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295 Gramm – mit diesem erstaunlichen Geringgewicht ist der MrSpeakers Ether 2 momentan der weltweit wohl leichteste Magnetostat-Kopfhörer in ohrumschließender Bauart. Der Flächenstrahler hat aber noch weitere Stauner in petto: die grandiose Wiedergabequalität und die veränderbare Klangsignatur – und hierfür gibt es eine besonders verblüffende Modifikations-Methode.

Der MrSpeakers Ether 2 vermittelt schon optisch seine Leichtigkeit.

MrSpeakers – diesen Ruf hat sich Firmengründer Dan Clark durch seine Erfahrung und Expertise im Lautsprecherbau erworben. Den Spitznamen hat er zum Firmennamen gemacht, als er anfangs magnetostatische Edel-Kopfhörer von Fostex modifizierte. Vor vier Jahren präsentierte Clarc dann seinen ersten selbstentwickelten Folienschwinger. Dieser „MrSpeakers Ether“ wurde begeistert aufgenommen und hat den kalifornischen Kopfhörerspezialisten direkt in das High End-Segment katapultiert. Nun präsentiert MrSpeakers den Nachfolger Ether 2 – und der profitiert von einem technischen Zweisprung und etlichen mechanischen Verbesserungen.

Mit 295 Gramm ist der Koppfhörer ultraleicht. MrSpeakers hat hier auf jedes unnötige Gramm verzichtet, ohne an der Qualität zu sparen.

Erstaunliches Leichtgewicht

Leichter sollte er werden, sehr leicht – das war eine Prämisse bei der Entwicklung des Ether 2. Da hätte man nun Metall durch Plastik ersetzen können, doch das kam für Dan Clark und seine Crew nicht infrage, weil dies den Klang beeinträchtigt und die mechanische Belastbarkeit und damit die Lebensdauer des Kopfhörers verringert. Deshalb sind die Ohrmuscheln und der Kopfbügel nach wie vor aus Metall, aber: Sie sind filigranstmöglich gefertigt. So mutet die mattschwarze Aluminium-Muschel dieses offenen Kopfhörers wie ein Spinnennetz an. Die Durchbrüche sind eine fertigungstechnische Meisterleistung, zumal das feine Strebengeflecht nahtlos in die Muscheleinfassung übergeht – diese Einheit ist aus einem Stück gemacht. Chapeau! An der Muscheleinfassung setzt die Aufhängung am Bügel an. Sie ist gegenüber dem Vorgänger, bei dem jede Muschel an zwei Stellen befestigt war, auf einen Fixierpunkt reduziert, was wiederum Material und Gewicht spart. Durch diese Ein-Punkt-Aufhängung kann sich die Muschel vertikal bewegen und an den Kopf anschmiegen. Der tief gewählte Ort des Übergangs sorgt dafür, dass der Ether 2 eine sehr gute Gewichtsverteilung bietet und sich durch diese Balanciertheit auf dem Kopf noch weniger bemerkbar macht. Die Aufhängung führt nun zu dem Kopfbügel. Dessen Stabilisierung ist mit gerade mal zwei Metallstäbe realisiert – aber die haben es in sich: Sie bestehen aus Nitinol. Dies ist eine in der Herstellung und Verarbeitung ziemlich teure Nickel-Titan-Verbindung, die als Formgedächtnis-Legierungen bekannt ist: Sie findet immer wieder zu ihrer ursprünglichen Geometrie zurück. Zugleich ist Nitinol ultrarobust, sodass zwei parallel geführte Drähte genügen, um einen stabilen, verformungsresistenten Bügel zu bilden. Hier wurde also abermals Gewicht gespart und zudem die optische Leichtigkeit erhöht. Diesen beiden Zielen dient auch das kunstlederne Kopfband: Mit seinen großen Durchbrüchen setzt es das Massevermeidungsprinzip der Muscheln fort und lässt zugleich mehr Luft an den Kopf. Das hochwertige Kunstleder schmiegt sich dabei gut an den Schädel an. Die Größeneinstellung erfolgt über die beiden Abschlussstücke, sie bilden an den Enden des Bandes den Übergang zum Bügel und sind entlang der beiden Drähte verschiebbar.

