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Redakteur

Boxen im Ton der Wohnzimmer-Wandfarbe? Klingt überkandidelt, ist aber ein potenzieller Schritt auf dem Weg zum eigenen Wunsch-Lautsprecher. Inklang macht dies mit seinem Customizing-Konzept möglich: Die Hamburger Manufaktur bietet personalisierte Schallwandler mit einem Portfolios an Wahlmöglichkeiten. Wie die Verwandlung von seriell in individuell funktioniert, haben wir mit der Zwei-Wege-Standbox Inklang 10.3 AdvancedLine erlebt.

Zierliche Säule: Die Inklang 10.3 AdvancedLine liefert großen Klang in kleinen Räumen – und beansprucht dabei wenig Platz.

Von der Stange war gestern: Das 21. Jahrhundert ist das Zeitalter des Individuums, deshalb gehört dem einzelangefertigten Produkt der Erfolg – das ist die These des Unternehmensberater-Gurus Reinhard K. Sprenger. Der Kunde will nicht mehr das eine, immer gleiche Erzeugnis, sondern ein Produkt, das so einzigartig sein soll wie ein Maßanzug – das ist die Erkenntnis von Audi, weshalb der Automobilhersteller das Fließband abschafft hat. Schon heute kommen kaum noch identische Fahrzeuge aus der Fertigung, weil jedes Modell mit einer Vielzahl von Varianten und Ausstattungen angeboten wird. All diese Erkenntnisse hat Thomas Carstensen auf den Lautsprecherbau übertragen. Seine Manufaktur Inklang bietet Boxen, die nach dem Customizing-Prinzip entstehen. Die „AdvancedLine“ der Hamburger besteht aus acht Basismodellen für verschiedene Vorlieben und Raumgrößen. Das Portfolio reicht dabei vom Kompakt-Schallwandler 10.2 und der Regalbox 13.2 über die Standlautsprecher 17.2 und 13.3 bis zum große Räume beschallenden Flaggschiff 17.5. Durch über vierhundert verschiedene Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten entsteht aus dem gewählten Standard-Modell dann ein einzigartiger Lautsprecher. Er wird erst auf Bestellung und nach den Wunschvorstellungen des Kunden gebaut. Doch woher wissen wir, was wir wollen?

Inklangs optisches Markenzeichen ist die umlaufende Fase. Diese markante Abschrägung der Korpusränder prägt auch das Erscheinungsbild der 10.3.

Beratung vor Ort oder Konfiguration im Web

Der Weg zum Wusch-Wandler kann über Hamburg führen. Im stilwerk am Hafen der Hansestadt unterhält Inklang einen Showroom, nach Absprache wird man hier bei einem unverbindlichen Hörtermin und nach persönlicher Beratung durch Thomas Carstensen die passende Box finden. Der Firmenchef steht aber auch per Live-Chat parat, wenn man auf der Homepage des Herstellers ist und eine direkte Online-Beratung wünscht. Wer die Internet-Präsenz von Inklang aufgesucht hat, findet hier aber auch ein Klasse-Tool: den sogenannten „Konfigurator“. Mit ihm kann man die optimale Box ermitteln und alle Ausstattungsoptionen ausprobieren. Durch eine rotierende 360-Grad-Abbildung hat man seine aktuelle Auswahl dabei stets von allen Seiten im Blick. Die Konfiguration läuft dabei nach einem planvollen Schritt-für-Schritt-Verfahren ab. Hier kommen auch Laien locker zum Ziel, denn die Gehäusemaße, das Design und die Chassis sind nicht veränderbar – der grundsätzliche Inklang-Charakter bleibt also optisch und akustisch stets gewahrt. Weil’s so leicht ist, fangen wir gleich mal an.

Mit dem Konfigurator auf der Inklang-Homepage gelangt man leicht zum Wunsch-Wandler – und hat alle Zeit der Welt, die vielfältigen Möglichkeiten auszuprobieren und anzugucken.

