lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Bei der Midex folgt Audio Physic seinem Erfolgsprinzip: Hinter der scheinbar klassischen Optik steckt jede Menge innovative Technik – angefangen beim glasbeplankten Gehäuse mit Sandwich-Aufbau über die Honeycomb-Böden und Keramikschaum-Füllungen bis hin zu den resonanz- und vibrationsgebändigten Spezial-Chassis, die durch ihre ungewöhnliche Anordnung auffallen und überdies mit einem Konus im Hochton überraschen. Im Test haben wir noch weitere Features entdeckt – und erfahren, wie die Summe der Finessen in einem audiophilen Erlebnis resultiert.

Mit ihrer hochglänzenden Glasoptik, der tiefschwarzen Kolorierung und dem sanft geneigten Gehäuse besitzt die bildschöne Audio Physic Midex eine beeindruckende Präsenz.

Mit ihrer hochglänzenden Glasoptik, der tiefschwarzen Kolorierung und dem sanft geneigten Gehäuse besitzt die bildschöne Audio Physic Midex eine beeindruckende Präsenz.

Eigentlich sollte uns bei Audio Physic nichts mehr überraschen: Wir haben von der Briloner Schallwandler-Manufaktur bereits die Classic 3, die Classic 8, die Classic 15, die Classic 22 und die Codex zu Gast in unserer Redaktion gehabt. Doch trotzdem sorgt nun die Midex, kaum dass sie ausgepackt und aufgestellt in unserem Hörraum steht, gleich für eine Spontanversammlung staunend-interessierter Kollegen. Das liegt natürlich zuallererst an der überaus attraktiven Anmutung der Midex: Unser Testmodell glänzt mit einer Vollverglasung in sattestem Schwarz und einem dynamischen Design mit sanft geschrägtem Gehäuse. Durch diese Optik hat die Midex eine tolle Präsenz. Dabei ist ihr Korpus mit den Maßen 112 mal 20 mal 34 Zentimetern zwar volumenreich, aber durchaus schlank – und die Verglasung intensiviert die elegant-edle Ausstrahlung. Glas war im Lautsprecherbau lange ein No-Go, weil es für klangliche Härte und Klirren sorgt – wenn man den Werkstoff nicht zu zähmen weiß.

Die Glaspaneele sind mit einer feinen Fase geschliffen. Sie intensiviert die optische Geschmeidigkeit und die hochwertige Anmutung.

Die Glaspaneele sind mit einer feinen Fase geschliffen. Sie intensiviert die optische Geschmeidigkeit und die hochwertige Anmutung.

Gläsernes Kunstwerk

Genau das ist Manfred Diestertich gelungen. Der Chefentwickler verantwortet seit rund zwei Dekaden die audiophilen Schallwandler von Audio-Physic – und widmet sich wohl schon ebenso lange dem Thema Entkopplung. Das hat hier zu einer speziellen Gehäusekonstruktion geführt, mit der die akustischen Kniffeligkeiten des Glases gebändigt werden. Der MDF-Korpus und die Glasverkleidung sind dafür in einem vibrationsdämpfenden Sandwich-Aufbau realisiert. Die Beplankung mit den Glaspaneelen erfolgt mit reichlich Know-how. Zu den Rändern hin sorgt ein dickes, doppelseitiges Spezial-Klebeband für einen definierten Abstand der Glasscheibe. So entsteht ein genau bemessener Zwischenraum. Die hier eingeschlossene Luft funktioniert nun, wie bei einem doppelverglasten Fenster, als Schallisolator. Das Klebeband ist zudem dauerelastisch und absorbiert dadurch Vibrationen. Zur weiteren Beruhigung der Glasscheibe werden im Zwischenraum zusätzliche Klebestreifen und ebenfalls elastisch haftende Fixierungspunkte aufgebracht. Dieses Verfahren ermöglicht nun den akustisch unbedenklichen Auftrag der fein geschliffenen und gefasten Echtglas-Paneele, welche die Front, die Wangen und die Oberseite bekleiden.

