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Redakteur

Warum Entweder-oder, wenn Sowohl-als-auch geht? Auf die Frage, wie man HiFi und Heimkino unter einen Hut bekommt, liefert die Canton GLE 496.2 BT eine Antwort: Diese aktive Drei-Wege-Box bietet auf Knopfdruck den klassischen Zweikanal-Ton oder den cineastischen Surround-Sound. Es kommt noch besser: Durch analoge und digitale Eingänge, HDMI- und Bluetooth-Schnittstellen sowie den integrierten Verstärker ist die Beschallungsanlage mit diesen beiden Boxen quasi komplett.

Das Canton GLE 496.2 BT sorgt für Hörspaß – bei HiFi und Heimkino.

Deutschland hat ein akustisches Problem: Es gibt 1,7 Fernseher pro Haushalt, und hiervon sind 87 Prozent Flatscreens – also brillante Bildgeber mit miserabler Tonabsonderung. Darum ist klar: Fernsehen mit gescheitem Ton gibt’s nur mit zusätzlichem Beschallungs-Equipment. Wer nicht gerade Heimkino zum Hobby erkoren hat, verzichtet im Wohnzimmer gern auf das Boxenarsenal eines Surround-Sound-Sets und greift zum Soundbar. Wenn dieser Klangbalken dann auch noch Virtual Surround beherrscht, sorgt er mit dieser Raumklang-Simulation für richtig intensiven Filmspaß. Jetzt das Aber: Für eine hochwertige HiFi-Wiedergabe sind Soundbars wegen ihrer Querlage unterm Fernseher, der geringen Größe ihrer Chassis und dem begrenzten Gehäusevolumen nicht geeignet. Und jetzt? Zwei getrennte Anlagen mit jeweils artgerechten Boxen? Cleverer wäre eine Kombi-Lösung – und genau die liefert Canton mit der GLE 496.2 BT: Diese Box kann Hifi und Heimkino. Canton nutzt hier seine Doppel-Expertise: Die Hessen haben neben der langjährigen Erfahrung in der klassischen Stereobeschallung seit geraumer Zeit auch Know-How im Bereich Soundbars und Sounddecks aufgebaut – und so profitiert die GLE 496.2 BT von einigen selbstentwickelten Lösungen.

Die blaue LED-Anzeige ist gut ablesbar, doch wenn kein Befehl von der Fernbedienung kommt, schaltet sich selbständig ab.

Aktiv beteiligt

Ziemlich neu für Canton ist die Zusammenführung von Schallwandlern und Verstärker-Modul in einem Standlautsprecher. Eine solche Aktiv-Box bietet eindeutige Vorteile: Man benötigt keinen zusätzlichen Verstärker und kann sich sicher sein, dass Amp und Chassis aufeinander abgestimmt sind. Das spart Platz, aber auch Nerven: Nicht jeder hat Spaß an der Trial-and-Error-Suche nach einem passenden Verstärker-Boxen-Duo. In der direkt so konzipierten Canton GLE 496.2 BT ist es gleich stimmig – und zudem stark: Die Leistung wird mit 300 Watt ausgewiesen. Was kann die Aktivbox außer der Amplifizierung sonst noch? Das zeigt uns die Rückseite. Hier sitzen bei der linken Box die Anschlüsse und die Elektronik samt Display. Diese Box ist deshalb der sogenannte Master. Die rechte Box ist hingegen der Slave, der Klangknecht bekommt per Kabel die Befehle und Musiksignale von seinem Herrn, dem Master. Dessen Terminal und Technik beruhen auf dem Canton DM 90.3. Dieses Sounddeck hatten wir bereits im Test – und es erwies sich als Spitzenklasse. Die Canton GLE 496.2 BT punktet mit der gleichen Anschlussvielfalt. Beginnen wir mit der Audio-Sektion: Analog gibt es einen Line-Eingang für den CD-Player oder einen andere Zuspieler, digital finden wir je einen optischen und einen elektrischen S/PDIF-Eingang für digitale Geräte wie etwa einen Streamer, so kann man seine Files von der Festplatte abspielen. Auch ein etwas betagterer Satellitenempfänger oder DVD-Player, der keinen HDMI-Ausgang besitzt, lässt sich so integrieren. Dazu bietet die Canton GLE 496.2 BT mit Bluetooth noch eine unsichtbare Schnittstelle, damit klappt die kabellose Verbindung zu Tablet und Handy für den einfachen und schnellen Musikgenuss. Das geht in richtig guter Qualität, weil Canton hier auf die Bluetooth-Version 3.0 mit dem klangfreundlichen Codec aptX setzt. Die HiFi-Sektion bietet mit dem Sub Out auch einen Ausgang, hier können Bass-Fetischisten mit Massagebedürfnis einen zusätzlichen Subwoofer anschließen. Damit sind wir beim Heimkino-Angebot: Die GLE 496.2 BT punktet hier mit gleich vier HDMI-Schnittstellen. Die Ports unterstützen 3D und 4K – mittlerweile ein Ausstattungs-Standard. Drei der HDMI-Schnittstellen sind Eingänge für Blu-ray-Player, Spielkonsolen oder SAT-Receiver, die vierte ist ein HDMI-Ausgang mit Audio Return Channel (ARC). Hier schließt man den Fernseher an, wenn der Tuner im TV integriert ist. Sollte der Fernseher ebenfalls die Audiorückkanal-Funktion beherrschen, kann das TV-Gerät auf diesem Weg den Ton an die Canton GLE 496.2 BT leiten, ohne dass hierfür eine Extra-Verbindung mit einem Digital- oder Audiokabel nötig ist.

