Marantz SR5009 – Superklang und komfortable Netzwerkfeatures Marantz SR5009 – Superklang und komfortable Netzwerkfeatures

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Redakteur

Marantz offeriert einen ausgereiften und formschönen AV-Receiver, der modernste Netzwerkfunktionen mit einer herausragenden Klangqualität vereinen soll. In diesem Test prüfen wir unter anderem, wie bequem sich die Audyssey-Einmessfunktion, WLAN, Internetradio und und viele weitere Funktionen im SR5009 nutzen lassen und natürlich, ob der schicke Japaner sein Klangversprechen hält.

Der Marantz SR5009 punktet mit seiner modernen Netzwerkfunktionen, einem formschönen Design und seinem rundem Display. Foto: Michael B. Rehders

Der Marantz SR5009 punktet mit modernen Netzwerkfunktionen, einem formschönen Design und seiner aussergewöhnlichen Display-Lösung.
Foto: Michael B. Rehders

Ausstattung und Technik

Der Marantz SR5009 ist für gerade einmal rund 900,00 Euro (UVP) erhältlich. Dafür bietet er jede Menge an sinnvollen Features. Angefangen mit dem praktischen Setup-Assistenten, der sich sofort nach dem ersten Einschalten aktiviert. Hier wird der Nutzer bequem durch die Installation geführt. Seine acht HDMI-Eingänge sollten zudem ausreichen, um auch größere Geräteparks anzuschließen. Von der Spielekonsole bis zum Blu-ray-Player und von der SAT-Box bis zum HDD-Laufwerk können alle Geräte verbunden werden, die einen HDMI-Ausgang besitzen. Der SR5009 unterstützt sogar die neue Ultra-HD-Auflösung, so dass 4K-Filme mit bis zu 50/60 Hz über ihn laufen können. Die integrierten und modernen Netzwerkfunktionen bieten uneingeschränkten Zugriff, um den Nutzer auf eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Musikquellen zugreifen zu lassen. Dabei werden fast alle Dateiformate unterstützt, darunter MP3, WMA, FLAC, AAC, DSD und AIFF. Hinzu kommt die Signalübertragung via AirPlay-Technologie, einem von Apple eingeführten kabellosen Übertragungsart, die in jedem iPhone, iPad, MacBook oder iMac und auch in vielen zertifizierten Nicht-Apple-Produkten zu Verfügung steht. Nutzt man diese Funktion, lassen sich beispielsweise auf dem Tablet, Handy oder Rechner befindliche Musikdateien kabellos und mit nur einem Knopfdruck an den Marantz übertragen. Wie von Marantz gewohnt, bietet der SR5009 auch die ZUspielung über Bluetooth an. Ein Feature, das seine Praktikabilität beweist, sobald kabellos von einer Quelle zugespielt werden soll, die nicht mit dem eigenen WLAN-Netz verbunden ist (siehe Erklärung im nächsten Absatz). Der Musikfreund muss sich also kaum noch Gedanken über die Kompatibilität machen, wenn er seine individuelle Playlist abspielen, in den Genuss von Live-Konzerten kommen oder auf Musik-Streaming-Dienste wie beispielsweise Spotify Connect zugreifen möchte. Der SR5009 verspricht also ungetrübten Genuss, es sollte nur ein WLAN-Router im Haushalt vorhanden sein und seine Einsatzmöglichkeiten sind schier unendlich.

Von den zwei rückwärtigen HDMI-Ausgängen ist sogar einer ARC-fähig. Zur Erklärung: Wer ein TV-Gerät mit „Audio Return Chanel“ (ARC) besitzt, kann seine SAT-Box beispielsweise direkt am TV-Gerät anschließen. Der Ton wird dann über den ARC-Kanal des HDMI-Kabels direkt in den SR5009 übertragen und über die angeschlossenen Lautsprecher ausgegeben. Der AV-Receiver selbst ist mit sieben Verstärkerendstufen ausgerüstet, die der Hersteller mit jeweils 180 Watt pro Kanal beziffert. Damit sollte auch leistungshungrigen 7.1-Surround-Lautsprechersystemen die Puste nicht ausgehen, wenn hohe Pegel über längere Zeit für Kinoatmosphäre sorgen sollen. Abgerundet wird das riesige Ausstattungspaket durch die aktuellste Version der Audyssey MultEQ-XT-Raumkorrektur. Hierbei handelt es sich um ein automatisches Einmesssystem, welches die sieben Lautsprecher plus Subwoofer vollautomatisch in Pegel, Phase und Entfernung auf den Raum – in dem das Setup eingesetzt wird – anpasst.

