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Die Aperion Audio Super Tweeter MkII versprechen einen brillanteren Hochton. Dank stufenweiser Hochtonanpassung soll das mit nahezu jedem Lautsprecher funktionieren. Optisch lassen sie sich tatsächlich in fast jede Wiedergabe-Kette einbinden. Aber sorgen sie hier tatsächlich für ein merkliches Klangupgrade?

Einfach auf die vorhandenen Lautsprecher stellen, anschließen, fertig! Um die Super Tweeter MkII zu nutzen, sind keinerlei Einstellungen im Verstärker/Receiver vorzunehmen.

Viele Musikfreunde kennen das. Die heißgeliebten Lautsprecher lassen nach Jahren an Leistung nach. Meist macht sich das zuerst in der Hochtonwiedergabe bemerkbar. Wo früher brillante Höhen zelebriert wurden, wirkt es heute vergleichsweise matt. Oder ein anderes Szenario: Man ist mit seinen Lautsprechern hochzufrieden – bis der Umzug in einen anderen Raum oder gar eine andere Wohnung ansteht. In der neuen Umgebung kann der Lautsprecher seine Stärken plötzlich nicht mehr ausspielen und wirkt seiner Brillanz beraubt?
Für beide Szenarien gibt es eine Lösung: Einen additiven Super-Hochtöner. Solche
Zusatz-Lautsprecher gibt es von einigen Herstellern. Tannoy wäre der hier vielleicht prominenteste Name. Deutlich günstigere – und auch flexiblere und wohnraumtauglichere – Alternativen bietet die US-Marke Aperion Audio an. Wir haben uns die kleinste Variante, den Super Tweeter MkII, mal zum Test bestellt.

Wofür einen Superhochtöner?

Ich gebe zu, als ich vor einigen Jahren erstmals einen solchen Super-Hochtöner auf einer Messe erblickte, hielt ich diesen für ein unnützes Extra. Inzwischen erlebe aber selbst eben erwähntes Szenario Nummer 1. Meine eigenen Lautsprecher klingen irgendwie nicht mehr so, wie vor etwa zehn Jahren. Das kann an geändertem Hörgeschmack oder am fortschreitenden Alter liegen. Oder eben daran, dass meine Standboxen leistungstechnisch nachlassen.
Als der deutsche Aperion Audio-Vertrieb HifiPilot nun vor einiger Zeit die neuen Zusatz-Hochtöner vorstellte, war klar, dass ich das mal ausprobieren müsste. Also habe ich mir mal die kleinere, der aktuell zwei angebotenen, Versionen zum Test geholt. Im Detail handelt es sich dabei um den Super Tweeter MkII in Seidenmatt, der im Paar aktuell für knapp 350 Euro im Direktvertrieb bei HifiPilot angeboten wird. Wahlweise erhältlich in Schwarz Hochglanz, Schwarz Seidenmatt oder Weiss Seidenmatt.

Die Front ziert eine ausgeschnittene Alu-Blende. HInter ihr arbeitet der große und flinke Bändchen-Hochtöner.

Superschnell und …

Ich habe mich für die weiß-seidenmatte Variante entscheiden. Mit 14 Zentimetern Höhe und etwa 10,5 in der Breite ist der Super Tweeter MkII erfreulich klein. So kompakt, dass beide Module in eine Umverpackung passen, die in etwa der Größe eines Schuhkartons entspricht. Sanfte Rundungen und die Reduzierung auf das Wesentliche lassen die weißen Schallwandler sogar noch ein stückweit kompakter und unauffälliger erscheinen. Die Frontseite ist mit einer schwarzen Aluminium-Platte versehen. Hinter ihren Ausschnitten sitzt der große Bändchen-Hochtöner. Genau genommen handelt es sich hier um einen Magnetostaten. Hier schwingt also eine superleichte Folie. Auf ihr sind gleichmäßig Leiter verteilt. Vereinfacht erklärt, wird das elektrische Musiksignal über Magneten auf diese Leiter übertragen, die die Folie in Bewegung bringen und so Hörschall erzeugen. Diese Wiedergabe-Variante ist wesentlich schneller als ein dynamischer Hochtöner und auch impedanzunkritischer, weshalb sich der Super Tweeter MkII als ideale Ergänzung zu nahezu jedem Lautsprecher verspricht.