Die Ohrpolster mit ihrem weichen Proteinleder-Überzug und dem anschmiegsamen Memory Foam tragen zu dem hohen Tragekomfort bei.

Polster für den Komfort – und für verschiedene Klangsignaturen

Für den Komfort am Ohr sorgt das Polster, beim Ether 2 besteht es aus sogenanntem Proteinleder. Dies ist ein spezielles hochwertiges Kunstleder, das in seinen Eigenschaften täuschend echt wie Leder wirkt – optisch wie haptisch. Dieser sehr weiche Überzug ist ein Hautschmeichler, dazu trägt auch sein Innenleben bei: die Polsterfüllung aus Memory Foam. Dieser Gedächtnisschaum ist einerseits schön nachgiebig, was dem Tragekomfort zugute kommt, andererseits findet er immer wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück. MrSpeakers bietet zusätzlich zu diesem Standard-Ohrpolster zwei optionale Alternativen an – und zwar aus akustischen Gründen: Der kalifornische Kopfhörer-Spezialist hat herausgefunden, dass der Klang auch von der Beschaffenheit der Pads abhängt. Die Variante mit perforiertem Polster soll eine größere Klangbühne, seidenweiche Höhen und einen üppigen Mitteltonbereich bieten, die Variante mit Velourspolsterung hingegen einen wärmeren Ton und einen noch gleichmäßigeren Frequenzgang liefern. Darauf sind wir echt gespannt. Damit man die Pads leicht wechseln kann, sind sie nicht fest verklebt oder montiert, sondern mit einem adhäsiven Polyurethan-Gummi versehen, dadurch lassen sich die Ohrpolster einfach und in Sekundenschnelle austauschen (dieses Video zeigt, wie man die Polster wechselt). Natürlich sollte der Ether 2 auch mit seinen serienmäßigen Pads ein exzellentes Ergebnis liefern – und dafür hat MrSpeakers einiges getan.

Mit verschiedenen Polstern erreicht man verschiedene Klangsignaturen. Zum mitgelieferten Standrad-Pad (links) gibt es optional die perforierte Varianten (Mitte) und die Velour-Version (rechts).

Flotte Folie mit Flexibilitäts-Falzen

Ziehen wir das Ohrposter ab, entdecken wir die ebenfalls im Spiderweb-Look gehaltene Trennwand aus Karbonfaser – wieder Gewicht gespart. Die Trennwand schützt den dahintersitzenden Schallwandler, macht aber trotzdem zugleich seine Technik sichtbar: Hier schwingt eine hauchzarte Folie, die mit Metallleitern überzogen ist, durch die das Musiksignal fließt. Das Schwingen geschieht deshalb, weil die Folie von Magneten eingefasst ist und stromdurchflossene Leiter in einem Magnetfeld abgestoßen und angezogen werden. Durch diesen elektromagnetischen Effekt wird der Schall erzeugt. Das Magnetostat-Prinzip ist sehr beliebt, weil die zarte Folie aufgrund ihres geringen Gewichts sehr schnell agieren kann, dadurch ist die Wiedergabe ungemein impulstreu und exakt, der Klang wird als offen, frisch und sehr räumlich wahrgenommen. MrSpeaker hat das Prinzip nun mehrfach modifiziert. Die erste Änderung ist die „V Planar-Technologie“: Die eigentlich plane Membran wird mit einem Rändelwerkzeug so bearbeitet, dass die Folie eine leichte Faltenstruktur aufweist. Dadurch wird beim Schwingen die bogenförmige Membranwölbung reduziert, welche eigentlich durch die Einspannung der Folie am Rand und durch die begrenzte Elastizität des Materials unvermeidbar ist. Durch die Faltung hingegen kann die Folie wie eine Ziehharmonika gestreckt und gestaucht werden, ohne dass das Folienmaterial an sich gedehnt wird. Die Bewegung der Membranfläche ist dadurch gleichmäßiger und die Biegung geringer. Dadurch soll die Membran mehr Luft bewegen können, was insbesondere die Basswiedergabe kräftigt. Zudem soll aber auch die Dynamik steigen und die Verzerrung sinken. Die V-Planar-Membran war der Clou der ursprünglichen Ether-Serie, in der aktuellsten Version ist das Gewicht der aufgebrachten Aluminium-Leiterbahnen um 70 Prozent verringert worden – das macht die flinke Folie noch flotter und dadurch impulstreuer und hochauflösender.

