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Redakteur

Und worauf steht es? – Diese Frage wird bei HiFi-Geräten zu selten gestellt, denn der Untergrund hat einen Anteil an Klangqualität der Anlage. Wer hier einen akustischen Standortvorteil erreichen will, gönnt seinen Komponenten ein klanglich optimiertes Rack – und wer sich hier nicht limitieren möchte, könnte mit dem flexiblen modularen System PRS von Blue Horizon seine Lösung finden.

Das Blue Horizon PRS beherbergt mühelos auch schwergewichtige Komponenten.

Die vornehmste Aufgabe eines ausgewiesenen Phono-Möbels ist absolute Klangneutralität: Das Rack hat der Performance der Audio-Komponente, die auf ihm steht und spielt, klanglich nichts hinzuzufügen und auch keine Schwingungen weiterzugeben. Die Klangoptimierung beginnt bei der Kontaktfläche, also beim Boden – und hier setzt auch Blue Horizon als erstes an. Die junge Firma aus England ist auf HiFi-Optimierung und Tuning-Zubehör spezialisiert, das Portfolio reicht vom Phono-Vorverstärker bis zum Kabel-Einbrenner, umfasst aber ebenso Absorber und Gerätebasen – und mit dieser Expertise ist die logische Fortsetzung des Produktportfolios das komplette Audio Rack. Auf der High End 2017 in München hat Blue Horizon das Ergebnis dieser Entwicklung präsentiert: das Professional Rack System, kurz PRS. Es kombiniert Klangoptimierung mit Konfigurationsfreiheit, durch den modularen Aufbau, verschiedene Gestängelängen und das Angebot von Einfach- und Doppelböden stehen vom klassischen Rackturm bis zur exotischen Regallandschaft sämtliche Möbel-Möglichkeiten offen. Doch bleiben wir erst einmal auf dem Boden.

Durch das modulare Konzept sind verschiedenste Aufbau-Möglichkeiten realisierbar.

Bambus als Basis

Die Regalböden des Blue Horizon PRS sind aus Bambus gefertigt – ein Süßgras, das wegen seiner hohen Stabilität, der große Festigkeit und des geringes Gewichts als überaus beliebter und vielseitiger Werkstoff geschätzt wird. Blue Horizon setzt ihn nun als Regalboden-Material ein, der Bambus dabei wird in drei Schichten laminiert, die wiederum aus zahlreichen Stäben zusammengefügt sind – in der mittleren Schicht vertikal, in den Außenschichten horizontal, dazu liegen die einzelnen Lagen in der Laufrichtung des Holzes über Kreuz. Dieser komplexe Sandwich-Aufbau verspricht eine Minimierung stehender Wellen. Er ist aber nicht nur akustisch vorteilhaft, sondern auch optisch attraktiv: In der „Natural Bamboo“-Version des Racks ist die Bambus-Struktur der drei Zentimeter starken Regalböden deutlich sichtbar und geradezu eine ästhetische Attraktion. Das Rack strahlt dadurch jene wohltuende Wärme und Freundlichkeit aus, die das helle Holz im Wohnbereich so beliebt machen. Zu den kühlen Komponenten, die ein HiFi-Möbel zumeist beherberg, bietet diese Rack-Version also einen angenehmen Kontrapunkt. Neben „Natural Bamboo“ gibt es das Blue Horizon PRS alternativ in zwei hochglänzenden Lackierungen. In der „Piano White“-Version harmoniert das Rack insbesondere mit sehr modern möblierten Räumen, die „Piano Black“-Ausführung verströmt hingegen eher eine klassische Eleganz.

In der Version mit Bambus-Böden ist das Blue Horizon PRS ein echter Hingucker.