Der sanft nach hinten geneigte Korpus verleiht der Midex eine optische Dynamik. Diese Formgebung ist ein Markenzeichen sämtlicher Audio Physic-Schallwandler der Reference Line. Akustisch bewirkt die Schrägung der Schallwand, dass die Schallanteile aller Chassis zeitrichtig am Hörplatz eintreffen.

Der sanft nach hinten geneigte Korpus verleiht der Midex eine optische Dynamik. Diese Formgebung ist ein Markenzeichen sämtlicher Audio Physic-Schallwandler der Reference Line. Akustisch bewirkt die Schrägung der Schallwand, dass die Schallanteile aller Chassis zeitrichtig am Hörplatz eintreffen.

High Gloss-Effekt oder edle Echtholz-Optik

Die Glasplatten sind auf der Innenseite lackiert. Hierdurch entsteht der herrliche High Gloss-Effekt: eine Kombination aus perfekt-ebener Oberfläche, brillantem Glanz und intensiver Farbigkeit. Hier sind verschiedenste Farbtöne realisierbar, Audio Physic bietet für die Midex Weiß, Perlweiß, Rot, Silbergrau, Anthrazit und Schwarz an. Als Alternative zur Glas-Beplankung mit ihren feinen Nuten gibt es die Midex aber auch mit einem durchgängigen Furnier aus Echtholz, das ebenfalls in einem Spezialverfahren appliziert wird. Hier stehen Kirsche, Walnuss und, mit Hochglanzlackierung veredelt, Ebenholz und Rosenholz zur Auswahl. Bei allen Glas- und Holz-Varianten gibt es eine Konstante: Der obere Frontbereich, in dem die Chassis sitzen, ist immer in Schwarz gehalten. Im Innern der Midex geht es genauso abwechslungsreich zu. Mehrere Längs- und Querverstrebungen bürgen für Robustheit und Resonanzarmut und unterteilen den Korpus in neun Kammern. Zwischen den Abteilen für den Tweeter und den Mitteltöner, aber auch unter den Frequenzweichen-Platinen sitzen Platten aus einem speziellen Honeycomb Sandwich-Material.

Ein Blick von unten zeigt uns die Bassreflex-Lösung, die durch die Front elegant kaschiert wird. Der Kanal ist mit porenreichem Keramikschaum versehen, der das Strömungsverhalten akustisch optimiert.

Ein Blick von unten zeigt uns die Bassreflex-Lösung, die durch die Front elegant kaschiert wird. Der Kanal ist mit porenreichem Keramikschaum versehen, der das Strömungsverhalten akustisch optimiert.

Specials inside: Honeycomb-Sandwich und Keramikschaum

Diese Honeycomb-Platten sind durch ihre offene Wabenstruktur leichter und zugleich resonanzärmer als MDF – und optimieren überdies das akustisch wirksame Volumen des Gehäuses. Als weiteres Spezial-Material kommt Keramikschaum zum Zuge. Diese an einen versteinerten Schwamm erinnernde Schaumstruktur ist leicht, ultrahart und vor allem offenporig. Dadurch besitzt der Keramikschaum eine extrem große Oberfläche. In der Midex wirkt dieses Material deshalb wie ein Diffusor für den rückwärtig in das Gehäuse abgestrahlten Schall. So wird das Gehäuse akustisch bedämpft und mechanisch verstärkt – ohne dafür klangrelevantes Volumen zu opfern. Das kommt ebenso dem Bass zugute wie die Bassreflexabstimmung: Ihre ebenfalls mit Keramikschaum akustisch optimierte Öffnung mündet zwar vorderseitig, ist aber durch das Frontpaneel kaschiert. So wird der Schall dann elegant-unsichtbar gen Boden geleitet. Zwei Metall-Traversen sorgen für den nötigen Abstand zum Untergrund. Zugleich bürgen die Aluminium-Ausleger für den sicheren Stand der Midex und koppeln den Lautsprecher über vier höhenverstellbare Spikes definiert-vibrationsminimierend an den Boden an.