Durch eine spezielle Klebefolie lassen sich die Pads leicht ablösen und austauschen.

Strömungsoptimierung für den Klangfluss

Für die neue Kopfhörer-Generation von MrSpeakers kommt nun noch die „TrueFlow“-Technik hinzu: Da die Folienmembran zwischen Magneten sitzt, muss die von der Folie bewegte Luft an diesen Magnetstäben vorbei, um zum Ohr des Hörers zu gelangen. Dabei wird der Schall in verschiedene Luftströme aufgetrennt, ein Teil der Luft fängt sich an der kantigen Geometrie der Magnetstäbe und verwirbelt. Als Gegenmaßnahme wird der gesamte Magnetstab-Bereich nun mit einem perforierten, luftdurchlässigen Material verfüllt, so dass sich der Luftstrom nicht mehr bricht und die Verwirbelungen geringer werden. Dies soll Verzerrungen im Klang vermindern und die Auflösung wie auch die Dynamik verbessern. Beim Ether 2 ist man noch einen Schritt weitergegangen: Die „TrueFlow“-Technik ist hier nicht nur eingebaut worden, stattdessen wurde der gesamte Antrieb um dieses offenbar meritenreiche Konzept herum entworfen. Das soll die Vorzüge dieser Strömungsoptimierung – größere Linearität, mehr Dynamik, höhere Auflösung – abermals steigern.

Ohne Polster ist die Karbon-Trennwand mit der dahintersitzneden Magnetostat-Technik sichtbar.

Klangoptimiertes Kabel

Damit der Ether 2 seine Trümpfe ausspielen kann, muss das Musiksignal aber erst mal unbeschadet zu ihm gelangen – und auch diesen Transportweg hat MrSpeakers optimiert. Das bisherige Kabel war klanglich top, erwies sich bei der Benutzung aber als etwas zu steif. Auch bei der Unempfindlichkeit gegen Trittschall, Druck, Berührung oder schleifende Bewegung über Jacke oder T-Shirt war offenbar noch Luft nach oben. Deshalb hat MrSpeakers ein neues Kabel entwickelt. Diese „Vivo“ getaufte Verbindung bietet zur klanglichen Exzellenz nun auch eine größere Flexibilität und ist noch unempfindlicher gegen äußere mechanische Einflüsse. Vibrationen werden also nicht durch das Kabel an die Muscheln geleitet und als akustisches Additiv dem Klang beigefügt. Geblieben ist der amtliche Anschluss: MrSpeakers setzt hier auf ultrasolide vierpolige Mini-XLR-Stecker, die in die entsprechenden robusten Buchsen des Ether 2 eingeführt werden. Dort hat der Stecker festen Halt, denn er besitzt eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Herausziehen. Mit einem satten Klick rastet der Stecker ein. Zur Entriegelung zieht man dann den gefederten Überwurfring zurück. Das ist eine sehr gute, stabile und kontaktsichere Lösung. Auf der andere Seite mündet das Kabel in einen 6,35-Millimeter Stecker, also: unsymmetrische große Klinke. Alternativ kann man das Kabel aber auch mit XLR-Steckern für eine symmetrische Signalübertragung bestellen. So oder so ist das Kabel 1,8 Meter lang. Mit einem Gewicht von gerade mal 115 Gramm setzt dieses Kabel die Leichtigkeits-Prämisse des Kopfhörers fort. Zur sicheren Aufbewahrung des Kopfhörers gibt es eine von den Ether 2-Designern Dan Clark and Jason Egger signierte Walnuss-Standbox samt Stativ sowie gleich zwei Kabel, die mit den Steckern der eigenen Wahl konfektioniert werden. Diese Ausstattungsfeature erheben den Ether 2 zur „Special Edition“-Version, die der deutsche Vertreib AudioNEXT ebenfalls anbietet.