Das Canton GLE 496.2 BT bietet vier HDMI-Ports, zwei S/DIF-Inputs und einen analogen Line-Eingang – und als unsichtbare Schnittstelle Bluetooth.

Soundzauberer für Stereo und Raumklang

Die eingehenden Audio-Signale werden von der Elektronik der Canton GLE 496.2 BT passend behandelt: Der Signalprozessor und die Verstärkersektion verwandeln die ankommenden analogen Informationen und digitalen Daten in Musik und Filmton. Die 300 Watt-Beschallungs-Power des Verstärkers lässt sich äußerst fein dosieren, die Lautstärke wird in kleinen Schritten von Null bis 99 gesteigert. Durch den Soundprozessor kann man auch den Klang justieren: Bässe und Höhen sind in sechs Stufen steiger- oder absenkbar, zudem ermöglichen drei Equalizer-Presets die Anpassung der Wiedergabe an die Akustik des Hörraums. Doch bevor aus der GLE 496.2 BT etwas rauskommen kann, muss erst mal was reingehen. HiFi-seitig geht PCM bis 96 Kilohertz/24 Bit – das ist also schon hochauflösende HiRes-Qualität. Heimkino-seitig ist die Canton GLE 496.2 BT mit Decodern für Dolby Digital, DTS Digital Surround und DTS TruSurround ausgerüstet. Mehrkanal-Tonspuren von DVD und Blu-ray können also Stereo wiedergegeben werden, auf Wunsch zaubern die GLE 496.2 BT aber auch einen virtuellen Raumklang – ohne Einsatz weiterer Lautsprecher. Das geht mit einem Knopfdruck auf der beigefügten Fernbedienung, dann wechselt die Wiedergabe von „Stereo“ nach „Surround“. Das funktioniert auch mit Musikfiles, die man über einen Streamer zuspielt. Gerade bei Konzert-Aufnahmen verstärkt man so den Live-Charakter – prima! Der Sound-Zauberer kann aber noch mehr: Die „Dynamic Range Compression“ verringert Lautstärkeunterschiede von Dolby-kodierten Signalen, dadurch strapazieren brachiale Weltuntergangs-Szenarien nicht mehr so stark das Gehör, zarte Film-Dialoge hingegen sind besser wahrnehmbar. Hier kann zudem die „Lip Sync“-Funktion dafür sorgen, dass die Mundbewegung synchron zum klingenden Wort läuft. In jeweils 10 Millisekunden-Schritten ist eine maximale Ton-Verzögerung von 110 Millisekunden möglich. Nun zu dem, was nicht möglich ist: Formate wie DTS-HD Master Audio, Dolby True HD, DTS:X oder Dolby Atmos finden von der Canton GLE 496.2 BT keine Unterstützung. Die Hörer, an die sich Canton mit diesem Boxenpaar wendet, werden diese spezielleren Formate aber wohl kaum vermissen. Die GLE 496.2 BT richtet sich an alle, die mit geringem Aufwand geraumen Sound erreichen wollen. Zum Wohlklang tragen natürlich auch die Speaker der Box bei, wir schauen deshalb nun auf die Schallwandler-Abteilung.

