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Wharfedale bringt mit der Aura 2 einen ausgefallenen Drei-Wege-Regallautsprecher heraus. Das Pärchen wartet unter anderem mit dem bekannten AMT-Hochtöner auf, der schon in vorherigen Tests erstklassigen Sound abgeliefert hat. Hören wir doch mal, ob die Komponenten unter der glänzenden Oberfläche des Walnussgehäuses auch einen glänzenden Klang in die Ohren zaubern.

Die Arua 2 möchte mit imposantem Design und lebendigem Sound punkten.

Das Tal der Wharfe verleiht dem Hersteller den entsprechenden Namen. Das Unternehmen Wharfedale wurde 1933 von Gilbert Briggs errichtet, nachdem er seinen ersten Lautsprecher im heimischen Keller entwarf. Immer wieder gelang es dem Hersteller, neue Standards zu setzen. So hat auch das Prinzip der 2-Wege-Lautsprecher hier seinen Ursprung gefunden. Die erste Frequenzweiche mussten, laut Firmenhistorie, zwei gestandene Männer transportieren. Briggs Bücher zählen zu den Grundpfeilern des Lautsprecherbaus. Heute gehört das Unternehmen zur chinesischen International Audio Group, entwickelt wird aber immer noch in Großbritannien auf Augenhöhe mit Audiolab und Luxman. Die Wharfedale Aura 2 gehört zur neuen Aura-Reihe, die Wert auf gute Ausstattung mit erhabener Optik legt und im mittleren Preissegment angesiedelt ist. Sie nimmt dabei Anleihen bei der Elysian-Reihe. Die Hardware ist sehr solide verarbeitet, durchdacht und kann nicht nur mit ihrem exquisiten Äußeren Punkte verbuchen.

Glanzpunkt

Wenn man die Wharfedale Aura 2 zum ersten Mal sieht, staunt man nicht schlecht. Sie erinnert in ihrer Form an die Elysian 2 und unsere Walnuss-Hochglanz-Version sieht schon sehr schick aus. Hier ist das Gehäuse nicht in sichtbar getrennte Komponenten aufgeteilt, sondern sieht aus wie aus einem Guss. Die drei Treiber sind sauber in die abgerundete Schallwand integriert und die Verschraubung verschwindet hinter einem akustischen Dämpfungsrahmen. Die Front ist an den Seiten sanft abgerundet und die rundlichen Seitenwände verschlanken das Volumen nach hinten um einige Zentimeter. Man könnte meinen, der gesamte Lautsprecher wäre aus einem Stamm gefräst. Das würde der Konstruktion allerdings nicht gerecht, denn die Wände bestehen aus mehreren Schichten, die durch ein dämmendes Gel getrennt werden. Hierdurch wird ein extrem schwingungsarmes Gehäuse realisiert, wie wir es in ähnlicher Form auch aus der Elysian-Reihe kennen.

Verkleidete Schrauben, ein elegant geformtes Gehäuse mit ausgezeichneter Lackierung und die hohe Verarbeitungsqualität, machen die Aura 2 zu einem optischen Highlight.

Aufwendige Konstruktion

Der Bassreflexport befindet sich unter dem Lautsprecher und strahlt zu den Seiten ab. Dies macht sich natürlich bei der Aufstellung positiv bemerkbar, da wir die Wharfedale Aura 2 dichter an der Wand platzieren können, als wenn der Port nach hinten strahlen würde. Entfernen wir die mitgelieferte, magnetisch haftende Frontabdeckung, fällt der Blick auf die für meinen Geschmack wunderbar gearbeiteten Chassis. Im Bassbereich arbeitet ein 130 Millimeter großer Tieftontreiber. Die Membran besteht hier aus extrem leichtem, beschichtetem Fieberglas. Dadurch wird sie zum einen sehr flink und gleichzeitig werden Eigenschwingungen weitestgehend verhindert. Sie sitzt in einer sehr weichen Gummisicke für optimale Beweglichkeit und maximalen Hub. Der Staubschutz in der Mitte ist hier als relativ großer Kegel ausgeführt und verbessert das Abstrahlverhalten des Chassis noch einmal. Auf die gleiche Weise ist der Mitteltontreiber konstruiert. Er misst allerdings nur 100 Millimeter im Durchmesser.

Die Bassreflexöffnungen sind unten im Sockel der Lautsprecher eingelassen. Durch die Abstrahlung zu den Seiten, ist die Nähe zur Rückwand weniger problematisch.

Da ist Bewegung in der Luft

Ganz oben sitzt in der Wharfedale Aura 2 der Air-Motion-Transformer. Der Magnetostat besteht aus einer gefalteten hauchdünnen Membran, durch deren Leiterbahnen das Signal geführt wird. Da sie von einem Permanentmagneten umgeben ist, bewegt sich die Membran und setzt so das elektrische Signal in Luftbewegung um, die wir hören können. Dabei erreicht sie einen enorm hohen Wirkungsgrad. Der AMT von Wharfedale zeichnet sich dabei mit einem vergleichsweise sanfteren und weniger spitzen Sound aus. Wer sich mit dem Anblick von Chassis schwer tut oder neugierige Finger von den wertvollen Treibern fernhalten möchte, kann die mitgelieferte Frontabdeckung anbringen. Die hochwertig verarbeitete Verhüllung haftet magnetisch, satt und fest an ihrer zugedachten Position. So viel Kraft war schon lange nicht mehr erforderlich, um eine Abdeckung abzunehmen. Der schwarze Stoff harmoniert ausgezeichnet mit der Hochglanz-Walnussfront und schmiegt sich sanft an die Rundung an.

