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Die Sonoro Orchestra bringt alles mit, was man sich von einem Regallautsprecher für den Einsatz in modern eingerichteten Wohnumgebungen wünschen kann. Die Verarbeitung ist erstklassig, die Ausstattung imposant und das Design elegant und zeitlos. Klanglich gehört sie zu den besten Kompaktschallwandlern, die wir in der Unter-1000-Euro-Klasse bislang im Hörraum hatten.

Die Sonoro Orchestra ist kompakt gehalten und speziell für den EInsatz in kleineren Wohnumgebungen entwickelt.

Wer den Namen Sonoro bislang ausschließlich mit kompakten Klanglösungen verband, liegt nicht ganz richtig. Die Marke aus dem Rheinland ist nämlich durchaus in der Lage auch „erwachsene“, audiofidele HiFi-Bausteine zu entwickeln, wie wir in unserem Test des Streaming/CD-Verstärkers Maestro erleben durften. Spätestens mit diesem randvoll ausgestatteten 43-Zentimeter-Amp verdiente sich Sonoro die ersten Meriten als ernstzunehmende HiFi-Marke. Mit dem kürzlich vorgestellten Zwei-Wege-Regallautsprecher namens Orchestra wollen die Neusser ihren Anspruch in diesem Bereich nun nochmals unterstreichen. Und zwar ohne dabei die eigene Philosophie zu vernachlässigen: Sonoro-Produkte müssen optisch ansprechen, sich für einen bestimmten Einsatzzweck prädestinieren, einfach zu bedienen sein und erstklassig klingen!
Grund genug, die sonoro-typisch erstklassig verarbeiteten und hübsch gestylten Schallwandler mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Test haben wir die Orchestra auch mit dem Sonoro Maestro gepaart.

Feinarbeit

Wer ein Sonoro-Produkt besitzt, kennt die Akribie, die man in Neuss in jedes Produkt steckt. Wer sie nicht kennt, für den wird sie beim Auspacken dieser Lautsprecher schnell erkennbar. Wie alle anderen Sonoro-Produkte steckt jede Orchestra in einem weichen Vliesbeutel, der sie vor Kratzern und unschönen Fingerabdrücken bewahrt. Auf dem Transportweg werden meine Testgäste zudem von perfekt ausgeschnittenen Kunststoffformen sicher geschützt. Sonoro geht auch hier auf Nummer Sicher! Der Vliestasche entnommen, wird die Orchestra dann endlich sichtbar. Hier gefallen mir auf Anhieb die elegante Silhouette und die sanfte Formgebung des Gehäuses. Das kenne ich von Sonoro – ebenso die wirklich saubere Lackschicht. Die schimmert edel und ist qualitativ bis ins kleinste Detail so gut gemacht, wie man es sonst nur von wesentlich kostspieligeren Komponenten kennt. Das wahlweise in schwarzer, weißer oder graphitfarbener Ausführung erhältliche Kleid ist makellos, sieht gut aus und fühlt sich auch genauso gut an.

Die Verarbeitung ist erstklassig. Selbst dem kritischen Auge bietet sich hier nicht der kleinste Grund zu Beanstandung!

Eyecandy mit Stil

Das elegant schimmernde Weiß der in Deutschland entwickelten Orchestra hat etwas Spezielles: Der visuelle Eindruck wechselt hier nach Lichteinfall. Mal matter, mal glänzender, mal heller, mal dunkler. Auf dem Lowboard oder auf schicken Lautsprecher-Stativen platziert, wird dieser Lautsprecher sofort zu einem echten Blickfang. Im modern gestylten Wohnambiente stellt er sich der Einrichtung dabei aber nicht entgegen, sondern wird zu einem hübsch integrierten Teil der Wohnlandschaft. Das Design der Classic- und Smart-Linien gefällt mir schon richtig gut. Mit der Entwicklung des Orchestra ist es Sonoro nun aber gelungen die eigene Identität entscheidend weiterzuentwickeln, ohne in der Vergangenheit zu verharren. Auch die Proportionen stimmen und lassen die Technik aus dem Fokus des Betrachters verschwinden. Ebenso gefällt mir das reduzierte Design. Einfarbiges Gehäuse, zwei Chassis, fertig! Gemäß Dieter Rams Ausspruch „Gutes Design ist sowenig Design wie möglich“, verzichtet man bei Sonoro auch hier bewusst auf überflüssigen Schnickschnack.