Ungewöhnlich: Die oben und unten positionierten Tieftöner fassen den Tweeter und den Mitteltöner ein. Diese Woofer-Anordnung soll die Präzision bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen befördern.

Ungewöhnlich: Die oben und unten positionierten Tieftöner fassen den Tweeter und den Mitteltöner ein. Diese Woofer-Anordnung soll die Präzision bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen befördern.

Rahmende Langhub-Woofer

Weiter geht’s mit den Spezialitäten bei den Chassis. Hier fällt direkt die unübliche Anordnung der Tieftöner auf. Sie sitzen nicht, wie beim Einsatz zweier Woofer üblich, als Team zuunterst auf der Schallwand. Stattdessen fassen sie den Tweeter und den Mitteltöner ein. Dies zeitigt im tiefen Frequenzbereich eine gewollte Bündelung der Abstrahlung. So mindert die Midex eine ungewollte Anregung des Hörraums. Das wiederum sorgt für eine präzisere Basswiedergabe. Die Konus-Membranen beider Woofer bestehen aus Aluminium. Dadurch sind sie leicht und steif und können schnell und präzise schwingen. Alu neigt allerdings zu tonalen Verfärbungen durch Resonanzen. Sie werden durch eine Keramikbeschichtung unterbunden. Diesen speziellen Material-Mix setzt Audio Physik gern bei seinen Spitzen-Schallwandlern ein. Beide Tieftöner sind Langhub-Chassis. Diese Konstruktionsweise erlaubt der Membran eine weitere Auslenkung und ermöglicht damit mehr Hub. Das ist, neben dem üppigen Gehäusevolumen und der großen resultierenden Membranfläche der beiden 18-Zentimeter-Woofer, der Schlüssel für einen kraftvollen und tiefreichenden Bass.

Der untere der beiden Tieftöner. Zusammen mit seinem oben positionierten Partner bietet er eine gute resultierende Membranfläche. Überdies sind beide Woofer als Langhubchassis ausgelegt. Hinzu kommt ein beachtliches Gehäusevolumen. Damit bietet die Midex alle Voraussetzungen für einen amtlichen Tiefton.

Der untere der beiden Tieftöner. Zusammen mit seinem oben positionierten Partner bietet er eine gute resultierende Membranfläche. Überdies sind beide Woofer als Langhubchassis ausgelegt. Hinzu kommt ein beachtliches Gehäusevolumen. Damit bietet die Midex alle Voraussetzungen für einen amtlichen Tiefton.

Doppelkorb als Vibrationsbremse

Auch der Mitteltöner, der den Bereich zwischen 200 Hertz und 2,8 Kilohertz übernimmt, bietet reichlich Know-how: Hier erfährt die keramikbeschichtete Alu-Membran eine zusätzliche Resonanzunterdrückung. Dies geschieht mithilfe eines in die Sicke integrierten Silikon-Gummirings. Er wird beim Montageprozess leicht geweitet. Diese dauerhaft-definierte Vorspannung der Membran verhindert das metallische Klingeln bei bestimmten Frequenzen, welches durch Partialschwingungen verursacht wird. Der Bändigung ungewollter Schwingungen dient auch die ausgebuffte Doppelkorb-Konstruktion des Chassis. Normalerweise ist ein einziger Korb der Träger aller Chassis-Bestandteile, also des starren Magnetantriebs, der schwingenden Membran samt Zentrierung und Schwingspule und der vibrierenden Sicke samt Einfassung. Außerdem ist Korb die Kontaktstelle zum Gehäuse. So bildet er üblicherweise eine Brücke für alle Chassis-Vibrationen. Diesen Übertragungsweg sperrt nun der Doppelkorb: Ein innerer Kunststoff-Korb absorbiert mit exzellenten Dämpfungseigenschaften die entstehenden Schwingungen, ein äußerer Aluminiumdruckguss-Korb sorgt für die Stabilität des Gesamtgebildes. Beide Körbe sind zudem voneinander entkoppelt, weil sie nur über einen schmalen Ring Kontakt haben.