Customizing per Konfigurator

Zuerst suchen wir uns unser grundlegendes Modell aus. Die acht Lautsprecher der AdvancedLine sind in Größe und Chassis-Bestückung verschieden, sie decken also alle Anwendungsfälle ab. Im Design jedoch sind sie sofort als enge Verwandte erkennbar. Das liegt vor allem an der umlaufenden Fase: Sie sorgt bei allen Boxen für einen eleganten Übergang der Korpusflächen und ist das markante Markenzeichen von Inklang. Ansonsten herrscht hanseatische Zurückhaltung: Stimmige Proportionen, gut gesetzte optische Akzente, dazu eine hochwertige Material- und Oberflächenbeschaffenheit – das sorgt in Summe für das beabsichtigte zeitlose Understatement, welches das Design der AdvancedLine ausmacht. Aber welche dieser Boxen ist nun zu uns die Richtige? Das finden wir mit dem Konfigurator raus. Er bietet uns gleich zu Beginn drei wichtige Kriterien zum Klicken an. Wir geben bei der Raumgröße 20, 35, 50 oder 70 Quadratmeter als Maximalgröße ein. Wir wählen bei dem Aufstellungsort zwischen freistehend, Regal, Sideboard, Standfuß oder wandmontiert. Wir geben schließlich die Mindestleistung unseres verwendeten Verstärkers an, zur Wahl stehen 20, 30, 40 oder 50 Watt aufwärts. Mit jeder dieser Einstellungen führt uns Konfigurator zielgenauer zu einem passenden Modell.

Die Inklang 10.3 ist die schmalste Standbox der AdvancedLine, die Sockelplatte ist deshalb ein Muss für den sicheren Stand der Box.

Mit bester Empfehlung: Inklang 10.3 AdvancedLine

Mit unseren Angaben wird uns unter anderem die Inklang 10.3 AdvancedLine vorgeschlagen – prima, denn diesen kleinsten Standlautsprecher der Hamburger Manufaktur haben wir noch nicht im Test gehabt. Mit einem Meter Höhe, einer Breite von 14 Zentimetern und einer Tiefe von 24 Zentimetern ist diese Zwei-Wege-Box eine überaus zierliche Klangsäule. Sie ist deshalb ideal für kleinere und mittelgroße Räume bis 35 Quadratmeter, in denen womöglich wenig Standfläche zur Verfügung steht. 23 mal 24 Zentimeter sollten es schon sein, das ist nämlich die Fläche, die der Sockel der Box in Anspruch nimmt. Er verleiht der 10.3 die nötige Standfestigkeit und unterbindet durch seinen Sandwich-Aufbau die Schallübertragung auf oder vom Fußboden. Durch die Schlankheit der 10.3 ist auch die Schallwand, also die Vorderseite mit den Chassis, sehr schmal. Das begünstigt das Rundstrahlverhalten der Box, der Schall kann sich also gut kreisförmig um die Box ausbreiten, das kommt der Räumlichkeit der Wiedergabe zugute, die Abbildung hat mehr Tiefe. Soweit der Einfluss der Schallwand, nun zum Wirken der aufmontierten Schallwandler.

Erstklassiges Terminal: Das Anschlussfeld besteht aus Aluminium, die massiven Klemmen sind vergoldeten. Sie eignen sich für Kabelschuhe, Bananenstecker und blanken Draht.

Drei Speaker für zwei Wege

Die Inklang 10.3 AdvancedLine ist eine Zwei-Wege-Box mit drei Chassis, die Speaker sind in der sogenannten D’Appolito-Anordnung positioniert: Ein Hochtöner wird von zwei parallel arbeitenden Tiefmitteltönern vertikal eingefasst. Durch diese Anordnung werden die nach oben und unten abgestrahlten Schallanteile deutlich reduziert. Dies wiederum vermindert Schallreflexionen über die Decke und den Fußboden, und das zeitigt zumeist eine bessere räumliche Auflösung. Die Bündelung bewirkt aber auch, dass Stimmen oder Soloinstrumente etwas hervorgehoben werden. Die Lautsprecher stammen von dem renommierten norwegischen Hersteller SEAS. Das ist ebenso eine Inklang-Konstante wie der Einsatz eines 29-Millimeter-Tweeters als Hochtöner. Geschützt von einem Wabengitter arbeitet hier eine Kalotte aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung. Sie besitzt bei kleinem Gewicht eine große Steifigkeit und ermöglicht dadurch eine exakte und schnelle Membranbewegung. Das ist die Voraussetzung für einen klaren, präzisen Hochton.

Auch eine Inklang-Konstante: Der Hochtöner aller AdvancedLine-Modelle ist stets eine 29-Millimeter-Kalotte. Zum Schutz der empfindlichen Aluminium-Magnesium-Membran sitzt der Hochtöner hinter Gittern.

