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Redakteur

Ein Projektor wie geschaffen für unterwegs! Richtig gelesen, der handtellergroße ViewSonic M1+ verspricht brillante Bilder und höchste Flexibilität. Und das sogar komplett kabellos, dank WLAN und stundenlangem Akku-Betrieb. Wie sich der kleine Multimedia-Beamer beim Camping schlägt und was das integrierte Soundsystem von Harman/Kardon zu leisten imstande ist, hier erfahren Sie es.

Kontrastreiche Bilder im Camper-Van sogar bei untergehender Sonne. Der ViewSonic M1+ ist bestens für unterwegs geeignet.
Foto: Michael B. Rehders

Es ist Sommer. Ferien und Urlaub stehen bei vielen von uns in den nächsten Tagen und Wochen an. Was liegt da näher, als bei abendlichen, lauschigen Temperaturen einen Film im eigenen Open-Air-Kino mit Freunden zu genießen – im Freien und Abseits des dunklen Heimkinos. Gut eignen sich Campingplätze, Parks, Strände, Wohnmobile und natürlich der eigene Garten. Mehr als eine weiße Fläche – das kann ein Laken oder eine weiße Hauswand sein – ist kaum nötig, um auch hier jede Menge Großbildspaß zu erhalten.
Idealerweise sollte der Projektor dafür leicht, klein und transportabel sein. Um einen ganzen Spielfilm in Überlänge zu erleben oder Live-Sport inklusive Vorberichterstattung, sollte er zudem einen leistungsstarken Akku besitzen. On Location gibt es leider nicht überall einen geeigneten Stromanschluss. Darüber hinaus sollte auch der Ton mehr als nur brauchbar sein, da Filme in guter Soundqualität gleich noch spannender wirken. Wer diese Ansprüche an seinen künftigen Kompaktbeamer stellt, sollte sich mal den ViewSonic M1+ einmal genauer anschauen.

Schöner Blick auf den Hafen und die Elbphilharmonie. Mit dem Camper-Van macht sich das Lite-Magazin-Team auf den Weg, um in Hamburg abseits der Redaktionsräume die Mittsommernacht zu erleben – selbstverständlich adäquat mit einem mobilen LED-Projektor im Gepäck.
Foto: Michael B. Rehders

Perfekt vorbereitet

Im Dezember berichtete ich von meinem Langzeittest des ViewSonic M1. Ein kompakter Projektor, der mich in fast allen Belangen überzeugt hat. Jetzt bringt ViewSonic den Nachfolger heraus, den M1+. Hinter dem „Plus“ verbergen sich tolle zusätzliche Features, zum Beispiel die vollkommen kabellose Nutzung per WLAN und Bluetooth und eine gesteigerte Lichtausbeute. Außerdem unterstützt auch das neue Modell USB-C. Entsprechend ausgestattete Smartphones, Notebooks und Tablets können mit einem einzigen Kabel an den M1+ angeschlossen werden, so dass die Übertragung von Filmen, Sportsendungen und auch Games jederzeit komfortabel erfolgt – nämlich Plug & Play!

Ausgezeichnetes Design und nie mehr Lampenwechsel

Obendrein ist Harman/Kardon auch beim M1+ für den überraschend guten Ton zuständig (siehe Praxistest). Übernommen hat ViewSonic zudem alle bewährten Features des Vorgängers: Dazu gehören der automatische Blanksensor, der für erhöhte Augensicherheit sorgt. Sollte beispielsweise ein Kind plötzlich innerhalb eines Projektionswinkels von 30 Grad auftauchen, schaltet die Lampe sofort ab. Die Reaktionszeit beträgt dafür unter einer Sekunde. Sehr praktisch ist auch der klappbare Metallständer. Er dient zugleich als Objektivschutz, wenn der Projektor ausgeschaltet ist. Es liegt also kein kleines rundes Plastikteil in der Gegend herum, wie es vielfach bei anderen Projektoren durchaus vorkommt. Und da der Fuß/Objektivschutz fest am M1+ verschraubt ist, kann dieser auch nicht abhanden kommen. Der interne 16-Gigabyte-Speicher ist groß genug, um gleich mehrere Folgen der Lieblingsserie zu streamen. Die Lebenszeit der LED-Lampentechnologie beziffert ViewSonic mit bis zu 30.000 Stunden. Bei täglich vierstündiger Nutzung wären das eine zu erwartende Lebensdauer von mehr als 20 Jahren. Damit sollten teure und fummelige Lampenwechsel sicherlich bei diesem Gerät nicht vorkommen. Dazu kommen die ultrakompakten Abmessungen: Der M1+ ist gerade einmal handtellergroß und bringt nur leichte 750 Gramm auf die Waage. Für unterwegs ist er also wie geschaffen, nicht zuletzt weil er nur ganz wenig Platz im Koffer oder Wohnmobil in Anspruch nimmt. Für den Transport hat sich letztendlich die zum Lieferumfang gehörige, schicke graue gewebte Tasche bewährt. Dieses überaus durchdachte Design wurde 2018 nicht ohne Grund mit dem IF DESIGN AWARD ausgezeichnet.