Der Mitteltöner besitzt dank seiner keramikbeschichtete Alu-Membran einen sanften Schimmer. Zur Wärmeableitung dient ein leicht konisch zulaufender Phase Plug, der im Zentrum positioniert ist.

Der Mitteltöner besitzt dank seiner keramikbeschichtete Alu-Membran einen sanften Schimmer. Zur Wärmeableitung dient ein leicht konisch zulaufender Phase Plug, der im Zentrum positioniert ist.

Revival des Hochton-Konus

Die nächste Entdeckung ist der Hochtöner. Zwar bleibt uns verborgen, dass hier ebenfalls die Doppelkorb-Konstruktion zur Resonanzvermeidung zum Zuge kommt. Doch sichtbar ist, dass Audio Physic hier auf die heute übliche Kalotte verzichtet und stattdessen auf einen Konus setzt. Diese früher durchaus verbreitete Lösung hat attraktive Vorzüge: sehr geringe Verzerrung, höherer Wirkungsgrad, keine Taumelbewegung der Membran wegen der hinterseitigen Zentrierung. Dem stehen allerdings als Negativa entgegen: eine größere Neigung zu Resonanzen und eine stärkere Bündelung des Schalls. Audio Physics neue Konstruktion der alten Konus-Lösung bewahrt die Vorteile, behebt jedoch die Nachteile: Der 39 Millimeter messende Tweeter kombiniert eine immer noch moderat große, sanft gewölbte Konus-Membran, die abermals aus keramikbeschichtetem Alu besteht, mit einer verhältnismäßig großen Staubschutz-Kappe aus Kunstseide. Beim ersten Hinsehen könnte man den Tweeter fast für einen Kalotten-Hochtöner halten. Diesem Spezial-Konus gelingt eine potente Schallwandlung, eine homogen Abstrahlung und eine verzerrungsarme Wiedergabe bis hin zu beeindruckend hohen 40 Kilohertz.

Sieht aus wie ein Kalotten-Tweeter, ist aber keiner: Wie bei vielen anderen Modellen setzt Audio Physic auch bei der Midex auf einen Konus für den Hochton.

Sieht aus wie ein Kalotten-Tweeter, ist aber keiner: Wie bei vielen anderen Modellen setzt Audio Physic auch bei der Midex auf einen Konus für den Hochton.

Die Audio Physic Midex in der Praxis

Das hören wir uns nun endlich auch alles an. Wir klemmen die Midex an unseren Hegel H360, der wiederum vom SACD-Player Oppo UDP-203 mit Musik versorgt wird, und beginnen mit der Positionierung der Midex. Sie erweist sich als absolut unkompliziert. Bereits mit unserer Grundaufstellung sind wir fast am Ziel: Die Lautsprecher haben zueinander einen Abstand von rund 2,20 Metern, die Distanz zur Wand beträgt etwa 45 Zentimeter, zum Hörplatz hingegen fast 2,30 Meter. Nun winkeln wir die Lautsprecher leicht ein. Schon haben wir eine stabile, größenrichtige Abbildung. Noch ein paar Grad mehr Eindrehung hin zum Sofa, dann ist es perfekt. Zur Ausrichtung eignet sich insbesondere ein Stück mit Gesang. Wir haben Shelby Lynnes wunderschönes Cover des Dusty Springfield-Klassikers „Just A Little Lovin‘“ gewählt. Bei dieser audiophilen Aufnahme zeigt sich schnell, dass unser wattstarker Hegel eine gute Verstärkerwahl ist. Die Midex mag und belohnt nämlich einen kräftigen und reservenreichen Antrieb.

Die Midex ohne Frontpaneel und Abdeckung: Deutlich sichtbar sind nun die Neopren-Dübel, die bei den Schrauben für die Schallwand-Befestigung eine akustische Entkopplung bewirken. Mit dieser vibrationsminmerenden Dübel-Lösung sind auch der Mitteltöner und die Bass-Woofer im Gehäuse fixiert.

Die Midex ohne Frontpaneel und Abdeckung: Deutlich sichtbar sind nun die Neopren-Dübel, die bei den Schrauben für die Schallwand-Befestigung eine akustische Entkopplung bewirken. Mit dieser vibrationsminmerenden Dübel-Lösung sind auch der Mitteltöner und die Bass-Woofer im Gehäuse fixiert.

