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Mit dem ECI 80D erweitert Electrocompaniet seine Classic-Reihe um einen erfreulich erschwinglichen Vollverstärker mit einer Ein- und Ausgangssektion, die der vernetzten Zeit entspricht. Das zeitlose Design mit Acrylglasfront, Matrixdisplay und Messingknöpfen passt sich optisch perfekt in das Electrocompaniet-Portfolio ein. Zur Optik kommt der Klang. Der entspricht exakt dem, was man von der norwegischen High-End-Schmiede erwartet.

Der Electrocompaniet ECI 80D ist nur 9 Zentimeter hoch, dabei aber üppig ausgestattet und erwachsen klingend.

Wer ist Electrocompaniet eigentlich?

Nicht jeder weiß möglicherweise direkt etwas mit der Marke Electrocompaniet anzufangen. Gegründet wurde das Unternehmen 1972 in Oslo für die Produktion des neuartigen HiFi-Verstärkers von Per Abrahamsen und Svein Erik Børja. Hierfür entwickelten Dr. Matti Otala und Jan Lohstro ein neues Konzept für die Transistorverstärkung, das noch heute Anwendung findet. Der legendäre „The 2 Channel Audio Power Amplifier“ zählte damals zu den ersten in Serie hergestellten Transistorverstärkern und verbreitete sich aufgrund seiner klanglichen Qualitäten sehr schnell. 1976 wurde dieser Verstärker vom „The Audio Critic magazine“ zum „bestklingenden Verstärker der Welt“ gekürt. Im Jahr 1991 hörte Bruce Swedien, Produzent von Michael Jackson, von Electrocompaniet und ließ sich ein Modell in die USA liefern. Die Begeisterung war anschließend so groß, dass fortan alles über diesen Verstärker abgemischt wurde und die Marke auf dem Album „Thriller“ von Michael Jackson sogar eine besondere Erwähnung erfuhr.

Einen Electrocompaniet HiFi-Baustein erkennt man am edlen Schriftzug. Das gilt auch für den ECI 80D.

Traditionell Stilvoll

Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Tau bei Stavanger und produziert dort fast ausschließlich aus lokal hergestellten Komponenten. Dabei ist Electrocompaniet seiner grundsätzlichen Optik stets treu geblieben. Bereits der 2005 erschienene Vollverstärker ECI 5 ziert die typische Acrylglasfront mit seinen Messingknöpfen – fünf an der Zahl. Das ist auch bei meinem ECI 80D so. Besonders gut gefällt mir hier die unter dem Power-Knopf liegende Leuchtdiode, die den Regalboden unter dem Verstärker beleuchtet. Ist das Gerät ausgeschaltet, leuchtet sie rot. Wird der Amp wieder in Betrieb gesetzt, leuchtet sie blau, das Matrixdisplay wird ebenfalls blau illuminiert. Dieses gibt Auskunft über die angewählte Quelle, die aktuelle Lautstärke sowie die Abtastfrequenz der digitalen Eingänge. Mittig über dem Power-Button sitzt das goldene Firmenlogo. Die Front hinter der Acrylglasplatte ist in glänzendem Schwarz gehalten, der Gehäusedeckel verfügt über die typisch raue schwarze Oberfläche.

Auch die goldenen Bedienknöpfe sind ein klares Electrocompaniet-Erkennungszeichen.

Clever gelöst

Eine kleine Besonderheit bietet die Rückseite: Hier befinden sich sämtliche Anschlüsse für den Betrieb. Das klingt zunächst einmal völlig normal für einen Vollverstärker. Stimmt, hier befinden sich aber auch die Kopfhörerbuchsen. Ja richtig, Mehrzahl. Der ECI 80D verfügt sowohl über eine Buchse im 3,5-mm-Format wie auch einen Anschluss für 6,3-mm-Klinkenstecker. Im normalen Lautsprecher-Betrieb kann der Kopfhörer also einfach eingesteckt bleiben. Er wird erst dann aktiviert, sobald der Kopfhörerausgang angewählt wird. Des Weiteren verfügt der Amp über zwei analoge Eingänge, einen MM-Phono-Eingang, zwei Koax-Buchsen sowie drei optische Eingänge für digitale Zuspieler wie CD-Player, Fernseher oder Konsole. Lautsprecherkabel werden per Bananenstecker angeschlossen oder auch klassisch über die Schraubklemmen installiert. Soll der ECI 80D permanent vom Netz getrennt werden, kann der ebenfalls an der Rückseite befindliche On-/Off-Schalter betätigt werden. Darüber bietet hat der Verstärker selbstverständlich auch einen Vorverstärkerausgang zur Ansteuerung einer separaten Endstufe, zum Beispiel für den Bi-Amping- oder Subwoofer-Betrieb.

Anschlusseitig zieht Electrocomaniet beim ECi 80D fast alle Optionen.