Tiefton-Team

Ab etwa 2.800 Hertz übernehmen dann die beiden gleichberechtigten Mitteltieftöner. Die Aluminium-Membranen der kleinen Woofer durchmessen gerade mal 12 Zentimeter – und sollen trotzdem ein Bass bis nominell 50 Hertz liefern. Möglich macht es eine Kombination mehrerer Kniffe: Zum Ersten wird durch die partnerschaftliche Arbeit der beiden Chassis die Membranfläche verdoppelt. Zum Zweiten kommen hier Langhub-Tieftöner zum Zug. Bei diesen Lautsprechern kann sich die Schwingspule im Magnetfeld über eine größere Strecke hin- und herbewegen – und damit kann sich auch die Membran weiter als üblich auslenken. Mit diesem längeren Hub erzielt der Lautsprecher einen größeren Schalldruck. Die weitere Auslenkung erzeugt aber auch mehr Temperatur. Deshalb sorgt eine kegelförmige „Nase“, der sogenannte Phase-Plug, im Zentrum der Membran für die effektive Ableitung der Wärme. Zum Dritten besitzt die Inklang 10.3 AdvancedLine auf ihrer Rückseite einen Schlitz. Das ist die Bassreflexöffnung, über sie findet ein Luftaustausch zwischen dem Gehäuseinneren und und der äußeren Umgebung statt. Durch dieses Bassreflex-Prinzip lässt sich die Tiefton-Abstimmung der Box verändern. Gerade bei kleineren und volumenarmen Boxen wie der gerade mal acht Liter fassenden 10.3 erzielt man so einen Zugewinn im Bassbereich. So weit, so vorgegeben – was kann der Kunde denn nun auswählen?

Eines der beiden Mitteltiefton-Chassis der Inklang 10.3 AdvancedLine. Die Membran besteht aus leichtem, verwindungssteifem Aluminium. Der schwingende Konus beherbergt in seiner Mitte einen markante Phase-Plug, er sorgt für die Ableitung der entstehenden Wärme.

Wie hätten Sie’s denn gern?

Die Personalisierung des gewählten Grundmodells beginnt bei der Farbe. Inklang bietet hier zuallererst sieben „Trendfarben“ von Schneeweiß bis Schlammbraun, darüber hinaus drei „Akzentfarben“: Wer seine Box in Violett, Petrol oder Senf lackieren lässt, macht aus dem Hinhörer auch einen exponierten Hingucker. Es geht aber auch ganz individuell: Inklang offeriert eine persönliche Privatlackierung – entweder aus dem kompletten Farbspektrum des Natural Color System (NCS) oder aus der Farbenwelt von Farrow & Ball. Wer sein Habitat in den Kolorierungen dieses englischen Nobel-Herstellers gestrichen hat, kann bei Inklang also die exakt passende Lackierung der Boxen vornehmen lassen – oder einen stimmigen Kontrast wählen. Wir entscheiden uns diesmal für eine dezente Lackierung und wählen aus den Trendfarben das warme „Wollweiß“. Die optische Anmutung ist damit klar. Nun geht es um die mögliche akustische Verfeinerung: Wir können statt der Standard-Frequenzweiche gegen Aufpreis eine höherwertige Frequenzweiche einbauen lassen. Durch dieses „ReferenzUpgrade“ erreicht die Box eine klangliche Niveausteigerung. Lohnt sich dieses Upgrade? Wer unsicher ist, klickt im Konfigurator auf den „Online-Berater“-Knopf. Dann ploppt ein Fenster auf, hier werden nun etliche gängige Anwendungsszenarien durchgespielt – mit verschiedenen Quellen und Formaten von der LP bis zum Spotifiy-Streaming oder verschiedenen Komponentenqualitäten von der Einsteiger-Elektronik bis hin zu Premium-Komponenten. So kann man sich gut orientieren, ob das Weichen-Upgrade Sinn ergibt. Wir gönnen uns das Klang-Plus und gehen nun zum finalen Schritt: Unter „Exterieur/Zubehör“ entscheiden wir, ob der metallene Unterbau der Sockelplatte silber oder schwarz eloxiert sein soll. Die gleiche Farbauswahl treffen wird dann bei den höhenverstellbaren Standfüßen. Sie sind außergewöhnlich gestaltet: Ihr Design ist an die gerändelte Krone eines Chronografen angelehnt. Wer seine Boxen lieber auf Spikes stellt, die einer Box oft zu einem definierteren Bass verhelfen, wählt diese aufpreispflichtige Art der Boxdenlagerung. Optisch fällt der Unterschied kaum auf, da die clever konstruierten Spikes samt Bodenaufnahmen in der Rändeloptik der Standfüße gehalten sind. Abschließend können wir noch Lautsprecherabdeckungen zum Schutz der Mitteltieftöner hinzubestellen. Damit haben wir unseren Wunsch-Wandler vollendet.