Verblüffender Realismus

Bereits der Beginn ist eine kleine Sensation: Drummer Gregg Field touchiert nur zweimal leise das Ride-Becken, tritt einmal verhaltenen die Bassdrum und setzt einen kurzen Hieb auf die Snare – schon sitzen wir gebannt und mit großen Augen auf dem Sofa. Das Becken klingt derart echt und greifbar, das Ausschwingen seines Tons und auch sein Ausklingen mit stetig changierenden Klangfarben sind derart plastisch, dass wir das glänzende Metall förmlich sehen können! Die Bassdrum, die bei einem zum Vergleich herangezogenen wattärmeren Amp eher lapidar klang, entfaltet nun im Verbund mit dem Hegel ihre volle Wirkmächtigkeit. Jetzt klingt auch diese große Trommel so, wie man sie von einem livehaftigen Schlagzeug kennt: knackig, trocken und druckvoll bei der Berührung von Klöppel und Fell, danach richtig satt und tief im Ton, den der voluminöse Trommelkessel erzeugt. Bereits hier spüren wir den immensen Punch, den die Midex liefert – und wir ahnen schon: Da kommt noch mehr.

Das Terminal der Midex: Auf dem ebenfalls vibrationsentkoppelten Anschlussfeld sitzen zwei hochwertige nextgen-PlasmaProtect-Klemmen von WBT. Audio Physic setzt bewusst ein einziges Paar: Die meisten Käufer betreiben klassisches Single Wiring. Deshalb verzichten die Briloner auf weitere Klemmen samt Brücken, die mehr kosten und den Klang verschlechtern. Auf Wunsch und gegen Aufpreis wird die Midex jedoch auch mit einem Bi-Wiring/Bi-Amping-Terminal ausgerüstet.

Das Terminal der Midex: Auf dem ebenfalls vibrationsentkoppelten Anschlussfeld sitzen zwei hochwertige nextgen-PlasmaProtect-Klemmen von WBT. Audio Physic setzt bewusst ein einziges Paar: Die meisten Käufer betreiben klassisches Single Wiring. Deshalb verzichten die Briloner auf weitere Klemmen samt Brücken, die mehr kosten und den Klang verschlechtern. Auf Wunsch und gegen Aufpreis wird die Midex jedoch auch mit einem Bi-Wiring/Bi-Amping-Terminal ausgerüstet.

Immersive Raumerfahrung

Doch jetzt erst mal nimmt uns der Snare-Schlag gefangen: Der kurze Hieb ist nicht hart, aber präzise – und die Ansatzlosigkeit und Impulstreue, mit der die Midex uns diesen Schlag versetzt, lässt uns unwillkürlich zusammenzucken. Das ist dynamisch schlicht exzellent! Die Snare ist zudem von allen Drumset-Komponenten am stärksten in einen wunderschönen Kunsthall eingebettet. Er führt uns akustisch in einen ganz anderen Raum – und durch die superbe Auflösung der Midex ist es ein geradezu immersiver Genuss, den Reflexionen nachzuhören: Mit geschlossenen Augen tauchen wir förmlich in diesen Raum ein und lassen die Realität hinter uns. Hier leistet der Hochtöner, woran wir aufgrund seiner Größe ein wenig gezweifelt haben: Er sorgt für eine überaus offene, transparente und detailreiche Abbildung. Über die Räumlichkeit hinaus beschert der Tweeter uns damit auch eine tolle Plastizität, zu der aber ebenso die Agilität seiner Schallwandlung beiträgt. Chapeau!

Bei aufgesetztem Frontpaneel befördert der Filzring, der den Hochtöner umgibt, die Bedämpfung der auf ihm aufliegenden Glasplatte.

Bei aufgesetztem Frontpaneel befördert der Filzring, der den Hochtöner umgibt, die Bedämpfung der auf ihm aufliegenden Glasplatte.