Das neue „Vivo“-Kabel ist noch flexibler und noch unempfindlicher gegen Störgeräusche. Geblieben ist der amtliche Anschluss: Der vierpolige Mini-XLR-Stecker sorgt mit seiner rastenden Überwurfhülse für elektrisch und mechanisch sicheren Kontakt.

Der MrSpeakers Ether 2 in der Praxis

Wir starten immer gerne mit einem Song, der uns vertraut ist, so lässt sich die Wiedergabequalität der Klangkette verlässlich beurteilen. Bei uns besteht die Kette anfangs aus einer mobilen Lösung: Der Ether 2 findet Anschluss an den portablen Kopfhörerverstärker/DAC Woo Audio WA11 topaz, der HiRes-Dateien der Güten PCM 768 Kilohertz/32 Bit sowie DSD512 handhaben kann, als Dateienlieferant dient uns das Smartphone LG V30 – und von ihm spielen wir nun „Liberty“ von Anette Askvik zu. Die norwegische Singer/Songwriterin bietet hier einen hervorragend produzierten und clever instrumentierten Song. Die elegische Nummer ist von Anfang an mit Synthesizer-Sounds und Elektronikklängen grundiert – und diese Sounds lassen uns gleich in den ersten Sekunden aufhorchen: Der Ether 2 bietet ein unerwartet volles und basskräftiges Klangbild, wie wir es eher von einem geschlossenen Kopfhörer erwarten würden. Wir werden von den wabernden, leicht pulsierenden Synthie-Akkorden regelrecht eingehüllt und befinden uns quasi in einer kompakten Klangwolke. Dazu kommen nun tieffrequente, wie Herzschläge wirkende Doppelschläge, die noch von einer Bassdrum betont werden – ja, die haben richtig Schmackes! Dieses kompakt-kräftige Klangbild und diesen tonalen Tiefgang hätten wir dem filigran-leichten Ether 2 ehrlich gesagt nicht zugetraut! Als Gegencheck spielen wir den Track nun über unser MacBook, auf dem die audiophile Playersoftware Audirvana Plus installiert ist, und gehen dann in den mit DAC-Modul ausgestatteten Kopfhörerverstärker/Preamp Lehmannaudio Drachenfels USB – und auch hier erleben wir diese überraschende Klangfülle. Dabei trägt der Ether 2 aber nicht dick auf: Details bildet er wunderbar fein und klar ab. Die Herzschläge sind mit einem tollen Echo und Hall versehen und pendeln so von links nach rechts, bis sie schließlich in der Ferne entschwindenden. Das ist ein toller Effekt, der uns eine schöne Illusion von der Weite und Offenheit des Klangraums vorgaukelt, auch die immer wieder eingeflochtenen Soundeffekte wie die links neben uns knarzende Zugbrücken-Kette sorgen für einen herrlichen Realismus und bescheren uns ein akustisches Kammerspiel. Nun tritt Anette Askvik mit ihrem warmen, fragilen Gesang hinzu – und auch hier sind wir unmittelbar dabei, wir registrieren jedes zarte Luftholen, und jede noch so leise gehauchte Silbe ist wunderbar präsent.

Die filigrane Aufhängung, und der leichte Bügel sorgen auch optisch für die Leichtigkeit.