Die flinke Metall-Kalotte des Hochtöners ermöglicht eine Beschallung bis 30 Kilohertz, der sie umgebende Waveguide sorgt für eine gleichmäßige Abstrahlung.

Glänzende Chassis

Wer die Cassis-Abfolge der GLE 496.2 BT betrachtet, erkennt auch hier die Canton-Charakteristik: Bei den größten Standboxen jeder Serie sitzt der Mitteltöner über dem Tweeter. In der GLE 496.2 BT sorgt eine neu entwickelte 25 Millimeter messende Alu-Mangan-Kalotte für den Hochton. Der sie einfassende, leicht trichterförmige Waveguide optimiert dabei die Schallabstrahlung. Die Mitten wandelt ein 18-Zentimeter-Konus aus Aluminium, im Bass kooperieren zwei Zwanzig-Zentimeter-Woofer, ihr Konus ist ebenfalls in Alu ausgeführt. Das Bass-Doppel hat mehrere Vorteile: Die beiden Membranen ergeben zusammen eine große schwingende Fläche für einen akustisch starken Bass. Mechanisch sind kleinere Chassis zudem leichter und verformungsfester – und optisch erlauben sie eine schlankere Front. So arbeiten also insgesamt vier Speaker in dieser Drei-Wege-Box, sie sorgen mit ihren Metall-Membranen für eine glänzende Erscheinung. Um den Bass weiter zu kräftigen, arbeitet die Canton GLE 496.2 BT nach dem Bassreflex-Prinzip, dadurch bewältigt die Box einen Übertragungsbereich von 30 Kilohertz bis runter zu cineastisch tiefen 22 Hertz. Die nötige Austrittsöffnung des Bassreflex-Kanals finden wir auf der Rückseite. Der Luftaustausch findet über einen leicht gerundeten Schlitz statt, er hätte gerne eine Glättung und ein Lackfinish erfahren dürfen.

Für den Bass ist ein Woofer-Duo zuständig. Dadurch ist die resultierende Membranfläche groß, was einer kräftigen Tieftonwiedergabe zugute kommt.

Gradliniger Auftritt

Optisch zeigt die Canton GLE 496.2 BT klare Kante: Das Gehäuse kommt ohne Rundungen aus. Ddurch wirkt die Box gerade in der weißen Variante unseres Testmodells sehr gradlinig und schnörkellos. Der Korpus ist klassisch im Design, mit gut einem Meter Höhe und einer Frontbreite von 21 Zentimetern wirkt die Box schlank, obwohl sie ein beachtliches Volumen hat. Und wer sich die GLE 496.2 BT näher anschaut, entdeckt noch weiteren dezenten Design-Kniff: Die Front der Box ist aufgesetzt und weist eine andere Oberflächenbeschaffenheit auf. Während der Korpus mit einem glatten Vinyl-Dekor foliert ist, besitzt die Front eine seidenmatte, leicht raue Lackierung. Sowohl dieses Finish als auch die Folierung sind makellos ausgeführt. In den alternativen Versionen der Canton GLE 496.2 BT ist die Erscheinung eine deutlich andere: Die schwarze Variante besitzt bei gleicher Frontbeschaffenheit eine optische und haptische Esche-Anmutung des Korpus, bei der Makassar-Ausführung hingegen mutet der Korpusüberzug wie ein glattes Holzfurnier an. Die Front ist in dieser Version ebenfalls schwarz. Durchgängig in Schwarz gehalten sind bei allen drei Varianten die mitgelieferten Abdeckungen. Sie bedecken aufgesetzt etwa zwei Drittel der Stirnseite. Halt finden die Stoffgitter über Steckstifte. Die entsprechenden Aufnahmen sind dezent in die Einfassungen der Chassis integriert und fallen deshalb optisch nicht auf. Wer den Blick gen Boden schweifen lässt, trifft bei der Masterbox unwillkürlich auf das Display. Es informiert mit blauen Segment-LED-Anzeigen über alle Veränderungen, die man per Fernbedienung vornimmt. Wenn keine Eingabe mehr erfolgt, schaltet sich das Display schnell ab, nur eine kleine grüne LED indiziert, das eine aktive Elektronik hinter der Front wirkt. Nun folgt auch schon der untere Abschluss der Box: Die Canton GLE 496.2 BT thront auf vier Füßen, bei denen ein silberner Metallring eine nachgiebige Kunststoff-Schicht einfasst. Beim Bewegen der Box auf empfindlichen Böden ist Achtung geboten, weil der weiche Kunststoff nur wenig über den Rand der harten Einfassung herausragt.