… hochflexibel

Nicht minder interessant wird es auf der Gehäuserückseite. Im Gegenteil, hier finden sich nämlich gleich zwei Drehregler zur Feinjustage: Über den oberen Drehsteller wähle ich die gewünschte Übergangsfrequenz. Die stufenweise justierbare Frequenzweiche bietet mir hier fünf Presets zwischen acht und sechzehn Kilohertz an. Welches hier die richtige Einstellung ist, ist immer von den jeweiligen Hauptlautsprechern abhängig. Je niedriger der gewählte Wert, desto mehr überlappen sich der Hochtöner der Hauptlautsprecher und der Super Tweeter MkII in der Wiedergabe. Unabhängig davon würde ich aber empfehlen, etwas mit den Einstellungen zu spielen. Gleiches gilt für den darunter befindlichen Regler. Hier lässt sich der Pegel einstellen. Wichtig ist hier das kleine Minus-Symbol vor den jeweiligen Werten. Heisst: Je weiter ich den Regler nach rechts drehe, desto leiser spielt der Super Tweeter MkII. In Verbindung mit unseren Test-Standlautsprechern mit Alu-Hochtöner gefiel mir die Einstellung bei zwölf Hertz und -1 Dezibel am besten.

Angeschlossen werden die kleinen Super Tweeter ganz simpel über ihre rückseitig platzierten Schraubklemmen.

Einfach ausprobieren

Je nach Hörgeschmack, Lautsprecher, oder Zimmergröße können andere Einstellungen bei Ihnen aber auch ein besseres Ergebnis liefern. Idealerweise probiert man also einfach mal ein bisschen was aus. Zunächst platziert man den Superhochtöner einfach auf seinem Stand- oder Regallautsprecher. Idealerweise so, dass beide Schallwände vorn bündig abschließen. So lassen sich Laufzeitunterschiede gleich von Beginn an vermeiden. Anschließend wird der Super Tweeter MkII einfach via Lautsprecherkabel mit dem Terminal des Hauptlautsprechers verbunden. Die kleinen Aperion Audio-Schallwandler bieten dafür massive Schraubklemmen an, die auch Bananas aufnehmen. Um den Aufbau nach hinten aber so gering wie nötig und so unauffällig wie möglich zu halten, habe ich mich hier aber für den Einsatz von unkonfektionierten Kabeln entschieden. Ganz wichtig: Aperion Audio rät dringend davon ab, den Super Tweeter MkII direkt an einem Verstärker zu betreiben. Das würde allerdings auch keinen Sinn ergeben. Dennoch soll diese Info hier nicht unerwähnt bleiben.

Wichtig ist, dass die Front des Super Tweeters bündig mit der Front der Hauptlautsprecher abschließen.

Frei und körperhaft

Bevor es an den Praxistest geht noch ein paar Detailinformationen: Gehört habe ich die Super Tweeter MkII in unserem rund 40 Quadratmeter messenden Hörraum mit vergleichsweise wenig Möblierung. Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich hier die Canton GLE 496.2 und meine privaten Lautsprecher als Spielpartner verwendet. Alles aufgebaut in einem Stereodreieck mit einer Seitenlänge von rund 2,80 Metern. Meinen Hörtest starte ich dann David Bowies „Space Oddity“. Zunächst allerdings noch ohne angeschlossene Superhochtöner. So möchte ich mir ein grundsätzliches Bild vom Klang der hier agierenden Kette, bestehend aus Pioneer A-40AE, Magnat-Streamer MMS-730 und Lautsprecher-Kombination, machen. Nachdem der Song endet, verbinde ich das Aperion Audio-Duo, starte die Wiedergabe und … kann erstmal kaum einen Unterschied festmachen. Die Stimme klingt vielleicht einen Tick präsenter, körperhafter. Und vielleicht auch etwas freier. Oder ist das vielleicht nur Einbildung? Manchmal redet man sich ja unbewusst etwas ein.