Anderes Polster, anderer Klang

Nach und nach treten nun Cello, Saxofon, Klavier und Schlagzeug – und auch hier genießen wir die nach wie vor überraschende Fülle und Kraft des Klanges, hier kann der Ether 2 es locker mit dem ebenfalls von uns getesteten geschlossenen MrSpeakers Ether C Flow aufnehmen, auch in punkto Impulstreue spielt er in der gleichen Liga. Nun interessiert uns als nächstes natürlich diese Klangsignatur-Geschichte: Was passiert, wenn wir die Ohrpolster wechseln? Wie nehmen die Standard-Pads ab und tauschen sie zuerst gegen die perforierten Polster. Zuerst fällt uns der noch höhere Tragekomfort auf. Saß der Ether 2 schon vorher wegen seines ungemein geringen Gewichts höchst unauffällig auf unserem Kopf, so wird es nun geradezu luftig leicht – und dies ist auch der klangliche Charakter dieser Pads: Die Wiedergabe erweist sich nun als noch etwas offener und weiträumiger, das ist gerade bei den verhallten Effekten und dem herrlichen Saxophon-Solo von „Liberty“ ein echter Zugewinn! Nun wechseln wir diese Pads gegen die Velour-Polster – und abermals ändert sich der Charakter: Die Wiedergabe wirkt nun weicher und mittenbetonter (ein Effekt, den eigentlich die perforierten Polster erzielen sollten), auch noch kompakter – das ist uns aber, ehrlich gesagt, zuviel des Guten: Beim Zusammenspiel aller Instrumente wirken die Bässe zu voluminös, der Gesamtsound ist dann nicht mehr ganz so transparent. Wechseln wir statt der Pads mal die Musik: Bei „Black Ice“ von AC/DC macht der Ether 2 mit den Velourpolstern dann ein glänzende Figur: Der Sound hat Druck, genau die richtige Portion Bass, trotzdem ist alles aufgeräumt. Der Sound ist klar, ohne in den Höhen zu betont zu sein – das kann aufgrund der Abmischung des „Black- Ice“ Albums durchaus passieren. Trotzdem toppen auch hier die perforierten Pad die Performance: Die Auflösung und Transparenz ist schlicht größer. Nun tauschen wir sie gegen die Standard-Pads – und merken, dass die Höhen hier etwas schärfer klingen. Klarer Fall: Die perforierten Pads sind bislang unser Favorit.

Mit einem erstklassigen DAC/Kopfhörerverstärker wie dem Woo Audio WA11 topaz kann man mit dem Ether 2 auch Musik vom Smartphone in exzellenter Qualität hören.

Exzellenter Tragekomfort

Bleibt das auch so bei der Wiedergabe von klassischer Musik? Wir wählen von Gustav Mahler den sechsten Satz „Langsam. Ruhevoll“ aus der dritten Sinfonie, einen Einspielung mit dem Budapest Festival Orchestra unter Ivan Fischer in der Qualität DSD128. Hier sorgen die Velour-Pads für einen wunderbar runden Klang, während die perforierten Polster etwas mehr Weite bieten, das Orchester aber auch scheinbar etwas in die Fern rücken. Da waren wir mit den Velourpolstern näher dran, das war mitreißender. Die Standard-Polster sorgen hier für einen kompakteren Klang, da haben uns wiederum die perforierten Polster mit ihrer großen Bühnenabbildung besser gefallen. Mh… Da hat man mitunter also die Qual der Wahl. So oder so: Die Polster lösen das Versprechern ein, verschiedene Klangsignaturen liefern zu können. Die Anschaffung lohnt sich, wenn man für verschiedene Genres, unterschiedliche Produktionen oder schlicht verschiedene Vorlieben klanglich gewappnet sein möchte. Über das ganze Ausprobieren haben wir übrigensd den Ether 2 auf unserem Kopf fast vergessen. Er ist so leicht, dass er sich wirklich nicht bemerkbar macht, dazu kommt auch der hohe Tragekomfort: Hier herrscht eine perfekte Balance zwischen dem Anpressdruck für den sicheren Halt, der schonenden Polsterung der Muscheln und dem Passform verleihenden Kopfband. Auch nach mehreren Stunden hören wir Musik, ohne dass der Ether 2 stört. Dazu trägt auch das Kabel bei: Es wird durch die Platzierung der Anschlussbuchsen erst mal vom Körper weggeführt, das ist prima, so werden Geräusche vermieden, die durch das Schleifen über den Brustbereich entstehen. Die Nebengeräusche bleiben aber selbst bei willentlichem Reiben an der Kabelmantelung aus, auch auf Drücken und Klopfen reagiert das Kabel ziemlich unempfindlich. Zudem ist das Kabel ebenfalls ein Leichtgewicht – und auch die erhöhte Flexibilität führt dazu, dass es weitgehend aus der Wahrnehmung verschwindet. So kann man sich voll und ganz der Musik widmen – und deren Wiedergabe ist mit dem Ether 2 ein echter Genuss.