Die Rückseite ist mit zahlreichen Ein- und Ausgängen bestückt. An den Surround-Back-Lautsprecherklemmen lassen sich wahlweise die Front-High-Lautsprecher anschließen. Diese werden von „Dolby ProLogic IIz“ mit entsprechenden Höheninformationen versorgt. Foto: Michael B. Rehders

Die Rückseite ist mit zahlreichen Ein- und Ausgängen bestückt. An den Surround-Back-Lautsprecherklemmen lassen sich wahlweise die Front-High-Lautsprecher anschließen. Diese werden von „Dolby ProLogic IIz“ mit entsprechenden Höheninformationen versorgt.
Foto: Michael B. Rehders

Was bringt Bluetooth?

Nahezu jedes Smartphone, Laptop und Tablet ist heutzutage mit Bluetooth, der modernen Art des kabellosen Signaltransfers, ausgestattet. Sehr praktisch und dennoch weiß kaum jemand etwas mit dieser Funktion anzufangen. Schade, denn die Möglichkeiten die Bluetooth bietet, erweisen sich bei genauerer Betrachtung schnell als Lösung für viele Probleme. Zunächst wäre da der enorme Komfort zu nennen, denn da die Verbindung zwischen Quelle (z.B. Handy, Tablet etc.) und Empfänger (in diesem Fall der Marantz SR5009) via Funk hergestellt wird, hat die lästige Kabelei zwischen Quelle und Empfänger nun endgültig ausgedient. Namensgeber für diesen, oft nur von Freisprechanlagen im Auto bekannten Standard, ist im Übrigen der im zehnten Jahrhundert regierende dänische König Harald Blåtand (was grob übersetzt „Blauzahn“ bedeutet), der seinerzeit einen Großteil Skandinaviens zu einem gleichberechtigten Herrschaftsbereich vereinte. Das Beste an Bluetooth aber ist, dass der Verbindungsaufbau in der Praxis im Nu und ohne Installations- oder Einrichtungskenntnisse erledigt ist. Denn, ist Bluetooth in den jeweiligen Geräten erst einmal aktiviert, identifizieren sich sämtliche verfügbaren Sender und -Empfänger in weniger als drei Sekunden mittels ihrer einmaligen MAC-Adresse. Über das Quellgerät kann nun das gewünschte Endgerät ausgewählt und verknüpft werden. Das Gerät, von dem der Verbindungsaufbau ausgeht (in unserem Test ein Apple iPhone), wird dabei automatisch zum „Master“ über den antwortenden Teilnehmer.

Wireless-Audio? Kein Problem für den SR5009. Neben der Audioübertragung über WLAN empfängt der schicke Japaner auch Signale via Bluetooth.

Wireless-Audio? Kein Problem für den SR5009. Neben der Audioübertragung über WLAN empfängt der schicke Japaner auch Signale via Bluetooth.

Marantz SR5009 im Praxis-Test: So funktioniert die Netzwerk-Einrichtung

Wer schon länger keinen AV-Receiver mehr eingerichtet hat, könnte aufgrund des umfangreichen Ausstattungspaketes durchaus denken, dass die Installation ihn schlicht und ergreifend überfordert. Vergessen Sie die vielen Fachbegriffe. Die Einrichtung des SR5009 ist wahrlich kinderleicht.

Verbinden Sie den AV-Receiver mit Ihrem TV-Gerät, idealerweise mit einem HDMI-High-Speed-Kabel. Danach schließen Sie Ihre Lautsprecher und sämtliche Zuspieler (am besten ebenfalls via HDMI) an. Jetzt nur noch das Netzkabel einstecken und den SR5009 einschalten – Fertig! Das war es im Grunde schon. Den Rest macht der Marantz fast selbst und führt Sie Schritt für Schritt durch das Installations-Menü. Die Navigation funktioniert dabei bequem mit der Fernbedienung. Nachfolgend zeigen wir Ihnen, wie einfach der SR5009 ins Netzwerk integriert wird.

  • Direkt nach dem 1. Einschalten des SR5009 öffnet sich das Installations-Menü. Wählen Sie die Sprache DEUTSCH und klicken Sie weiter, bis Sie auf „Netzwerk einrichten“ kommen. Suchen Sie sich das Passwort von Ihrem Netzwerk heraus.