Außergewöhnlich bis zum Boden: Die Standfüße in Rändeloptik sind eine Eigenentwicklung von Inklang.

Maximal-Personalisierung: „Die habe ich gebaut“

Wer es nun noch persönlicher möchte, lässt sich seinen Namen in das rückseitige Anschlussterminal des Lautsprechers lasern. Das Maximum an Verbundenheit bietet natürlich der Selbstbau der Box – und auch diesen Wunschtraum wohl jedes HiFi-Enthusiasten kann Inklang erfüllen: Gegen einen Aufpreis von 199 Euro legt man in der Hamburger Manufaktur unter fachkundiger Anleitung bei der Fertigung des eigenen Lautsprechers selbst Hand an – und kann nachher stolz sagen: „Die habe ich gebaut“.

Höchst persönlich: Die „Private Manufaktur-Montage“ bietet die Möglichkeit, in der Hamburger Werkstatt an der Fertigung des eigenen Lautsprechers mitzuwirken – und auf die gelungene Vollendung mit einem Glas Champagner anzustoßen.

Aufbau und Aufstellung: alles easy

Da jede individuelle Box erst auf Bestellung gefertigt wird, dauert es etwa vier bis sechs Wochen, bis unser Lautsprecher fertig ist und bei uns eintrifft. Der nun folgende Aufbau und die Aufstellung sind schnell erledigt. Die Boxen werden schon mit montierten Sockelplatten geliefert. Wir müssen also nur noch die Füße einschrauben und die Boxen gegenüber unseres Sofas positionieren. Rund zwanzig Zentimeter Abstand zu den Wänden ist vorteilhaft, weil so Überbetonungen von Bässen und Schallreflexionen vermieden werden. Was beim Aufstellen auffällt: Die Boxen nehmen durch ihre Zierlichkeit und den kleinen Sockel wirklich wenig Platz in Anspruch. Geringere Maße dürfte der Sockel mit Blick auf die Kippelfestigkeit aber auch keinesfalls haben. Durch die höhenverstellbare Füße ist die Standfestigkeit jedoch jederzeit gewahrt. Mit der Standard-Aufstellung, bei der die Boxen und der Hörer ein gleichschenkliges Dreieck bilden, fahren wir bei der Inklang 10.3 AdvancedLine bestens. Wir winkeln nun noch die Boxen etwas zum Hörplatz hin ein – fertig. Die 10.3 belegt abermals, was wir bereits bei den anderen von uns getesteten Inklang-Boxen festgestellt haben: So leicht wie das Customizing geht auch das Handling der Box.

Das Terminal vor dem Einbau. Die vier Anschlüsse ermöglichen Bi-Wiring und Bi-Amping. Jede Klemme besitzt eine freilaufende Andruckscheibe, die verhindert, dass die feinen Drähtchen des Boxenkabels mechanisch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Inklang AdvanceLine 10.3 in der Praxis