Zum Lieferumfang gehören die schöne graue Transporttasche, die den M1+ auf Reisen schützt, sowie eine handliche Fernbedienung.
Foto: Michael B. Rehders

Natürliche Farben und guter Kontrast

Der ViewSonic M1+ bietet eine Auflösung von 854 x 480 Pixel. Maximalhelligkeit und Kontrast konnten gegenüber den an sich schon guten Werten des Vorgängermodells nochmal sichtbar gesteigert werden. Die Lichtausbeute beträgt nun 300 Lumen (anstatt 250). Werte, die beide Projektoren tatsächlich auch erreichen; allerdings mit suboptimaler Farbdarstellung in Richtung Grün. Mit natürlicher Farbreproduktion im Bildmodus „Standard“ erreicht der kleine M1 aber noch immer beachtliche 250 Lumen. Kalibriert ist das eine 66-prozentige Steigerung gegenüber dem Vorgänger-Gerät (150 Lumen). Dafür gibt es dann gleich ein paar Extrapunkte. Der erwähnte Lichtstrom reicht übrigens aus, um Leinwände bis 1,70 Meter strahlend hell auszuleuchten. Für große Kinoräume mag diese Bildbreite zweifelsfrei recht klein erscheinen, unterwegs gelten allerdings andere Maßstäbe. Unsere 16:9-Demoleinwand ist gerade einmal 100 Zentimeter breit und passt optimal in den Camper-Van. Größer dürfte sie aus Platzgründen auch gar nicht sein, zumal der Sitzabstand ebenfalls deutlich geringer ist als in einem großen Heimkinoraum. Mehr als ein bis zwei Meter beträgt mein Sitzabstand im Test nie.
Der Kontrast fällt in diesem Preissegment mit 450:1 (On/Off) und 220:1 (ANSI) hervorragend aus. Demzufolge ist auch Schwarz mit 0,55 Lumen angenehm dunkel. Die Farbtemperatur beträgt rund 8000 Kelvin (D65), was ich für die Outdoor-Projektion als absolut brauchbar erachte.
Am Ende erreicht die Lichtausbeute auf meiner Test-Leinwand satte 41 Footlambert. Und das ist immerhin mehr als doppelt so hell wie der Wert, den THX für professionelle Kinos im Mittel vorgibt. Kurz: Das Bild erscheint aus jedem Blickwinkel überaus hell, farbenprächtig und kontrastreich.

Selbst bei Tageslicht draußen und voller Ambient-Beleuchtung im rudimentär verdunkelten Wohnmobil gelingt es dem ViewSonic M1+, ein kontrastreiches Bild auf die Leinwand zu feuern.
Foto: Michael B. Rehders

Kabellose Bildübertagung zum ViewSonic M1

Wie eingangs bereits erwähnt, ist der ViewSonic M1+ auch WLAN-fähig. Das bedeutet, dass er ohne Schwierigkeiten in klassische DHCP-Netzwerke eingebunden werden kann, um mit Filmen, Fotos und TV-Sendungen versorgt zu werden. Zu Hause finde ich das überaus praktisch, weil ohnehin alle Notebooks, Smartphones und Tablets mit dem Netzwerk verbunden sind. Aber auch unterwegs macht es ViewSonic dem Nutzer ebenfalls ganz einfach: Hier fungiert dann das Smartphone als Hotspot. Der Projektor nutzt also mein iPhone, um seine Audio- und Videosignale via Wireless-LAN zu erhalten. Die Anmeldung funktioniert exakt so, wie auch bei einem Notebook:
– Netzwerk auswählen (in meinem Fall das „iPhoneHR2“)
– Passwort am Projektor eingeben
– Fertig!

