electroacustic, Kiel
0431 647740
www.elac.de
Ausführung:- Schwarz
Abmessungen (HxBxT):55 x 435 x 363 mm (incl. Anschlussbuchsen)
Gewicht:5,69 kg
Eingänge (analog):1 x Phono unsymmetrisch (Cinch)
1 x Phono symmetrisch (XLR) oder unsymmetrisch (Cinch)
Eingangsimpedanz:- MM: 47 kΩ (fix)
- MC: 5 - 999 Ω (stufenlos einstellbar)
Ausgangsimpedanz:50 Ω (Herstellerangabe)
Verstärkung:- Cinch: 42 dB bzw. 60 dB
- XLR: 48 dB bzw. 66 dB
Übersprechdämpfung:> 80 dB (Herstellerangabe)
Geräuschspannungsabstand:> 86 dB (Herstellerangabe)
RIAA-Genauigkeit: ± 0,2 dB (Herstellerangabe)
Frequenzbereich:10 Hz - 20 kHz (± 0,2 dB) (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Elac Alchemy PPA-2
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung (Englisch, Französisch, Deutsch)
Pros und Contras:+ attraktives Slim-Line-Design
+ sehr gute Verarbeitung
+ kraftvoller Klang mit feiner Auflösung, sehr guter Dynamik und hoher Impulstreue
+ ausgezeichnete räumliche und plastische Abbildung
+ 2 Eingänge zum Anschluss zweier Plattenspieler
+ beide Eingänge für MM- oder MC Systeme nutzbar
+ 18 dB-Verstärkung (für MC/MM-Anpassung) frei zuschaltbar
+ Eingang 2 wahlweise symmetrisch oder unsymmetrisch konfigurierbar
+ Lastimpedanz (im MC-Betrieb) stufenlos zwischen 5 und 1.000 einstellbar
+ Display für Anzeige der Impedanz-Einstellung
+ symmetrischer und unsymmetrischer Ausgang für Kompatibilität mit allen nachfolgenden Verstärkertypen
+ Subsonic-Filter (zur Vermeidung von Rumpelgeräuschen und tieffrequentem Fremdschall)
+ einstellbarer Mono-Modus
+ eingestellte Konfiguration wird abgespeichert
+ 2 getrennte Masse-Anschlüsse (1 x Signalmasse, 1 x Gehäusemasse)

- keine Kapazitätsanpassung für MM
Benotung:
Klang (60%):93/95
Praxis (20%):93/95
Ausstattung (20%):94/95
Gesamtnote:93/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistung:sehr gut

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