Schnell und agil

Apropos Chassis: Auch aus technischer Sicht gibt es hier zwei echte Leckerbissen: Als erstes ist dabei der große AMT-Hochtöner zu nennen, der seinen Platz im oberen Gehäuseabteil findet. AMT steht für „Air Motion Transformer“, einen magnetostatischen Hochtöner. Vereinfacht erklärt, besteht er aus einer sehr dünnen, gefalteten Folie und einem kräftigen Neodym-Magneten. Auf der Folie sind Leiterbahnen aufgebracht, die von Strom durchflossen werden. In Verbindung mit dem Magneten entsteht eine Lorentzkraft, die die Folie bewegt. Sie bewegt sich aber nicht vor und zurück. Stattdessen öffnen und schließen sich die Falten der Folie wie die Lamellen einer Ziehharmonika. Durch die so bewegte Luft wird hörbarer Schall erzeugt. Da die Folie superleicht, zugleich aber auch sehr fest ist, bewegt sie sich schnell und agil. So kann sie auch komplexen Musiksignalen verzögerungsfrei folgen. Ausserdem spielen AMT-Hochtöner vergleichsweise breitbandig. Das macht sie hochflexibel und perfekt an die weiteren Mitspieler anpassbar.

Der große AMT-Hochtöner ist in Lautsprechern dieser Preis- und Güteklasse eher selten zu finden.

Stabil und kontrolliert

Mitspieler ist hier ein 16,5 Zentimeter durchmessender Tief-/Mitteltöner mit kunststoffbeschichtetem Papiertreiber. Papier? Ja, was im ersten Moment vielleicht einfach und günstig klingt, hat sich in der Lautsprecherentwicklung seit Jahrzehnten etabliert. Papier ist – ähnlich wie eben erwähnte Folie im AMT-Hochtöner – superleicht, zugleich aber auch sehr stabil. Diese Stabilität wird im Falle dieses Schwingsystems durch eine hauchdünne Beschichtung nochmals erhöht. So bleibt der Lautsprecher auch unter hohen Pegeln stabil und kontrolliert. Für den entsprechenden Antrieb sorgt hier übrigens noch ein Doppelmagnet. Das verspricht einiges an Leistung.
Wie besagter Tweeter ist auch der Tief-/Mitteltöner bündig perfekt und ohne Makel in die Schallwand eingelassen. Ebenso perfekt geht es auf der Gehäuserückseite weiter. Hier findet sich im unteren Bereich das Anschlussterminal mit seinen großzügig dimensionierten Schraubklemmen. Direkt darüber sitzt die, mit einem strömungsoptimierten Port ausgerüstete, Bassreflexöffnung. Um den Lautsprecher auch wandnah betreiben zu können, liegen zwei große Schaumstoffstopfen bei.

Perfekt gemacht: Beide Treiber sitzen sauber und bündig in der Schallwand.

Unkritische Aufstellung

Nach der ausführlichen Untersuchung geht es dann endlich in den Praxistest. Diesen beginne ich mit der Positionierung und Ausrichtung der Lautsprecher. Zunächst das Wichtigste: Gewähren Sie der Orchestra etwas Raum nach hinten. 30 Zentimeter sollten es mindestens sein. Hält man sich daran, darf man sich auf ein wirklich ausgewogenes Klangbild freuen, das auch nach ein paar Stunden noch so richtig Spaß macht. In Sachen Ausrichtung zeigt sich der Zwei-Weg-Schallwandler ebenfalls erfreulich pflegeleicht. In meinem Test stehen die Lautsprecher etwa zweieinhalb Meter auseinander. Schon in der parallelen Ausrichtung zueinander ergibt sich ein wirklich fülliges und räumlich schönes Klangbild. Nach der leichten Einwinklung auf meinen Referenzplatz gewinnt dieses dann aber noch ein bisschen an Raum und Tiefe. Zu guter Letzt sollte dann auf jeden Fall noch für einen festen Stand gesorgt werden. Idealerweise stehen die Sonoros wackelfrei auf entsprechenden Stativen, die mittels Spikes an den Boden angekoppelt werden.