Die Canton GLE 496.2 BT steht auf weichen Kunststoff-Stempeln, die von einem Metallring eingefasst sind.

Anschluss leicht gemacht

Am Boden der Box finden wir rückseitig ein weiteres Highlight der Canton GLE 496.2 BT: Diese Aktivboxen werden mit Speakon-Verbindungen verkabelt. Dadurch wird das Strippenziehen kinderleicht: Es gibt nur einen Stecker, damit entfällt das Findungsverfahren, welche die Plus- oder Minus-Leitung ist. Zudem ist Schluss mit dem Gefummel beim Einführen der Litze, ebenso hat das Quetschen der Adern beim Festziehen der Überwurfmuttern ein Ende. Statt dessen wird einfach der griffige Stecker einsteckt und ein wenig gedreht, bis die Arretierung einrastet. Leichter geht es wirklich nicht. Canton legt das hierfür benötigte Kabel auch gleich den Boxen bei, im Zubehör finden wir überdies sämtliche Signalkabel und das Netzkabel. Das ist vorbildlich. Zusammen mit der sehr guten Bedienungsanleitung ist die Verkabelung auch für Laien einfach. Wenn die Canton GLE 496.2 BT mit dem Stromnetz verbunden wird, leuchtet in der Anzeige der linken Master-Box gleich die Betriebs-LED. Die Canton GLE 496.2 BT geht also sofort in den Standby-Modus. Einen Netzschalter gibt es nicht. Deshalb greift man zum Einschalten zu der Fernbedienung.

Die hochwertige Fernbedienung ist aus Metall gefertigt, handlich dimensioniert und übersichtlich gestaltet.

Erstklassiger Ferngeber

Die mitgelieferte Fernbedienung ist ein weiterer Pluspunkt dieser Box. Das Gehäuse des Gebers besteht aus Metall. Optisch ist die Fernbedienung attraktiv gestaltet, haptisch liegt sie gut in der Hand, logisch ist sie übersichtlich strukturiert. Die Tasten überzeugen durch einen gut definierten Druckpunkt. Nur bei der Quellenanwahl wäre es schöner, wenn man für jeden Eingang eine eigene Taste hätte statt sich mit zwei Tasten durch das Angebot klicken zu müssen. Die Infrarot-Steuerung der Canton GLE 496.2 BT ist nicht auf die mitgelieferte Fernbedienung begrenzt, das System ist lernfähig, so kann etwa die Lautstärke auch über den TV-Befehlsgeber geregelt werden. Ebenso schickt dann der Standby-Befehl für den Fernseher die Lautsprecher automatisch in den Schlaf. Die weiteren Funktionen vom Bluetooth-Pairing bis zur Bild-Ton-Synchronisierung meistert man ebenso mit wenigen Knopfdrücken. Prima!

ezenter Design-Kniff: Die Canton GLE 496.2 BT hat Ecken und Kanten – aber auch eine aufgesetzte Schallwand.