Machtvoller Bass mit abgründiger Tiefe

Nun zu unserer Ahnung: Sie wird mit dem Einsatz von Bassist Kevin Axt bestätigt und übertroffen: Mit lang stehenden Tönen liefert Axt einen machtvollen Bass, der vor abgründiger Tiefe nur so strotzt und ein mordsmäßiges Volumen hat. Uff! Noch beeindruckender wird es dann mit den angehaltenen Tönen, die Axt auf seinem Viersaiter spielt: Jeder dieser Stopps sorgt für einen immensen Druck auf Trommelfell und Magen. Was für ein definierter Punch, auch im oberen Bassbereich! Und was für eine ungeheure Kraft! Dabei liefert die Midex diesen Tiefton völlig entspannt, souverän und frei von Kompressionseffekten. Es ist geradezu ein Paradox: Der ultraschwere Bass hat eine wunderschöne Leichtigkeit. Dank der Offenheit, Auflösung und Klarheit der Midex können wir hier sogar die Anschlag- und Spielgeräusche, das charakteristische leichte Schnarren auf dem Griffbrett und das typischen Rutschen, das die Finger des Bassisten auf den Stahlsaiten erzeugen. Wieder erleben wir dieses Echt-Gefühl.

Zugunsten der Standfestigkeit ist die Midex auf zwei Metalltraversen gelagert. Hier sehen wir die vordere. An jedem Ende der Aluminium-Ausleger sitzt oberseitig ein Metallrondell. Es kontert formvollendet die unterseitig eingeschraubten Spikes, die mittgeliefert werden. Hier hingegen ist die Midex mit den aufpreispflichtigen „VCF II Magnetic plus“-Standfüßen unterfüttert. Optisch noch passender sind die größeren Füße der VCF V-Version.

Zugunsten der Standfestigkeit ist die Midex auf zwei Metalltraversen gelagert. Hier sehen wir die vordere. An jedem Ende der Aluminium-Ausleger sitzt oberseitig ein Metallrondell. Es kontert formvollendet die unterseitig eingeschraubten Spikes, die mittgeliefert werden. Hier hingegen ist die Midex mit den aufpreispflichtigen „VCF II Magnetic plus“-Standfüßen unterfüttert. Optisch noch passender sind die größeren Füße der VCF V-Version.

Echt-Gefühl mit Club-Feeling

Das gilt erst recht, wenn die restlichen Instrumente hinzustoßen: Gitarrist Dean Parks spielt das Thema des Songs vor allem durch Anschläge der Greifhandfinger auf die Saiten. Das gibt einen speziellen Ton mit ganz eigenen Nebengeräuschen. Die macht die Midex ebenso hörbar wie das Rauschen des Röhren-Gitarrenverstärkers. Auch die geschmackvollen Akkord-Anreicherungen von Keyboarder Rob Mathes kommen bestens zur Geltung. Alle Musiker stellt uns die Midex nun in schöner Breiten- und Tiefenstafflung auf eine imaginäre Bühne. Ihre Räumlichkeit können wir förmlich spüren. Es klingt, als wären wir in einem kleinen Club – und vor uns steht Sängerin Shelby Lynne. Nicht zu nahe, sondern in realer Entfernung. Aber trotzdem hat die weiche, schlanke Stimme eine Intimität, die uns sofort für die amerikanische Sängerin gewinnt. Lynne singt verhalten, fast verletzlich: Sie setzt die vokalen Kunstmittel sehr dosiert ein, doch die Midex lässt uns jedes kleine Vibrato, die zartesten Stimmreibungen, alle angehauchten Töne und Atemgeräusche miterleben.

Das Glaspaneel kann gegen die mitgelieferte Abdeckung ausgetauscht werden. So bleibt die Schallwand auch mit der Sichtblende bündig.

Das Glaspaneel kann gegen die mitgelieferte Abdeckung ausgetauscht werden. So bleibt die Schallwand auch mit der Sichtblende bündig.