Der ViewSonic M1+ erkennt alle verfügbaren Netzwerke zuverlässig. Die Verifizierung gelingt umgehend nach der Passworteingabe.
Foto: Michael B. Rehders

USB-C – Das Smartphone wird zum Player

Noch einfacher gelingt die Wiedergabe, wenn das Notebook, Tablet oder Smartphone direkt via USB-C-Kabel mit dem ViewSonic M1+ verbunden sind. Jetzt projiziert der kleine LED-Beamer alles, was auf dem Display meines Mobilgerätes zu sehen ist. Ich logge mich also kurz bei Amazon Video ein und starte meine Lieblingsserie. Der M1+ projiziert diese nun auf meine 100-Zentimeter-Leinwand.
Übrigens: Sollte ein Zuspieler USB-C nicht unterstützen, ist das auch kein Problem. Hier genügt ein USB/HDMI-Adapter, um das Smartphone mit dem Beamer zu verbinden. Auch über diesen Weg funktioniert die Bild/Tonübertragung hervorragend. Hier muss überhaupt nichts eingestellt werden. Der Filmspaß kann sofort beginnen.

Wird der ViewSonic M1+ via USB-C-Kabel (oder HDMI-Kabel) mit dem iPhone verbunden, projiziert der Beamer alles, was auf dem Display des Smartphones zu sehen ist. Leichter und komfortabler geht es kaum.
Foto: Michael B. Rehders

Satter Ton von Harman/Kardon

Gleich zwei Lautsprecher mit jeweils drei Watt Leistung hat Harman/Kardon im M1+ untergebracht. Obendrein erlauben es diverse Toneinstellungen im Projektor, den Klang nach dem persönlichem Geschmack einzustellen. Sicherlich reichen zweimal Drei-Watt nicht aus, um große Standlautsprecher zu ersetzen. Um aber im den Wohnmobil oder draußen vor der Leinwand sitzenden Gästen einen guten, verständlichen Klang zu präsentieren, reichen die integrierten Lautsprecher allemal aus. Als der Film „Bohemian Rhapsody“ mit der Fox-Fanfare startet, verschlägt es mir für einen Moment die Sprache. Den Camper beschallt der ViewSonic M1+ überraschenderweise in Zimmerlautstärke, obwohl der Pegelregler noch reichliche Reserven nach oben bietet. Höhen klingen glasklar, Mitten sind bestens durchgezeichnet und sogar so etwas wie Bass ist zu hören und sorgt für ein sattes Fundament. Die Bassdrum drückt ordentlich Energie in den Raum und Freddies Stimme besitzt auch hier die bekannte Charakteristik. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das nicht so gut erwartet. Was sonst noch auffällt: Mit 26 Dezibeln ist der ViewSonic überaus leise, so dass er selbst in ruhigeren Szenen kaum zu hören ist.

Das On-Screen-Menü ist wie beim M1 auch im Plus-Modell sehr übersichtlich strukturiert. Es gibt diverse Einstellmöglichkeiten, um die Bild- und Tonausgabe an die eigenen Vorlieben anzupassen.
Foto: Michael B. Rehders

Großes Open-Air-Kino auf dem Camper-Van

Als nächstes baue ich den Projektor draußen auf, direkt auf einem kleinen Tisch vor dem Wohnmobil. Die Leinwand befestige ich ganz pragmatisch mit Klebeband an die Scheibe der Schiebetür. In Sekundenschnelle ist dann auch der M1+ ausgerichtet. Die automatische Trapezkorrektur sorgt für ein geometrisch-korrektes Bild. Dank seiner 41 Footlambert überstrahlt der kleine LED-Beamer sogar das Restlicht der untergehenden Sonne. Ich setze mich auf einen Stuhl und starte den Film erneut. Meine Kollegen öffnen derweil die Getränkeflaschen. Die Schärfe ist ordentlich und die Auflösung absolut ausreichend für diese Bildbreite. Während die Kamera ins Wembleystadion schwenkt, kommt Queen auf die Bühne. Einzelne Zuschauer werden klar und deutlich abgebildet. Die Scheinwerfer leuchten farbenfroh. Freddie setzt sich ans Klavier und haut in die Tasten. Selbst unter freien Himmel beeindruckt der Sound des M1. Schnelle Tastenanschläge, markante Stimmen und der typische Klang der E-Gitarren machen richtig viel Spaß. Lange dauert es nicht, bis weitere Zuschauer eintreffen, angelockt vom strahlend hellen Bild und dem mitreißenden Ton. Schnell ist ein Grill aufgebaut und ein paar Steaks liegen auf dem Feuer.