Zum Spaß beginnen wir den Hörtest mal mit einem Fehler. Für die Ausrichtung der Boxen haben wir Musik mit Gesang gewählt, „Headlights“ von Tokunbo Akinro. Mit einem solchen Track kann man gut die Stimmigkeit der räumlichen Abildung sowie der Größenverhältnisse feststellen und gegebenenfalls die Boxenaufstellung optimieren. Bei der Inklang 10.3 AdvancedLine gab es schon nach der ersten Pi-mal-Daumen-Aufstellung nur noch wenig zu korrigieren: Die deutsch-nigerianische Soul-, Jazz- und Pop-Sängerin stand schon ziemlich genau in der Mitte. Das hat unseren Spieltrieb geweckt: Wir haben bewusst die erreichte optimale Aufstellung vermurkst, indem wir eine Box immer weiter ausgewinkelt haben. Es ist verblüffend, bis zu welchem Grad der Falschaufstellung die Inklang 10.3 AdvancedLine bravourös die Sängerin in der Mitte hält und außerdem noch eine Dreidimensionalität zaubert. Das hat uns schwer beeindruckt! Noch imponierender ist die Abbildung bei optimaler Aufstellung. Inklang hat hier nicht zuviel versprochen: Die 10.3 wird als Schallwandler beworben, der Stimmen oder Soloinstrumente etwas weiter vorn auf die Bühne stellt – und ja: Tokunbo Akinro hat nun eine atemberaubende Präsenz. Die ehemalige Frontfrau von TokTokTok, die nun Singer-Songwriter-Musik mit Folkpop-Appeal macht, steht mit ihrer vollen, warmen und ruhigen Stimme in unserem im Hörraum, als gäbe sie hier ein Privatkonzert. Wir hören jede kleine Nuance ihres Stimmenspiels, das sanfte Aushauchen von Vokalen am Ende einer Gesangsphrase, das leise Lufteinziehen vor dem nächsten Vokaleinsatz, die fast unmerklichen Reiblaute der Stimmbänder bei Wortanfängen – all das arbeitet die Inklang 10.3 AdvancedLine exzellent heraus. Auch die links von der Sängerin positionierte Akustikgitarre besitzt eine wunderbare Körperhaftigkeit, wir hören die harte, brillante Stahlhaftigkeit der metallenen Diskantsaiten, die Rutschgeräusche, wenn der BAP-Gitarrist Ulrich Rode seine linke Hand über das Griffbrett gleiten lässt, ja, selbst kleinste Umgreifgeräusche, wenn seine Finger von einem Akkordgriff zum nächsten übergehen. Die Inklang 10.3 AdvancedLine produziert aber keine akustischen Einzellerlebnisse, Gesang und Gitarre sind harmonisch in das Gesamtgefüge eingepasst. Dazu gehören auch die perfekt inszenierten Perkussion-Schläge, die vom Produzenten schön links und rechts verteilt und mit einem herrlichen Hall und Echo versehen wurden – dieses über uns stattfindende und dann in weite Ferne entschwindenden Perkussion-Ping Pong ist ein echter Leckerbissen. Hier zeigt sich exponiert, dass die Abbildung der Inklang 10.3 AdvancedLine weit über die Aufstellungsbreite der Boxen hinausgeht und die Schallwandler dabei akustisch absolut unsichtbar geworden sind. So muss es sein.

Der Inklang-Showroom in Hamburg: Hier bietet Thomas Carstensen eine persönlich Beratung an und führt bei einem Hörtermin die verschiedenen Modelle der AdvancedLine vor.

Die Tiefe der Abbildung erfahren wir auch durch das Schlagzeug. Es startet leise im Hintergrund mit einen Marschrhythmus, dabei ist das Rasseln des Snare-Teppichs ungemein plastisch. Da haben wir von anderen Boxen eher ein amorphes Rauschen geliefert bekommen. Dann setzt Drummer Matthis Meusel mit seinem ganzen Kit ein – und die 10.3. präsentiert uns ein präzises, druckvolles Schlagzeug mit sattem Snare-Punch und einer definierten Bassdrum. Die Definition setzt sich beim Bass fort: Der Viersaiter klingt eher knackig als wuchtig. Einen mächtigen Tiefton kann man von einer derart filigranen Box natürlich nicht erwarten, aber die Inklang 10.3 AdvancedLine bietet, gemessen an ihrem Volumen, eine überraschende Bassfülle. Die beweist sie auch bei „I’m Not Giving In“ von Thorbjørn Risager & The Black Tornado. Die treibende Bluesrock-Nummer der Acht-Mann-Combo beginnt mit einem AC/DC-lastigem Gitarrenriff, die amtliche Axt hat genau die richtige Räudigkeit und den Dreck, den man von einer gut angezerrten Hard Rock-Gitarre hören will. Dann massiert uns Drummer Martin Seidelin mit den fetten Viertelschlägen seiner Bassdrum den Magen. Der Mann tritt gnadenlos auf sein Pedal, diese Schläge betont Søren Bøjgaard mit stoischen gezupften Basstönen – respekt, wie voluminös die Inklang 10.3 AdvancedLine diese Rhythmussektion wiedergibt. Dabei bleibt sie selbst bei hoher Lautstärke kontrolliert, gerät also nie ins undefinierte Pumpen. Auch das hätten wir dieser zarten Säule nicht zugetraut. Sie meistert mit Bravour den Kraftakt, die besetzungsstarke Band präzise und transparent auf die imaginäre Bühne zu stellen. Wir können trotz der Vielzahl an Instrumenten vom Keyboard bis zur Trompete, zu denen dann noch Front- und Backgroundgesänge hinzutreten, jeden einzelnen Musiker mühelos aus dem kompakten Sound der Band heraushören und präzise verorten. Klar: Für brachiale Beschallung ist diese Box nicht gedacht, aber wir erreichen beim Hörtest mittlerweile satteste Pegel, und die Inklang 10.3 AdvancedLine spielt immer noch souverän und anstrengungsfrei. Diese Box muss man wirklich nicht schonen – und so sorgt sie laut und leise für entspannten Hörspaß.