Super Tweeter MkII für mehr Präsenz

Um der Sache auf den Grund zu gehen, klemme ich die Super Tweeter MkII wieder ab und starte die Wiedergabe erneut. Jetzt dauert es aber nur wenige Augenblicke, um einen deutlichen Unterschied festzumachen. Besser gesagt, einen nicht unwesentlichen Klangrückschritt. Auch wenn die Stimmwiedergabe nicht direkt in den Wiedergabebereich der Aperions fällt, wirkt Bowies Gesang nun tatsächlich eine Stufe zurückgenommen. Es klingt weiterhin sehr gut, allerdings mit merklich geringerer Präsenz und irgendwie auch weniger differenziert. Also: Schnell wieder dran mit den Super Tweetern an die Canton GLE 496.2 und weiter geht’s im Test. Diesmal mit Madonna und „Medellin“. Hier verfestigt sich mein Höreindruck dann schnell. Jetzt überzeugt das Upgrade durch Leichtigkeit und eine ansatzlose Wiedergabe. Und durch eine Erweiterung der Räumlichkeit. Der leichte Hall in Madonnas Stimme füllt den Raum. Dabei gewinnt der Klang spürbar an Tiefe – und an scheinbarer Auflösung.

In meinem Test habe ich das beste Klangergebnis mit fast vollständig auf den Referenzplatz ausgerichteten Lautsprechern erlebt.

Ausrichtung und Anpassung

Diese Leichtigkeit kommt scheinbar auch den feinen Nuancen und der Dynamik entgegen. Der Song wirkt straffer, agiler, richtiger. Und irgendwie auch gerichteter, weniger diffus. Das alles kommt der gesamten Raumabbildung zugute. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang: Experimentieren Sie auch mal ein bisschen mit der Lautsprecher-Winklung. Nahezu vollständig auf den Hörplatz ausgerichtet, habe ich beispielsweise das für mich beste Ergebnis erhalten.
Testweise stelle ich den oberen Regler anschließend mal auf sechzehn Kilohertz. Nun fällt das Klangbild wieder leicht zusammen. Es klingt zwar noch immer gut, aber eben nicht so gut wie kurz zuvor. Also klemme die Aperions testweise wieder ab. Tatsächlich kann ich jetzt sogar fast keinen Unterschied mehr zwischen der Wiedergabe mit und ohne Super Tweeter MkII feststellen. Meine Schlussfolgerung dazu: Das Aperion Audio-Duo zeigt sich im Bereich von zwölf bis sechzehn Kilohertz in unserem Hörraum als ideale Ergänzung zur GLE 496.2.

Auch optisch können sich die gut verarbeiteten Super Tweeter MkII durchaus sehen lassen.

Raum für mehr

Da ich den Zugewinn an Raum und Feindynamik aber schnell schätzen gelernt habe, stelle ich den Schalter wieder auf zwölf Kilohertz. Anschließend wechsle ich auf „I Was Made For Loving You“ von Maria Mena. Einem Cover des legendären Kiss-Hits aus dem Jahre 1979. Einem vergleichsweise ruhigen Stück, dass trotz seiner spartanischen Instrumentierung jede Menge Kraft übermittelt. Natürlich immer vorausgesetzt, es wird über ein besseres HiFi-Setup wiedergegeben. Ein solches habe ich jetzt hier eindeutig vor mir. Maria Menas Stimme füllt den Raum zwischen und hinter den Lautsprechern. Dazu zieht sich die akustische Frontszenerie auch ein Stück über die Standorte meiner Lautsprecher nach rechts und links hinweg. Als der Song dann etwas mehr Fahrt aufnimmt, wandelt er sich leicht in Richtung Country. Interessant ist dabei das klare Spiel der Gitarre, das die ganze Räumlichkeit repräsentiert, die ich nun erlebe. Ja, die Einstellung „12KHz“ ist in meinem Setup offensichtlich perfekt.

Upgrade für betagte Schätzchen

Zum Testabschluss stelle ich dann nochmal meine eingangs erwähnten, eigenen Lautsprecher auf und kombiniere Sie mit den Super Tweetern. Wie gesagt, in der letzten Zeit empfand ich die Hochtonwiedergabe als etwas zurückgenommen, auch wenn mich die Standboxen im Bass und Grundton nach wie vor begeistern. Zunächst einmal übernehme ich für den zweiten Test dann meine zuvor gewählten Einstellungen. Der Unterschied ist gleich feststellbar. Allerdings fehlt mir ein bisschen die Anbindung zwischen Mittel- und Hochtonbereich. Also drehe ich den Regler mal auf zehn Kilohertz. Und siehe da, plötzlich wirkt der Sound wesentlich homogener und ausgeglichener. Besonders auffällig ist das in der Wiedergabe von Geigen, Becken oder Hi-Hat. Alles erscheint deutlich präsenter, deutlicher, vordergründiger. Gleiches gilt für die Stimm- und Detailwiedergabe. So wirkt der gesamte Klang musikalischer und mit einem charakteristischem Drive. Vielleicht sogar einen Tick zu charakteristisch. Aber auch das lässt sich feinjustieren.