Ausgeleuchtete Bühne

Nachdem die Positionierung und und auch die zweitägige Einspielzeit beendet sind, geht es mit David Munyons “Argyle Bridge” dann endlich in den Hörtest. Einem eher ruhigen, dafür aber mit jeder Menge kleinster Details gespickten Titel. Einzelheiten, die vom ersten Takt an fein und sauber abgeliefert werden. Das Sonoro-Duo baut sofort eine schön breite und tiefe Bühne auf, so dass unser Hörraum fast bis in den letzten Winkel akustisch ausgeleuchtet scheint. Schon hier wird mir eine breite Fülle an Details, und zwar über das gesamte Frequenzband, geliefert. Mit unserem Redaktions-Amp, dem Hegel H360 gepaart, fallen mir sofort der erfrischend natürliche Klang und die wirklich drahtige Grundtonabbildung auf. Oberbässe sind knackig und peitschen bei Bedarf auch mal zackig durch den Raum. Und sie sind genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Es ist einfach verblüffend, mit welchem Tempo und mit welcher Leichtigkeit die Sonoros die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen.

Das großzügig dimensionierte Anschlussfeld nimmt Bananas, Kabelschuhe und unkonfektionierte Kabel größeren Querschnitts auf.

Mehr Atem

Ganz nebenbei beeindruckt mich der optimal abgestimmte, trockene Bass und der – wenn gefordert – imposant tiefe Abstieg in den Basskeller. Das animiert mich dann gleich zu einer Lautstärkeerhöhung. Die Zimmerlautstärke ist schnell erreicht, nervig oder verzerrt ist hier aber ausdrücklich rein gar nichts. Keine Spur von aufgedunsen, aufdringlich oder wummerig! Die räumliche Abbildung bleibt auch jetzt klar erkennbar. Ausserdem fällt mir auf, dass die Orchestra einen jederzeit ausgewogenen Eindruck von Sängern und Begleitinstrumenten zeichnet. Die Stimme ist klar umrissen und bekommt einen absolut realistischen touch. Mehr noch: Während sich die Klangbühne leicht über die Standpunkte der beiden Boxen erstreckt, bekommt Munyons Stimme noch etwas mehr Atem. So dass man fast glaubt den Künstler mit seiner Gitarre anfassen zu können. Es ist einfach imposant, wie sich die Stimme des R&B- und Jazzkünstlers von den Lautsprechern löst, um mittig zwischen den beiden Boxen ihren festen Platz einzunehmen.

Die Orchestra gewährt man idealerweise einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zur Rückwand. Ist das nicht möglich, empfiehlt es sich die Schaumstoffstücke in die Bassreflex-Öffnungen zu stecken, um eine Bass-Überhöhung zu vermeiden.

Impulsstark

Apropos Lautstärke: Mit James Blakes „Unluck“ treibe ich den Pegel weiter in die Höhe. Der Oberbass wird von einem ganz bösen Synthie-Bass unterlegt und hämmert sich tief in den Hörraum. Ein wunderbarer Song, um Lautsprecher zu testen. Für die Sonoros scheint diese Testsequenz aber keine allzu große Hürde. Die synthetischen Bassschläge kommen impulsstark und mit Nachdruck. So, wie man es sonst eher von wesentlich größeren Lautsprechern kennt. Nicht falsch verstehen, die Orchestra spielt in ihrer Größe jetzt nicht alles in Grund und Boden. Für einen Paarpreis von unter 1.000 Euro gehört sie aber zum Besten, was wir je im Hörraum hatten. Und auch im Basskeller spielt sie ohne die – bei Regallautsprechern durchaus übliche – Aufdickung im Tiefbass. Die mag im ersten Moment vielleicht beeindrucken, nach einigen Minuten nervt sie aber nur noch. Das ist hier explizit nicht der Fall! Die Sonoro spielt auch jetzt weiterhin sauber und ausgeglichen.

Der 165er Tief-/Mitteltontreiber sorgt für reichlich Punch im Grundton und einen überraschenden Abstieg in den Basskeller.