Bluetooth-Transceiver im ECI 80D

Ja, der ECI 80D hat einen Bluetooth-Transceiver eingebaut. Dabei handelt es sich um die Kombination aus Transmitter und Receiver, als Sende- und Empfangseinheit. Der Verstärker kann also zum Beispiel Musik vom Tablet oder Handy per Bluetooth entgegennehmen. Dabei versteht er sich auf alle heute gängigen Formate wie Bluetooth 5.0, A2DP, SPC, AAC, aptX-HD. Der Transmitter nutzt die gleichen Protokolle für die drahtlose Kopplung mit einem Bluetooth-Kopfhörer. Die gleichzeitige Beschickung des Verstärkers via Bluetooth und der Betrieb eines BT-Kopfhörers ist mir allerdings nicht gelungen. Ich mag den Bluetooth-Betrieb, weil ich Musik häufig auch zur Berieselung im Hintergrund laufen habe und so auf die Playlist meines Streamingdienstes zugreifen kann. So kann auch der Besuch Musikstücke direkt über einen ordentlichen DAC und vernünftige Lautsprecher wiedergeben. Auf der anderen Seite empfinde ich es auch als sehr angenehm, meine CD-Sammlung per Bluetooth-Kopfhörer, von der HiFi-Anlage kommend, zu hören.

Ist Bluetooth angewählt, wird dies durch das Kürzel BT im Display signalisiert.

Fernbedienung

Natürlich verfügt der Electrocompaniet ECI 80D auch über eine standesgemäße Fernbedienung. Sie ist klein, handlich äußerst flach und verfügt über alle nötigen Knöpfe, um den Verstärker vollumfänglich zu bedienen. Besonders gut gefällt mir, dass über diesen Weg auch auf den Kopfhörerbetrieb umgeschaltet werden kann. Auch das Pairing für die Koppelung mit Bluetooth-Geräten kann über den Infrarot-Sender vorgenommen werden. Beim ersten Umschalten wundert man sich vielleicht, dass die Lautstärke der gewählten Quelle immer wieder auf den Pegel 10 zurückspringt. Das vermeidet allerdings plötzliche Lärmpegel bei der Umschaltung und machst sich spätestens dann positiv bemerkbar, wenn der Kopfhörerpegel lauter war und wieder auf Lautsprecher zurückgeschaltet wird. Auch nett: Wird der Lautstärkeregler schnell hintereinander gedrückt, erhöht sich die Lautstärke in Fünferschritten. Drückt man langsamer, wird die Lautstärke feiner justiert. Gerade im leisen Bereich ist die Pegelregelung beeindruckend sensibel. So ist es quasi unmöglich, nicht die gewünschte Lautstärke exakt zu treffen.

Die zum Lieferumfang gehörige Fernbedienung ist übersichtlich gestaltet, bietet zugleich aber auch Zugriff auf fast alle Funktionen.

Viel Gewicht für viel Klang
Mit acht Kilogramm ist der ECI 80D beileibe kein Leichtgewicht. Glücklicherweise macht sich das auch im Klang bemerkbar. Die Endstufen wuchten zweimal 80 Watt an acht Ohm und zweimal 150 Watt an vier Ohm. Aber das sind nur technische Kleinigkeiten. Darf der Verstärker spielen, werden seine Qualitäten nämlich sofort offenbar. In „Under The Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers fällt sofort die präzise Platzierung der Gitarren und des Sängers im Raum auf. Die Stimme von Anthony Kiedis besitzt eine ausgezeichnete Plastizität und Wärme. Die Wiedergabe und Aufteilung im Hochtonbereich ist detailreich und exakt zu orten. Jedes Becken des Schlagzeugs hat eine präzise Positionierung im Raum. So macht es einfach Freude der Aufteilung zu folgen. Die knackige Bassdrum erhält den nötigen Schub, um richtig Antrieb in den Treibern zu entwickeln. Die angenehm neutrale, leicht warme Abstimmung passt tatsächlich exzellent zu meinen KEF-Lautsprechern der R-Serie.

Der ECI 80D hat u.a. auch einen MM-Phono-Vorverstärker an Bord.

Sensationelle Szenen

Nach den Red Hot Chili Peppers erwartet mich direkt die nächste Überraschung. Lagen die Instrumente eben noch klar auf der Bühne positioniert, brilliert der ECI 80D in „Kalif Onya“ von Al Pride mit der Abbildung der Sänger und Instrumente tief in den Raum hinein. Also eigentlich eher auf mich zu. Die Tiefe erstreckt sich weit über die Aufstellung der Lautsprecher hinaus und direkt zum Hörer. Sie hüllt mich direkt in das Geschehen ein. Die Trompetenklänge erstrecken sich bis auf die Wand hinter mir. So fühle ich mich direkt in den Klub versetzt, in dem die Künstler ihr Bestes geben, um mich mit ihren Klängen zu verzaubern. Becken klingen weit und offen, die Trompeten und das Saxophon werden mit absoluter Klarheit aufgelöst. Das gilt auch nach hinten. Hier reicht die Bühne weit in den Raum hinein.

Unter anderem lässt sich im Display auch die aktuell zugespielte Abtastrate anzeigen.