Der große Air Motion Transformer misst 27 x 90 Millimeter. Er soll gute Detailtreue mit angenehmer Musikalität kombinieren.

Technische Daten

Die Wharfedale Aura 2 ist noch so frisch, dass selbst auf der Website des Herstellers derzeit noch kaum Angaben zu finden sind. Der Vertrieb hat uns aber zumindest mit ein paar offiziellen Daten versorgt. Eine Aura 2 bringt stattliche 20,5 Kilogramm auf die Waage und ragt 560 Millimeter in die Höhe. An der breitesten Stelle messen wir 286 Millimeter und in der Tiefe sind 402 Millimeter erforderlich. Das Terminal ist zwar mit schrägen Anschlüssen versehen, dennoch sollte man bedenken, dass Bananenstecker noch etwas nach hinten hinausragen werden. Die Aura 2 verfügt über Bi-Wiring-Anschlüsse. Mit Hilfe der beiliegenden, schön gearbeiteten Brückenkabel, lassen sie sich aber auch mit nur einem Paar Stecker betreiben. Als Verstärker empfiehlt das Unternehmen eine Leistung zwischen 25 und 150 Watt, was ich mit unserem Hegel auch erfolgreich bestätigen kann. Optional bietet Wharfedale dann noch stylische, perfekt passende Lautsprecherständer an.

Die soliden Schraubterminals sind nach außen geneigt, um den Anschluss von Kabeln zu erleichtern.

Ein stimmiges Gesamtbild

Genug über die anmutige äußere Erscheinung der Wharfedale Aura 2. Mir ist heute nach Yello und daher bemühe ich „Electrified“ der Schweizer Musiker. Das Stück beginnt mit einem sehr ruhigen Synth-Layer und einem Ticken, dass langsam die Spannung aufbaut. Bevor Dieter Meier und die Bass-Drum das Spektrum nach unten hin ausdehnen. Dabei breitet die Aura 2 die Sounds gekonnt in die Breite aus und stellt gleich klar, dass wir es hier mit einem Meister der Darstellung zu tun haben. Die Bändchen akzentuieren die Höhen glasklar und mit unvergleichlicher Brillanz, sodass das Zuhören zu einer wahren Freude wird. Die hohen Akzente der verschiedenen Instrumente blitzen mit einer Strahlkraft, die selbst die auf Hochglanz polierte Holzfront erblassen lässt. Auch im empfindlichen Mitteltonbereich, weiß die Aura 2 sich zu behaupten.

Der Mitteltöner mit 100 Millimetern Durchmesser sorgt unter anderem für eine natürliche Stimmwiederabe.

Eine runde Darbietung

Die Stimme von Malia in „Cold Flame“, ebenfalls von Yello, wartet mit einer unglaublichen Präsenz auf. Alle leicht faserigen Details in den tieferen Gesangspassagen werden von der Wharfedale Aura 2 fein ausgearbeitet. Gleichzeitig gehen die gehauchten Nuancen der Stimme nicht verloren, die ihr ihren eigenen Charakter verleihen. Ebenfalls ausgezeichnet arbeiten die Basstreiber mit ihrer Unterstützung durch den Bassreflexkanal, der hier nach unten ausgeführt ist und seitlich abstrahlt. Das wird besonders im Intro von „Kiss the Cloud“ offenbar, dass mit satten Bassklängen den Raum füllt. Und trotz der kraftvollen Bassgewalt gehen die leisen metallischen Akzente im Hintergrund nicht verloren. Einzig die ultratiefen Sythesizer-Sounds des Bass-Layers schafft die kompakte Bauform dann nicht mehr in voller Tiefe darzustellen. Hier wäre noch etwas mehr Schubkraft nett gewesen.

Die 150-Millimeter-Basschassis packen ordentlich zu, verlieren ganz unten aber ein wenig an Kraft.

Dynamisch und spritzig

Auf der anderen Seite ist es aber ein unglaubliches Vergnügen Fifi Rong durch das Stück zu begleiten, denn die Wharfedale Aura 2 schnappt sich alle Nuancen der Sängerin und serviert sie dem Hörer in allen Details. Sehr viel Spaß bereitet auch die Dynamik der Wharfedale. Dabei agieren nicht nur die Tieftöner äußerst spritzig und kraftvoll. In allen Bereichen spürt und hört man die Spielfreudigkeit der Treiber. Auch bei der Aufteilung der Frequenzen hat man ein gutes Händchen bewiesen. So spielen die drei Treiber Hand in Hand und übertragen ein absolut glaubwürdiges Abbild der Aufnahme.