Obwohl es noch immer nicht stockdunkel ist, projiziert der ViewSonic M1+ ein erfreulich helles und kontrastreiches Bild auf die 100-Zentimeter breite Leinwand, die auf die Seitenscheibe des Campers montiert ist.
Foto: Michael B. Rehders

„Das ist ja gar kein Fernseher“, sagt eine Besucherin, als ich die Schiebetür des Campers öffne, um noch ein paar Kaltgetränke herauszuholen. Erst jetzt erkennt sie den kleinen Projektor, der neben der Öllampe auf dem Tisch steht. „Der nimmt ja viel weniger Platz ein, als unser Fernseher!“ – Recht hat sie. Der ViewSonic M1+ ist so klein, leicht und handlich, dass er problemlos in einer Schublade verstaut werden kann, während ein TV-Gerät im Wohnmobil im Vergleich dazu relativ viel Platz einnimmt.
Zum Abschluss lasse ich noch einige meiner Fotoaufnahmen als Diashow durchlaufen, bevor der ViewSonic M1+ Abends noch als Bluetooth-Lautsprecher, der vom Smartphone zugespielte Musikstücke mit sattem Grundton wiedergibt, fungiert. In diesem Modus schaltet er dann übrigens alle LEDs aus, um Energie einzusparen.
Apropos LED: Die Akkus sind erstaunlich leistungsstark. Satte vier Stunden läuft unser Testgerät im hohen LED-Lampen-Modus. Im Eco-Modus werden es dann sogar bis zu sieben Stunden. Ein Blockbuster in Überlänge oder ein langer Fußballabend mit Verlängerung, Elfmeterschießen und Nachberichterstattung können mit dem M1+ also vollständig genossen werden, ohne dass der ViewSonic ans Stromnetz angeschlossen werden muss. Bravo!

Auf der Rückseite des ViewSonic M1 befinden sich sämtliche Bedientasten. Dazu gehören der Ein/Ausschalter und zwei Druckknöpfe für die Lautstärkeregelung, falls die Fernbedienung mal nicht zur Hand sein sollte.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Der ViewSonic M1+ ist wie geschaffen für unterwegs. Der handtellergroße LED-Projektor erzeugt brillante Bilder bis 170 Zentimetern Breite – und das sogar komplett kabellos, dank WLAN und stundenlangem Akku-Betrieb. Das integrierte Harman/Kardon-Soundsystem überzeugt durch einen überraschend erwachsenen Ton. Dank kompakter Bauweise, geringem Gewicht und herausragendem Design kommen Cineasten, die einen portablen LED-Beamer suchen, der für Camping, Strand und spontane Open-Air-Filmabende gleichermaßen gut geeignet ist, am ViewSonic M1+ kaum vorbei.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 69/70
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

68

70

70

190701.ViewSonic-Testsiegel

Technische Daten

Modell:ViewSonic
M1+
Produktkategorie:Projektor (mobil)
Preis:369,00 Euro
Garantie:2 Jahre (Projektor)
1 Jahr oder 1000h (Lampe)
Ausführungen:- Silber
- Schwarz
Vertrieb:ViewSonic Technology, Dorsten
Tel.: 02362 9544 805
www.viewsoniceurope.de
Abmessungen (HBT):40 x 146 x 126 mm
Gewicht:0,75 Kg
Technik:1-Chip DLP
Helligkeit:250 Lumen (nach Kalibrierung)
Kontrast (On/Off):
Kontrast (ANSI):
- 450:1 (nach Kalibrierung)
- 220:1 (nach Kalibrierung)
Schwarzwert:- 0,55 Lumen (nach Kalibrierung)
Bildauflösung:854 x 480 Pixel
Lens-Shift:nein
3D-Wiedergabe:nein
3D-Transmitter:nein
2 Meter Bildbreite:ab 2,20 Meter Abstand
Anschlüsse:Eingänge:
1 x HDMI
2 x USB (1 x USB-C)
1 x SD Card
16 GB interner Speicher

Ausgänge:
1 x Audio 3,5 mm
1 x Lautsprecher 3 W Cube x 2
1 x USB Type A (Power 5V/1A)
Lieferumfang:- ViewSonic M1
- Netzkabel
- Fernbedienung
- Batterien
- Kurzbeschreibung
Besonders:+ LED-Lampentechnik bis 30.000 Std. Lebensdauer
+ WLAN
+ 16 GB interner Speicher
+ klein, leicht, leise und mobil
+ Design
+ lange Akkulaufzeit (7 Std.)
- abgespecktes Farbmanagement
Benotung:
Bildqualität (50%):68/70
Praxis (25%):70/70
Ausstattung (25%):70/70
Gesamtnote:69/70
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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