So klingt die Canton GLE 496.2 BT

Wir sind natürlich zuallererst auf den Heimkino-Spaß im Surround-Modus gespannt, wir nehmen dafür Sylvester Stallones Actionfilm „Daylight“ und gehen zur Szene im New Yorker Holland Tunnel. Juwelendiebe sind auf der Flucht, sie stoßen mit einem Chemikalien-Transport zusammen, die Kollision führt zu einer Katastrophe: Eine Kaskade von Explosionen zerstört gefühlt einhundert Autos, zum Finale stürzt dann der Tunnel ein. Das ist schon mit Zweikanal-Ton eine eindrucksvolle Verwüstungsorgie, die Canton GLE 496.2 BT gibt uns mit Punch und Basskraft ordentlich was auf die Lauscher. Im Surround-Modus jedoch ziehen uns die Boxen mitten ins Inferno: Bei den Detonationen der Gefahrengut-Laster fliegen uns die Stoßstangen und Glassplitter förmlich um die Ohren, die Kraft der Explosionen drückt uns ins Sofa, dabei haben wir in puncto Lautstärke gerade mal 70 von 99 erreicht! Die erzeugte Räumlichkeit ist verblüffend: Die Feuerbälle brüllen uns regelrecht an, wir spüren durch die Geräusche regelrecht die auf uns zurasende sengenden Hitze, und dann walzen die alles verzehrenden Flammen mit bassgewaltigem Grollen über uns hinweg – was für ein Spektakel! Getoppt wir das nur noch durch die Urgewalt des Tunneleinsturzes, hier rappelt der ganze Hörraum, während wir beim Bersten und Herabstürzen der Beton-Teile, die uns verschütten, leichte Klaustrophobie-Schübe bekommen. Der Canton GLE 496.2 BT gelingt es, die cineastische Urgewalt dieser Verwüstungsorgie auch akustisch eindrucksvoll in Szene zu setzen. Wow!

Canton geht bei der Boxenverkabelung neue Wege und setzt auf Speakon. Diese Lautsprecher-Steckverbindung hat mehrere Vorzüge: Es gibt nur einen Stecker für eine Buchse, eine Verpolung ist damit ausgeschlossen. Die Verbindung bietet zudem eine größere Kontaktfläche und ist mechanisch stärker belastbar.

Nun zum Stereo-Teil des Tests: Wir wählen Musik von Dave Matthews. Der Amerikaner zählt mit seiner Dave Matthews Band in den USA zu den Stars der Musikszene, 2003 hat er seinen ersten Solo-Ausflug gewagt – auch der ist ein Platin-Erfolg geworden. Für uns gerade interessanter: Das Album ist sehr gut produziert und bietet auf der Bonus-CD einige Live-Mitschnitte, darunter „Jimmy Thing“. Diesen Hit haben wir sowohl analog als auch digital zugespielt, hierbei klingen die über die S/PDIF-Eingänge zugeführten Signal in der Wiedergabe etwas kräftiger, druckvoller, aber auch straffer und frischer. Die Wandler-Einheit der Canton GLE 496.2 BT macht hier also einen sehr guten Job. Zurück zum Konzert: Das Publikum erkennt den Klassiker natürlich gleich mit den ersten Takten. Dieser frenetische Jubel sorgt auch bei uns für Kribbeln, die Boxen geben das Bühnengeschehen des reduzierten Akustik-Gigs und die Atmosphäre in der berühmten Radio City Music Hall von New York sehr gut wieder. Einen echten Kick kriegen wir jedoch nachdem wir von Stereo auf Surround umgeschaltet haben und nun den Song nochmals starten: Toll, wie viel das Klangbild an Räumlichkeit gewinnt, die Bühne wirkt breiter, größer, greifbarer. Die Wiedergabe gewinnt zudem an räumlicher Tiefe, weil wir über das rhythmische Klatschen der Fans viel besser die Schallreflexionen der Halle wahrnehmen. So bekommt man ein wirkliches Konzert-Feeling! Der Stereo-Modus liefert uns dafür die etwas fokussiertere und exaktere Wiedergabe des Bühnengeschehens – und die gelingt der Canton GLE 496.2 BT mit einer ausgesprochen runden Abbildung: Sie liefert einen schönen Detailreichtum, die Gitarren klingen richtig drahtig und brillant, ohne dabei die Höhen zu überzeichnen. Der Gesang besitzt eine angenehme Präsenz, auch die kleinen, zarten Brüche und das leichte Kratzen in der Stimme von Dave Matthews sind im Detail zu hören. Sehr gut! Für ein vielschichtigeres Klanggeschehen wechseln wir nun zur ersten CD, hier spielt Matthews mit der kompletten Band. Gleich beim Opener „Dodo“ bestätigt die Canton GLE 496.2 BT den Eindruck des Acoustic-Gigs: Der Klang ist kräftig und knackig, der Gesang und die Instrumente klingen klar und präsent, der Bass besitzt dabei eine natürliche Fülle, die eine Betonung durch den Soundprozessor wirklich nicht braucht. Die Canton GLE 496.2 BT macht also auch Stereo Spaß – und mit dem Surround-Modus umso mehr.