Mit den beiliegenden Abdeckungen lassen sich die Treiber des Drei-Wege-Systems bei Bedarf verhüllen.

Präzise und klar

In „Fast Car“ von Tracy Chapman ist es atemberaubend, wie präzise die Wharfedale Aura 2 die Stimme der Sängerin auf den Punkt bringt. Für meine Ohren klingt die Abstimmung perfekt neutral, vielleicht eine Klitzekleinigkeit ins Wärmere hinein, was meiner Hörgewohnheit sehr entgegenkommt. Die Stimme der Sängerin wird ausgezeichnet wiedergegeben und harmoniert perfekt mit den Glasklaren Begleitgitarren. Das eher im Hintergrund arbeitende Schlagzeug aus Bass-Drum und Rim-Shots fügt sich in den Strophen perfekt in das Geschehen ein. Sanft säuseln die Becken im Chorus und die Snare bringt die nötige Strahlkraft mit, um den eher knackigen Refrain aufzubrechen. Dabei bleibt das Geschehen immer Stimmig und erfreut mit einer klaren Plastizität.

Auf Grund der recht üppigen Größe der Aura 2 sind die optionalen Ständer eine klare Empfehlung. Auch sie sind hochwertig verarbeitet und lassen es nicht an Stil mangeln.

Etwas 80er

Das einführende Synth-Layer, ein leicht blechernes Ride-Becken und eine knackige Bass-Drum setzen die Parameter für die nun folgende Darbietung. Das E-Piano bricht einen Akkord erst links auf, um anschließend im Hall rechts wiederholt zu werden. Im Chorus hört man das Thema des Songs „Why“ von Sängerin Annie Lennox, wie man es heute auch in modernen Songs gewohnt ist, die ja keine drei Minuten mehr auf die Uhr bringen. Hier geht es noch ganz entspannt zu und dazu trägt auch die getragene Atmosphäre bei. Der Bass führt die Harmonien des Synthies weiter und begleitet die Sängerin durch das gesamte Stück. Die Wharfedale Aura 2 gefällt wieder durch die sehr ausgewogene Abstimmung der Chassis untereinander, die einfach nichts vermissen lassen. Damals musste Annie Lennox noch ohne Auto-Tune zurechtkommen und ihre Harmonien perfekt intonieren und das hört sich auf den Raum aufgezogen auch einfach viel glaubwürdiger an als heutige Produktionen.

Wharfedale bietet mit der Aura 2 eine tolle Möglichkeit für ein klangstarkes Stereo-Setup, das das Zeug zu einem Blickfang im Wohnzimmer hat.

Fazit

Wharfedale hat mit der Aura 2 wieder etwas ganz Besonderes erschaffen. Der für ein Drei-Wege-Bassreflexsystem recht kompakte Lautsprecher bietet in dieser Preisklasse einfach alles, was das Herz begehrt. Die absolut harmonisch abgestimmten Membranen unterstützen den AMT-Hochtöner perfekt und die Strahlkraft der hohen Frequenzen ist eine wahre Freude. Durch den seitlich abstrahlenden Bassreflexport ist die Aura-Reihe nicht so wählerisch bei der Aufstellung. Außerdem ist sie auch rein optisch eine wahre Freude, sowohl in der Wallnuss-Variante wie auch in den neutraleren schwarzen oder weißen Klavierlack-Ausführungen. Hier zeigt sich erneut, wie viel „Ohrenmerk“ die Entwickler auf die Abstimmung gelegt haben. Es ertrinkt keine Facette im Gewimmel und alle Nuancen erfahren die volle Beachtung. Für mich ein absolut gelungenes Wohnzimmeraccessoire mit ausgezeichnetem Klang.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Branislav Ćakić

Gesamtnote: 90/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90 of 90

89 of 90

89 of 90

Technische Daten

Modell:Wharfedale Aura 2
Gerätekategorie:Kompaktlautsprecher
Preis:1999 Euro (Paar)
Ständer: 999 Euro (Paar)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Walnuss
- Schwarz Pianolack
- Weiß Pianolack
Vertrieb:IAD Deutschland, Korschenbroich
0800 2345007
www.audiolust.de
Abmessungen (H x B x T):560 x 286x 402 mm
Gewicht:20,5 kg
Bauart/Prinzip:3-Wege, passiv, Bassreflex
Bestückung:1 x 27 x 90 mm AMT Hochtöner
1 x 100 mm Mitteltöner
1 x 150 mm Tieftöner
Belastbarkeit:150 Watt (Herstellerangabe)
Frequenzbereich:35 – 22.000 Hz (Herstellerangabe)
Impedanz:6 Ohm
Anschlüsse:Schraubterminals, Bi-Wiring
Lieferumfang:2 x Aura 2
2 x magnetische Abdeckung
Pro & Contra:+ imposante Optik
+ hohe Verarbeitungsqualität
+ wandnah aufstellbar
+ schönes Timbre
+ ausgezeichnete Detaildarstellung
+ dynamisch und lebendig
+ homogene Abstimmung

- recht groß
Benotung:
Klang (60%):90/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):89/90
Gesamtnote:90/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut
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