Maximale Flexibilität in 3D

Egal, welches Finish man wählt: Die Regalböden gibt es in zwei Größen. Der einfache Boden misst 60 mal 45 Zentimeter, der Doppelboden ist bei gleicher Tiefe 114 Zentimeter breit. Natürlich sind diese beiden Elemente kombinierbar, das Blue Horizon PRS ist als modulares Regal konzipiert. Dadurch lassen sich nicht nur konventionelle Mehretagen-Türme errichten, sondern auch außergewöhnliche Regalgebilde kreieren – ganz nach eigenem Gusto, nach den Gegebenheiten des Raums oder nach der Größe der unterzubringenden Komponenten. Dafür muss ein solches modulares Rack natürlich auch in der Höhe flexibel sein, für das Blue Horizon PRS gibt es deshalb drei verschiedene Gestängelängen: mit der Abstufung 41, 30 und 21 Zentimeter sollten alle Anwendungsfälle abgedeckt sein. Drei Zentimeter davon fallen allerdings als Nutzhöhe weg, weil jedes Rohr am oberen Ende mit einem Außengewinde versehen ist, um mit der Metallstange der nächste Ebene oder mit einem Abschlussstück verschraubt werden zu können. Die soliden Edelstahlstangen sollen Schwingungsenergie abführen, ohne dabei selbst Einfluss auf den Klang der Anlage zu nehmen. Zur Finalen Ableitung mündet das Rohrsystem bodenseitig in Endstücke mit vier massiven Spikes, die eine definierte Ankopplung an den Boden erlauben – ein Verfahren, das schon bei Lautsprechern für deutlich definierteren Klang sorgt.

Die massiven Spikes des Regalsystems sind höhenverstellbar und sorgen so für den optimalen Stand des Racks.

Leichter Aufbau

So schwer die einzelnen Bestandteile des Blue Horizon PRS sind, so leicht gestaltet sich ihre Regalwerdung: Das Rack lässt sich von Anfang bis Ende ohne jegliches Werkzeug und in wenigen Minuten per Hand verschrauben. Auf vier Stangenenden wird ein Regalboden gesetzt, er besitzt hierfür an seinen Ecken die passende Durchbrüche, durch die nun die Außengewinde dieser Stangen ragen. Auf sie schraubt man jetzt die nächste Stangengeneration – und wenn man bei die oberste Rack-Ebene erreicht hat, setzt man zum krönenden Abschluss statt der Stangen vier Endstücke ein.

Durch die Führung lassen sich Kabel optisch sauber führen und funktional trennen – so vermeidet man eine Einstreuung der Stromkabel auf die Signalkabel.

Optimierung der Optimierung

Diese Endstücke besitzen in der Mitte eine kleine Vertiefung, es ist eine Aufnahme für Spikes. Dadurch kann man das Klangtuning noch eine Klasse steigern: Statt der durchgängigen Rohr-folgt-auf-Rohr-Konstruktion schraubt man nun unter jede Stange ein Spike-Element, wie es schon unter dem untersten Regalboden zu Zuge kommt. Die Spikes lagern dann auf den Abschlusstücken, die nun bei jedem Regalboden auf der Oberseite eingesetzt werden. Durch diese definierte Ankopplung verhindert man ungewollte Schwingungs-Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Rackebenen. Eine andere Optimierung, die als Alternative oder als Ergänzung zu dieser Spike-Lösung funktioniert, ist die Verwendung von Gerätebasen. Sie werden unter jede HiFi-Komponente gestellt und sind an den Untergrund – in diesem Fall also an den Regalboden – über integrierte Spikes angekoppelt. Blue Horizon bietet hierfür die Sanctum an, diese Basis besitzt eine aufwändige, mehrteilige Fußkonstruktion. Hier kooperieren ein elastisches Polymer als Puffer, der Schwingungen in Wärme umwandelt, und ein darauf gelagerter Spitzkegel als Spike. Er wiederum liegt auf einem Teller auf, der verhindert, dass der Spike den Untergrund verkratzt. Solche Basen befördern, was schon das Rack bewirkt: Vibrationen werden kompensiert und kanalisiert, damit sie nicht ihre klangschädigende Kraft entfalten können. Im Gegenzug wird schädliche Energie, etwa durch Erschütterung, vom Gerät ferngehalten. Das zahlt sich insbesondere für mechanisch empfindliche, also mikrofonische Geräte wie den Plattenspieler aus. Die Tuningstufen beim Blue Horizon PRS gehen also von der Grundversion („Good“) über die Variante mit zusätzlichen Einzelbasen („Better“) bis hin zur Version mit Basen und Spikes für jede Ebene („Best“).