Klangverbesserung mit Audyssey

Schallharte Wände, offene Fensterfronten und ein gefliester Fußboden können negative Auswirkungen auf die Tonwiedergabe haben. Häufig tritt in Wohnräumen zudem ein dröhnender Tiefbass auf, und/oder die Stimmen der Darsteller im Film sind nur schlecht zu verstehen. Die Ursache dieser suboptimalen Klangqualität ist nur selten die Tonmischung auf der Blu-ray oder CD. Die Fehlerquelle liegt meistens in den akustischen Eigenheiten des Wohnraumes begründet. Ideal wäre eine akustische Optimierung des Raumes. Aber aus optischen oder finanziellen Gründen wird davon meist abgesehen. Wer will schon auf einen Meter Raumbreite/länge verzichten, um diesen Platz mit Absorbern deckenhoch vollzustellen, nur damit der Bass nicht mehr dröhnt? Zumindest die Ehefrau meistens nicht. Hier kommt Audyssey ins Spiel. Das automatische Einmesssystem analysiert die Entfernung und die Lautstärkeunterschiede der einzelnen Lautsprecher zum Hörplatz und korrigiert den Klang im Raum. Idealerweise werden dabei auch das Bassdröhnen minimiert und die Sprachverständlichkeit verbessert.

An der Frontseite des SR5009 befindet sich die Anschlussbuchse für das Mikrofon. Die Buchse ist hinter einer kleinen Blende versteckt, die sich auf der rechten Seite unter dem Volume-Regler befindet. Sobald das Mikrofon eingestöpselt ist, öffnet Audyssey das entsprechende Menü - und die Messung kann beginnen.  Foto: Michael B. Rehders

An der Frontseite des SR5009 befindet sich die Anschlussbuchse für das Mikrofon. Die Buchse ist hinter einer kleinen Blende versteckt, die sich auf der rechten Seite unter dem Volume-Regler befindet. Sobald das Mikrofon eingestöpselt ist, öffnet Audyssey das entsprechende Menü – und die Messung kann beginnen.
Foto: Michael B. Rehders

 

Das Mikrofon wird idealerweise auf ein Stativ geschraubt und auf Ohrhöhe am Sitzplatz aufgestellt. Sollte kein Fotostativ vorhanden sein, ist das kein Problem. Im Lieferumfang des Marantz befindet sich ein verstellbarer Mikrofonständer. Dieser Ständer muss nur kurz zusammengesteckt werden, danach wird oben das Mikrofon befestigt. Anschließend wird der Mikrofonständer mitsamt Mikrofon am Hörplatz aufgestellt (Foto). Audyssey leitet nach dem Startvorgang durch die Messung. Wie beim Netzwerk einrichten muss der Hifi-Freund nur die bebilderten Anweisungen befolgen. Foto: Michael B. Rehders

Das Mikrofon wird idealerweise auf ein Stativ geschraubt und auf Ohrhöhe am Sitzplatz aufgestellt. Sollte kein Fotostativ vorhanden sein, ist das kein Problem. Im Lieferumfang des Marantz befindet sich ein verstellbarer Mikrofonständer. Dieser Ständer muss nur kurz zusammengesteckt werden, danach wird oben das Mikrofon befestigt. Anschließend wird der Mikrofonständer mitsamt Mikrofon am Hörplatz aufgestellt (Foto).
Audyssey leitet nach dem Startvorgang durch die Messung. Wie beim Einrichten des Netzwerks muss der Hifi-Freund nur den bebilderten Anweisungen befolgen.
Foto: Michael B. Rehders