In die Tiefe und doch ganz nah

„Silenium Forest“ von Pini zaubert mit fein justiertem Hall auf dem Schlagzeug und einigen Gitarren eine unfassbare Tiefe, während die anderen Gitarren nach vorn aufschließen. Sehr gut gefällt mir auch die Staffelung im Tieftonbereich. Obwohl ich unter anderem gerade mit dem KEF Regallautsprecher R3 am ECI 80D höre, kann ich nicht über mangelnden Bassbetrieb klagen. Der Bass verschwimmt nicht, sondern ist stets kontrolliert. Alle Klanganteile werden druckvoll und klar nachvollziehbar abgebildet. Dabei verliert der Synthesizer nicht an weicher Eleganz, mit der er die Melodie akkurat nachzeichnet. Selbst plötzliche Tempoanstiege oder -verlangsamungen stellen für den Electrocompaniet keine Hürde dar. Die akustische Gitarre in „Space Cadet“ von Kyuss liefert einen satten Korpus, dank des analytischen Geschicks der Vorstufe, bleibt kein Detail unentdeckt. Was mir noch auffällt: Auch in diesem Stück fasziniert wieder die perfekte Verteilung der Instrumente auf das Stereospektrum.

Gleich zwei Kopfhörerausgänge, einer in 3,5 und einer in 6,5-Millimeter-Ausführung, sind auf der Rückseite des ECI 80D vorhanden.

Kontrollierte Dynamik

In „Rotton Apple“ von Alice in Chains verzaubert mich der Verstärker dann gleich im Intro mit seiner direkten und knackscharfen Abbildung der Bassgitarre in Kombination mit der Klarheit der Wahwah-Gitarre. Und es geht noch eine Stufe beeindruckender: Im Porcupine Tree-Song „The Sound Of Muzak“ zeigt das Schlagzeug gleich zu Beginn ein Snare-Pattern mit richtig schnell gespielten Ghost-Notes, in denen es auf die richtige Dynamik ankommt. Dabei bringt der ECI 80D auch hier das nötige Feingefühl an, um die erforderliche Dramatik rüberzubringen. Das sanfte Ride-Becken im Refrain lässt mir förmlich einen Schauer über den Rücken laufen. Beim Thema Dynamik darf „Hotel California“ von den Eagles im MTV-Livemitschnitt natürlich nicht fehlen. Erwartungsgemäß setzt der ECI 80D das feinfühlige Spiel des Gitarristen auch hier beeindruckend in Szene. Die tiefe Konga ertönt leichtfüßig, zugleich aber auch bestimmt und legt so den Rhythmus in angemessener Form zurecht.

Die Verarbeitung des ECI 80D ist, wie von Electrocompaniet gewohnt, einwandfrei.

Fazit

Mit dem ECI 80D hat Electrocompaniet aus meiner Sicht einen ausgezeichneten Vollverstärker auf die Beine gestellt. Klanglich gefallen mir besonders die Staffelung der Musiker im Raum und die kontrollierte Dynamik. Vorbildlich ist auch das Anschlussfeld. Hier finden gleich mehrere Quellen Zugang an den Digital-Analogwandler. Selbst Bluetooth HD wird in beide Richtungen voll ausgeschöpft. Mir fehlt lediglich ein klassischer Lautstärkeregler, wobei die sehr feine Justage über die Druckknöpfe am Gerät oder der Fernbedienung auch sehr gut funktioniert. Meinen Geschmack trifft auch die Acrylglasfront inkl. Messingknöpfe und dem robusten Gehäuse. Ein echter Hingucker ist die nach unten gerichtete Leuchtdiode, die den Betriebsmodus anzeigt. Schaut man genau hin, sieht man eine weitere LED im Power-Button-Kranz. Sie ist aktiv, sobald Bluetooth verwendet wird. Wer nach einem hochwertigeren Stereo-Vollverstärker mit modernen Features sucht, sollte sich den ECI 80D auf jeden Fall einmal anhören und ansehen. Für mich ist er jeden Cent wert.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94

94

95

Technische Daten

Modell:Electrocompaniet
ECI 80D
Gerätekategorie:Vollverstärker
Preise:2.499 Euro (UVP)
Ausführung:- Schwarz
Vertrieb:MRV Audio, Bonn
Tel.: +49 228 / 92 39 42 91
www.electrocompaniet.de
Abmessungen (HBT):90 x 470 x 262 mm
Gewicht:8 kg
Eingänge:- 2 x Aux (Cinch),
- Phono MM
- 2 x Koax SPDIF
- 3 x Optisch SPDIF
- Bluetooth
Ausgänge:1 x Vorverstärkerausgang
2 x Lautsprecher
1 x Kopfhörer 3,5 mm
1 x Kopfhörer 6,3 mm
- Bluetooth
Unterstützte Audio-Formate:
Leistung2 x 150 Watt an 4 Ohm
2 x 80 Watt an 8 Ohm
Lieferumfang:- ECI 80D
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
- Fernbedienung
Pros und Contras:+ dynamischer Klang
+ sehr gute Räumlichkeit
+ große Anschlussvielfalt
+ Bluetooth HD
+ bidirektionales Bluetooth
+ sehr gute Verarbeitung

- kein Drehregler für Lautstärke
Benotung:
Klang (60%):94/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):95/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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