Mit dem Spider-Design der Ohrmuscheln und seiner filigranen Bauart ist der Ether 2 ein echter Hingucker.

Fazit

Der MrSpeakers Ether 2 glänzt mit all den Meriten, die man einem Magnetostaten zuschreibt: Er besitzt einen offenen, sehr räumlichen, impulstreuen und hochauflösenden Klang. Dazu verblüfft dieser offene Kopfhörer mit einer Basskraft und einer Klangfülle, die man eher von einem geschlossenen Modell erwartet hätte. Das nächste Staunen besorgen die austauschbaren, als optionales Zubehör erwerbbaren Ohrpolster: Durch den Austausch der Pads lässt sich die Klangsignatur auf verschiedene Stile und Geschmäcker hin merklich verändern. Beim Hören vergisst man umgehend, dass man den Ether 2 auf dem Kopf hat, sein ungemein geringes Gewicht von gerade mal 295 Gramm sorgt in Verbund mit einer sehr guten Bügelkonstruktion, den ohrschmeichelnden Polstern und dem erstklassigen, flexiblen Kabel für einen überragenden Tragekomfort. Das gelungene Design des Ether 2 rundet die Top-Performance dieses High End—Kopfhörers ab.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 97/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

96

99

98

190801.MrSpeakers-Test siegel

Technische Daten

Modell:MrSpeakers
Ether 2
Produktkategorie:Kopfhörer
Preise:- Standard-Ausführung (mit Transportcase, 1 Kabel): 2.199,00 Euro
- Special Edition (mit Walnuss-Displaystand, Metallstativ, 2 Kabeln): 2.699,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:AudioNEXT, Essen
Tel.: +49 (0)201 – 507 39 50
www.audionext.de
Gewicht:- 0,295 kg (ohne Kabel)
- 0,410 kg (mit Kabel)
Prinzip:- Magnetotstat
- offene Bauweise
- ohrumschließend
Treiber:2 x 71 x 45 mm (Magnetostat)
Impedanz:16 Ohm
Anschluss:Kabel (beidseitig geführt)
Lieferumfang (Standard-Ausführung):- MrSpeakers Ether 2
- Stereo-Kabel (1,8 m), 4-Pin-Mini-XLR auf 6,35 mm-Klinke oder XLR
- Transportcase
- Bedienungsanleitung
- Garantieerklärung
Optionales Zubehör:- Austausch-Pads Veloursleder (99 Euro / Paar)
- Austausch-Pads perforiertes Kunstleder (99 Euro / Paar)
Pros und Contras:+ exzellent räumlich-offene, neutrale und natürliche Abbildung
+ extrem geringes Gewicht
+ hoher Tragekomfort
+ hervorragende Verarbeitung
+ verschiedene Klangsignaturen durch wechselbare Ohrpolster
+ robuste 4-Pin-Mini-XLR-Steckverbindung

- Alternative Ohrpolster für verschiedene Klangsignaturen nur als optionales Zubehör
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):99/100
Ausstattung (20%):98/100
Gesamtnote:97/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungangemessen

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