Die Inklang 10.3 AdvancedLine passt mit ihrem zeitlos-zurückgenommenen Design und durch die riesige Farbauswahl in jedes Wohnzimmer.

Fazit

Die Inklang 10.3 AdvancedLine soll bei kleinstem Platzangebot audiophil begeistern – und das gelingt der grazilen, gerade mal ein Meter hohen Zwei-Wege-Box sehr gut. Sie liefert den für Inklang typischen, klaren, transparenten und straffen Klang, dabei besitzt dieser Schallwandler auch Dank seiner Bassreflex-Abstimmung ein für seine Größe erstaunliches Bassvermögen. Die Inklang 10.3 AdvancedLine bietet dem musikalischen Geschehen eine große Bühne, die weit über die aufgestellten Box hinausreicht und dabei eine schöne Tiefe hat. Die 10.3 stellt hier insbesondere Stimmen und Solinstrumente beeindruckend ins Rampenlicht, dabei hält sie aber das musikalische Ganze souverän zusammen. Das gelingt ihr bis zu hohen Pegeln. Zu den akustischen Vorzügen kommt, wie bei allen Inklang-Boxen, die Möglichkeit, den Schallwandler nach eigenen Wünschen zu konfigurieren. Damit bietet die Inklang 10.3 AdvancedLine einen maßgeschneiderten Musikgenuss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut

90 %

94 %

85 %

181009.Inklang 10.3-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Inklang
10.3 AdvancedLine
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:ab 1.449,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- 7 Trendfarben
- 3 Akzentfarben (Aufpreis: 29,90 € / Box),
- individuelle NCS-Farbe bzw. individuelle Privatlackierung aus der Farrow & Ball-Farbwelt (Aufpreis: 79,90 € / Box)
- Sockelplatte silber oder schwarz eloxiert
- optional: Referenz-Frequenzweiche (Aufpreis: 144,90 € / Box)
- optional: Spikes silber oder schwarz eloxiert statt Standfüße (Aufpreis: 19,90 € / Box)
Vertrieb:Inklang, Hamburg
Tel.: 0800 / 7242388
www.inklang.de
Abmessungen (HBT):1026 x 142 (230 mit Sockel) x 242 mm
Gewicht:18 kg / Stück
Bauart:2-Wege, Bassreflex
Impedanz:4 Ohm
Hochtöner:1 x 29 mm (Aluminium-Magnesium-Membran)
Mitteltieftöner:2 x 120 mm (Aluminium-Membran, Phase Plug)
Frequenzbereich:50 Hz - 25 kHz (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenz:2.800 Hertz
Empfohlene Raumgröße:bis 35 qm
Lieferumfang:- Inklang 10.3 AdvancedLine
- Sockelplatte
- Standfüße
- Handschuhe
- Bedienungsanleitung
Optionales Zubehör:- Spikes inkl. Bodenaufnahme in Rändeloptik (19,90 € / Box)
- Design Lautsprecherabdeckung (34,90 € / Box)
Besonderes:- Customizing-Prinzip: Boxen sind individuell konfigurierbar
- sehr gute Verarbeitung
- ausgezeichnete Dynamik und Auflösung
- D'Appolito-Anordnung der Lautsprecher
- optional: höherwertige Frequenzweiche (Aufpreis: 144,90 € / Box)
- kostenloses Lasern des eigenen Namens auf das Anschlussterminal
- optional: private Manufaktur-Montage (eigene Montage der Lautsprecher unter fachkundiger Anleitung)
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut

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