Der Hörtest

Während WLAN sogar fehlerfrei aus dem Nebenraum funktioniert, gewährleistet Bluetooth lediglich über wenige Meter eine stabile Signalübertragung. Der Marantz beherrscht allerdings beides, so dass sich sowohl der Lieblingssender aus dem letzten Urlaub wie auch die Musiksammlung vom Handy über ihn wiedergeben lässt – sehr praktisch. Da der SR5009 auf rund 20.000 Radiostationen aus aller Welt zugreifen kann, leuchtet ein, dass die empfangenen Sender (leider) eine schwankende Qualität bieten. Während einige Stationen Musik auf einem Niveau – einem, das in seiner Güte schon fast in Richtung CD geht – bieten, hält das Angebot leider auch Sender bereit, die weniger gut klingen. Hier greift dann die hochwertige Wandlereinheit unseres Testgerätes ein, die eine bessere Audioqiualität verspricht. Zum besseren Verständnis: Zaubern kann er natürlich nicht, wir waren aber überrascht, wie viel besser der 5009er selbst aus Sender reproduzierte, die sich offenbar selbst kaum Mühe in Sachen Klangqualität gaben.
Mit gutem Quellmaterial läuft der Marantz dagegen zur Hochform auf. Im Stereobetrieb baut sich eine angenehme Bühne auf. Bässe werden druckvoll und präzise in den Raum gedrückt. Die Höhen sind klar und deutlich zu verstehen. Die Mitten ausgewogen und neutral. Wer anspruchsvolle Musik in exzellenter Qualität erleben möchte, den bedient Marantz bereits mit dem SR5009 vorbildlich. Im Mehrkanaleinsatz ergeben sich ebenso keinerlei Einbußen. Selbst Pegel weit oberhalb üblicher Zimmerlautstärke erzeugt der SR5009 locker – und zwar ohne, dass es zu Verzerrungen kommt. Die Stimmen der Protagonisten im Film bleiben ebenfalls jederzeit sehr gut zu verstehen. Und nach der automatischen Kalibrierung mit Audyssey „MultEQ XT“ werden auch 7.1-Surround-Sounds lückenlos und homogen reproduziert. Dabei baut sich sogar zwischen den Front- und Rear-Lautsprechern eine Bühne auf. Der Zuschauer wird förmlich in das ihn vollständig umgebende Surround-Erlebnis eingehüllt. Kräftige Bassattacken schüttelt der Marantz locker aus den Ärmeln. Zu jeder Zeit ist er souveräner Herr des Geschehens.

Die Fernbedienung liegt angenehm in der Hand. Der Druckpunkt der einzelnen Tasten ist gut abgestimmt, so dass sich ein wertiger Eindruck einstellt. Leider sind die Tasten nicht beleuchtet. Trotzdem gelingt die Navigation nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sicher, weil die unterschiedlichen Formen der Tasten einprägsam sind. Foto: Michael B. Rehders

Die Fernbedienung liegt angenehm in der Hand. Der Druckpunkt der einzelnen Tasten ist gut abgestimmt, so dass sich ein wertiger Eindruck einstellt. Leider sind die Tasten nicht beleuchtet. Trotzdem gelingt die Navigation nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sicher, weil die unterschiedlichen Formen der Tasten einprägsam sind.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Marantz präsentiert mit seinem SR5009 einen hochwertigen AV-Receiver. Für rund 900,00 Euro erhält sowohl der anspruchsvolle Musikfreund wie auch der engagierte Filmfan einen ausgewachsenen und modernen AV-Receiver mit überraschenden Allrounderqualitäten. Der SR5009 begeistert in unserem Test durch seine einfache Installation, durch fortschrittliche Netzwerkfunktionen, sein enormes Ausstattungspaket und seinen ausgewogenen, neutralen und zugleich mitreissenden Klang.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

98 %

91 %

150312.Testsiegel-Marantz

Technische Daten

Modell:Marantz
SR5009
Produktkategorie:AV-Receiver
Preis:899,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Gold
- Silver
- Black
- Silver-Gold
Vertrieb:D+M Deutschland, Osnabrück
Tel.: +49 (0)541 / 40 46 60
www.marantz.de
Gewicht:10,6 Kg
Abmessungen (HBT)161 x 440 x 346 mm
Anzahl Endstufen (Leistung)7 (à 180 Watt)
Eingänge:- 7 x HDMI
- 2 x Composite
- 2 x Video-Komponenten (YUV)
- 4 x Analog Chinch
- 2 x optisch Digital
- 2 x koaxial Digital
- Ethernet
- WiFi
- AirPlay
- DLNA
- HTC Connect
Ausgänge:- 2 x HDMI
- 2 x Subwoofer
- 1 x Komponent (YUV)
- 2 x Composite
- 7 x Lautsprecher-Terminals
Surround-Sound-Formate:- Dolby TrueHD
- DTS HD Master Audio
- DTS ES
- DTS 96/24
- Dolby Digital EX
- ProLogic IIx
- Dolby ProLogic IIz
Musik-Formate:- MP3
- WMA
- AAC
- FLAC 192/24
- WAV 192/24
- ALAC 96/24
- AIFF
- DSD
Netzwerk:- AirPlay Musik-Streaming
- HTC Connect
- DLNA
- WiFi
- Internetradio
- Spotify Connect
- Bluetooth
Besonderes:- UKW-Tuner mit RDS
- Mehrzonenbetrieb
- App für Android und iOS
- Video bis 4k/60 Hz
- Automatische Lautsprecherkonfiguration
- ECO Mode bei leiser Musik
Benotung:
Ton (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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