Die Möglichkeiten des Blue Horizon PRS im Überblick: Die Böden gibt es in drei verschiedenen Finishes. Zur Klangoptimierung kann man zusätzliche Gerätebasen einsetzen oder eine Spike-Bewehrung nicht nur für den Kontakt zum Untergrund einsetzen, sondern für jede einzelne Rack-Ebene. Die saubere Kabelführung besorgt auf jedem Rackboden ein rückseitiger Ausschnitt samt metallener Führung.

Praktische Detaillösungen

Das Blue Horizon PRS ist nicht nur klanglich optimiert, die Entwickler haben auch ganz praktische Erwägungen einfließen lassen. So besitzt jeder Regalboden auf der hinteren Seite eine Aussparung, damit die Anschlusskabel der Komponenten optisch ordentlich zum Boden geführt werden können, eine aufgeschraubte Metallführung hält die Strippen in Schach – und ermöglicht durch den einen mittleren Steg eine Aufteilung: Zur einen Seite werden die Netzkabel geführt, zu der andern Seite die Audiokabel. Das verhindert ein Übersprechen, also einen elektromagnetischen Einfluss des 230-Volt-Wechselstroms auf das empfindliche Audiosignal. Ein weiteres wichtiges Feature ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Die Spikes sind höhenverstellbar, dadurch werden Unebenheiten des Untergrunds ausgeglichen, das Blue Horizon PRS steht so absolut wackelfrei und waagerecht, was insbesondere für den Betrieb eines Schallplattenspielers eine wichtige Voraussetzung ist. Die Höhenverstellung geht wie der Aufbau des Racks: ohne Werkzeug, durch die griffige Riffel-Fläche ist der Niveauausgleich mit einem Dreh erledigt.

Das Blue Horizon PRS fügt sich als hochwertiges Audiomöbel auch in ein entsprechendes Ambiente ein.

Fazit

Das Blue Horizon PRS bietet sich als Audio-Rack an, wenn man den Klang seiner Anlage optimieren möchte, Wert auf ein optisch attraktives Möbel legt und eine Lösung sucht, die sowohl in der Aufstellung als auch in der Konfiguration flexibel ist. Dafür sorgt der modulare Aufbau des PRS, das Regalsystem bietet mit zwei verschiedenen Bodengrößen und drei differierenden Rohrlängen große Gestaltungsfreiheit. Der Systemgedanke ermöglicht zudem eine Optimierung im mehreren Etappen: Über den Grundausbau hinaus lässt sich das Tuning über Systemkomponenten wie die Spikes für jede Etage oder passende Gerätebasen intensivieren. So oder so: Das Blue Horizon PRS ist eine gute Investition in den Klang.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Preis-/Leistung: angemessen

98 %

96 %

170622.Blue Horizon-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Blue Horizon
PRS
Produktkategorie:Rack, modulares System
Preis:Beispiel: Basisversion "Good" (3 Einzelböden, 2 Sets Stangen, 1 Set Füße): 2.423,00 Euro
Ausführungen:- Natural Bamboo
- Piano White
- Piano Black
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: 0231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen (BTH):- Einzelboden: 30 x 600 x 450 mm
- Doppelboden: 30 x 1140 x 450 mm
- Stangenlängen: 410 mm / 300 mm / 210 mm
Maximale Traglast:min. 100 kg
Empfohlen für:- Zuspieler
- Verstärker
Besonderes:- sehr gute Verarbeitung
- hochwertige Optik
- flexible Konfiguration durch modularen Aufbau
Benotung:
Empfehlung
Preis-/Leistungangemessen

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