Ehrliches Orchestra

Mit Nina Simones „Sinnerman“ geht es dann in den nächsten Abschnitt. Wieder ist es die ungeheure Räumlichkeit, gepaart mit einer erneut knackigen, impulsstarken Wiedergabe, die mir sofort auffällt. Das funktioniert tatsächlich so gut, dass ich in einem Blindtest wohl keine verlässliche Aussage über die Standorte der Lautsprecher machen könnte. Die Instrumentalisierung und die Künstlerin stehen unterdessen allerdings fest im Raum. Mittig Nina Simone am Piano, dahinter die klatschenden Backgroundsängerinnen und rechts die mitspielende Jazz-Kombo inklusive dezent eingesetztem Schlagzeug. Besser kann man sich das kaum wünschen. Die Orchestra bleiben dabei jederzeit betriebsam, zielstrebig und ehrlich. Die großen AMT-Hochtöner spielen schnell, sauber und sind ganz offensichtlich perfekt an den darunter platzierten Tief-/Mitteltöner angekoppelt. So wird der Übergang zwischen Mittel- und Hochton bruchlos, harmonisch und mit hoher Auflösung wiedergegeben. Alles absolut unaufdringlich, ohne jeden Anflug von Schärfe, und perfekt in den ganzheitlichen Auftritt eingebunden.

Hervorragende Leisespieler

Da verwundert es mich auch nicht, dass die Orchestra auch unter niedrigen Pegeln so richtig kräftig zupackt. Während viele andere Lautsprecher ähnlicher Größe hier oft eher lau spielen, habe ich bei meinen Testgästen niemals das Gefühl etwas zu vermissen, wenn ich sie auf Gesprächslautstärke betreibe. Grundtöne sind straff, tiefere Bässe voluminös und sämtliche Details dennoch präsent. Die Musik füllt den Raum und der Rhythmus spricht mich auch jetzt an. Diese Abstimmung kommt den hübschen Schallwandlern in Sachen Langzeithörtauglichkeit aber auch bei der Wiedergabe in den Abendstunden sehr zu Gute. Beispielsweise im Verbund mit dem Sonoro Maestro, der in meinem Testsetup unter anderem auch mit der TV-Ton-Zuspielung betraut wurde. Wählt man beschriebenes Setup, lässt sich der Abend-Spielfilm auch in ansprechender Dynamik und Agilität wiedergeben – ohne dass die Lautstärke weit aufgedreht werden muss. So können die Kinder ruhig weiterschlafen, während Sie sich mitten im Live-Konzert oder Stereo-Filmgeschehen wähnen.

Alternativ sind Sonoro Maestro und Sonoro Orchestra auch in Matt-Graphit zu haben (Herstellerfoto).

Fazit

Die Orchestra ist bildhübsch gestylt, fantastisch verarbeitet und üppig ausgestattet. Besonders imposant ist der große AMT-Tweeter, den man sonst eher in deutlich teureren Lautsprechern findet. Dazu kommt die klangliche Darstellung: Die Orchestra ist exzellent abgestimmt und strotzt vor Spielfreude. Verantwortlich dafür sind die hohe Impulsfreude und Leistungsfähigkeit. Diesen Lautsprecher kann man sehr lange, sehr laut spielen lassen. Die hier gezeigte Dynamik geht in leiseren Passagen dann kaum verloren. All das macht die Orchestra zu einer absoluten Empfehlung für HiFi-Aufsteiger, die nach einer hübschen und hervorragend klingenden Audio-Lösung fürs Wohnzimmer suchen.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

90

89

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Technische Daten

Modell:Sonoro
Orchestra
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:970,00 Euro / Paar
Garantie:- 5 Jahre
Ausführungen:- Weiß (hochglänzend)
- Schwarz (hochglänzend)
- Graphit (matt)
Vertrieb:sororo, Neuss
02131 / 88 34 141
www.sonoro.de
Abmessungen (HBT):365 x 210 x 288 mm
Gewicht:10,0 kg / Stück
Hochtöner:- AMT
Tiefmitteltöner:165 mm
Frequenzbereich:44 Hz - 28 kHz (Herstellerangabe)
empf. Verstärkerleistung:50 - 170 Watt
Lieferumfang:- Orchestra
- Gewebeabdeckung
- Schaumstoffpfropfen
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ edles Design
+ erstklassige Verarbeitung
+ flexible Aufstellmöglichkeiten
+ AMT-Hochtöner
+ sehr gute Raumdarstellung
+ knackiger Grundton
+ schneller Grundton

- keine Contras
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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