Aufgeräumt: Die Canton GLE 496.2 BT braucht nur noch Zuspieler – in unserem Fall einen Flatscreen, einen Blu-ray-Player. So bleibt der Gerätepark gering.

Fazit

Die Canton GLE 496.2 BT kann es gleich doppelt: Sie sorgt für hochklassiges HiFi, sie liefert aber ebenso raumfüllenden und effektreichen Filmton. Damit beides gelingt, verfügt das Aktivboxen-Paar über einen integrierten 300-Watt-Verstärker inklusive Wandler und Soundprozessor, zudem über eine Vielzahl an Schnittstellen, die von HDMI über S/PDIF bis Bluetooth reicht und auch einen analogen Line-Eingang umfasst. Die Drei-Wege-Auslegung mit zwei Tieftönern und Bassreflex-Abstimmung ermöglicht einen klaren und kraftvollen Stereo-Klang, der Spaß-Turbo ist aber der Virtual Surround-Sound: Hier gelingt der Canton GLE 496.2 BT eine Beschallung mit ausgezeichneter Raumklang-Simulation. Die Illusion verblüfft schon im Stereo-Betrieb, beim Heimkino erzeugt sie den Wir-sind-mittendrin-Effekt.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1+
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

96 %

99 %

94 %

180207.Canton-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Canton
GLE 496.2 BT Aktiv Set
Gerätekategorie:Standlautsprecher, aktiv
Preis:1.499,00 Euro / Set (=Master-/Slave-Paar)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Esche Vinyl Dekor Schwarz
- Vinyl Dekor Weiß
- Makassar
Vertrieb:Canton, Weilrod
Tel.: 06083 2870
www.canton.de
Abmessungen (H x B x T):1060 x 270 x 310 mm
Gewicht:22,0 kg (Stück)
Prinzip:aktiv, 3-Wege, Bassreflex
Hochtöner:1 x 25 mm (Aluminium-Mangan-Kalotte)
Mitteltöner:1 x 180 mm (Aluminium-Membran)
Tieftöner:2 x 200 mm (Aluminium-Membran)
Frequenzgang:22 - 30 000 Hz
(Herstellerangabe)
Übergangsfrequenzen:300 / 3.200 Hz
Leistung:300 Watt
(Nennleistung der
integrierten Verstärker; Herstellerangabe)
Eingänge:- 3 x HDMI (mit 3D, 4K)
- 1 x Digital optisch (TOSLink)
- 1 x Digital elektrisch (Coax)
- 1 x Bluetooth 3.0 (mit apt-X Decoder)
- 1 x Analog (Cinch)
- 1 x Speakon (Slave-Box)
Ausgänge:- 1 x HDMI Output (mit ARC)
- 1 x Subwooferausgang (Cinch)
- 1 x Speakon (Master-Box)
Maximale Samplingrate/Auflösung:PCM 96 kHz/24 Bit
Lieferumfang:- Canton GLE 496.2 BT Aktiv Set (Paar)
- Frontabdeckungen (schwarz)
- Fernbedienung
- Batterie (CR2032)
- Netzkabel
- Speakon Kabel (5,0 m)
- HDMI Kabel (3,0 m)
- optisches digitales Audiokabel (3,0 m)
- koaxiales digitales Audiokabel (3,0 m)
- analoges Stereo Audiokabel (Cinch auf Stereo-Miniklinke, 3,0 m)
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- integrierter Verstärker
- integrierter DAC
- integrierte Decoder für Dolby Digital, DTS Digital Surround, DTS TruSurround
- LipSync-Funktion für exakte Sprachsynchronisation
- klangoptimierbar über DSP-Schaltung
- Equalizer mit 3 Sound-Presets
- Display
- hochwertige Fernbedienung
- IR-Lernfunktion - steuerbar mit TV- / Systemfernbedienung
Benotung:
Klang (60%):1,+
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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