Je nach Hauptlautsprecher, Raumgröße- und -einrichtung, sowie nach dem eigenen Hörgeschmack kann sich der EInsatz der Super Tweeter völlig unterschiedlich auswirken.

Feinjustage

Dafür kommt nun der untere Regler zum Einsatz: Von -1 wechsele ich auf -2 Dezibel. Ahh, jetzt rastet das Klangbild (für meinen Geschmack) richtig ein. Der Hochton ist greifbar. Greifbar, aber keineswegs aufdringlich oder nervig. Details sind existent, dominieren aber nicht den Gesamteindruck. So gefällt mir das richtig gut. Meine alten Schätzchen agieren plötzlich viel frischer. Tiefe Bässe, punchige Grundtöne, alles auf gewohnt hohem Level. Dazu kommt jetzt ein Hochton, der eine völlig neue Präsenz und Spritzigkeit liefert. In meinem Fall sind die Super Tweeter MkII also ein echtes Upgrade. Eines, das den Klang aufwertet und zugleich noch jede Menge Flexibilität bietet. OK, optisch sind die kleinen Böxchen auf dem Hauptlautsprechern vielleicht gewöhnungsbedürftig. Dafür hieven sie den Sound vieler Lautsprecher aber auf ein neues Niveau. Musikfreunde, für die der Klang oberste Priorität hat, werden sich deshalb vermutlich nicht im Ansatz an der nun etwas veränderten Optik des HiFi-Systems stören.

Die Feinjustage wird ganz einfach über die rückseitig platzierten Drehregler vorgenommen.

Fazit

Die Super Tweeter MkII von Aperion Audio können ein echtes Klangupgrade sein. Ihre Vorteile spielen sie bevorzugt an älteren Lautsprechern oder in stark (Hochton-)bedämpften Räumen aus. Wer mit der Hochtonwiedergabe seiner Lautsprecher vollumfänglich zufrieden ist, den wird dieses Update vermutlich kaum weiterbringen. Mit den Super Tweetern sollte sich aber unbedingt jeder mal beschäftigen, der bei seinen betagten Lautsprechern im oberen Frequenzbereich noch Potenzial sieht. Das Gute daran: Die Installation ist superschnell durchgeführt, die Einstellungen sind kinderleicht umgesetzt und auch preislich ist diese Ergänzung hochattraktiv. Und: Der Kauf ist risikolos. Wer die Super Tweeter MkII im Direktversand bestellt, kann diese bei Nichtgefallen innerhalb von 30 Tagen wieder zurückgeben.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

90

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89

Technische Daten

Modell:Aperion Audio
Super Tweeter MkII
Produktkategorie:Super-Hochtöner
Preis:340,20 Euro/Paar (16% MwSt.)
Garantie:- 5 Jahre
Ausführungen:- Weiß, Seidenmatt
- Schwarz, Seidenmatt
- Schwarz, Hochglanz
Vertrieb:HiFiPilot GmbH, Eisingen
Tel: +49 7232 / 364 01 55
www.hifipilot.de
Abmessungen (HBT):151 x 112 x 166 mm
Gewicht:1,7 Kg / Stück
Prinzip/Bauart:Ein-Wege,
Chassis:1 x Ultradünnes Aluminium-Bändchen (Magnetostat)
Trennfrequenz:- sechsstufig wählbar
Pegel:- sechstufige Hochtonanpassung
Anschluss:Single-Wire (Schraubklemmen)
Lieferumfang: - Super Tweeter MkII
- Anleitung
Pros und Contras:+ flexible Einsatzmöglichkeiten
+ Hochtonanpassung
+ transparente Hochtonwiedergabe
+ gute Verarbeitung
+ hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis
+ Risikoloser Kauf

- Keine Lautsprecherabdeckung
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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