Klang-Tuning mit verblüffender Wirkung

Nun betreiben wir ein wenig Klangtuning. Zuerst wechseln wir die stoffbespannten Abdeckungen gegen die mitgelieferten Glaspaneele. Sie lassen die Chassis unbedeckt. Die Wiedergabe ist nun etwas crisper, die Schlagzeugbecken klingen heller. Griffgeräusche der Saiteninstrumente erscheinen brillanter. Hier hat man also die Wahl zwischen dieser leicht härteren Klangvariante und der etwas wärmeren Version mit den Stoffblenden. Solche Feinheiten bildet die Midex dank ihrer famosen Transparenz eben auch ab. Im nächsten Tuning-Schritt tauschen wir die mitgelieferten Spikes gegen vibrationsabsorbierende VCF-Füße, die Audio Physic als Upgrade empfiehlt. Wir haben sie auch bereits in einem Test vorgestellt. Mit diesen Spezial-Füßen ist das Klangbild nochmals definierter. Die Midex legt so in punkto Klarheit und Unmittelbarkeit ein wenig zu. Der eh schon grandiose Detailreichtum der Midex ist so noch überwältigender. Aber auch der Bass gewinnt an Kontur – und Shelby Lynnes Stimme ist in der Abbildung etwas offener und harmonischer in den Gesamtklang eingebettet. Erstaunlich!

Mimik und Gesten werden sichtbar

Das klappt auch hervorragend bei Musik aus anderen Genres, insbesondere Klassik. Hier erleben wir es mit der Aria „Begone, my fears, fly, hence, away“ aus Händels „Hercules“ in der wunderbaren Aufnahme mit den Musiciens du Louvre unter Marc Minkowksi und der begnadeten Sopranistin Anne Sofie von Otter. Die wunderbare Klarheit und Körperhaftigkeit des Orchesters ist abermals intensiver, die Gleichzeitigkeit von perfektem Verschmelzen und Heraushörbarkeit einzelner Instrumente noch selbstverständlicher – und die eh schon fantastische Stimmendarstellung gerät frappierender. Anne Sofie von Otters kultiviertes Spektakel von Koloraturen, Vibrati, Seufzern und Atmern ist so einen Tick mitreißender, die Anziehungskraft ihrer Stimme und die Präsenz ihrer Person noch größer. Wieder sind wir ganz nah dabei und haben eine genaue Vorstellung, mit welcher Mimik und welchen Gesten die Sopranistin ihren Gesang begleitet. So beschert uns die Midex mit ihrer überragenden räumlichen Abbildung und der herrlichen Plastizität der Darstellung einen wunderbaren Besuch in der Oper.

Mit ihrer hochglänzenden Glasoptik, der tiefschwarzen Kolorierung und dem sanft geneigten Gehäuse besitzt die bildschöne Audio Physic Midex eine beeindruckende Präsenz.

Mit ihrer hochglänzenden Glasoptik, der tiefschwarzen Kolorierung und dem sanft geneigten Gehäuse besitzt die bildschöne Audio Physic Midex eine beeindruckende Präsenz.

Fazit

Das Erfolgsprinzip funktioniert fantastisch: Die Audio Physic Midex kombiniert kunstvoll eine scheinbar klassische Optik mit jeder Menge innovative Technik. Das beginnt beim atemberaubend attraktiven, glasbeplankten Gehäuse mit aufwändigem Sandwich-Aufbau, reicht über Honeycomb-Böden und Keramikschaum-Füllungen in der Korpus-Konstruktion und mündet in den Spezial-Chassis, die mit sattem Know-how resonanz- und vibrationsoptimiert sind. Hier überrascht der Drei-Wege-Standlautsprecher mit einem Konus im Hochton und rahmenden Woofern im Tiefton. Damit gelingt der Midex eine atemberaubende Transparenz und Offenheit, eine herrliche Plastizität und Räumlichkeit, aber ebenso ein satter Punch und ein abgrundtiefer Bass, der trotz seines immensen Volumens völlig anstrengungslos den Raum flutet. So bietet die Midex glanzvolles High End im gläsernen Gewand – und kommt ihrer großen Schwester, der Audio Physic Codex, gefährlich nah.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: sehr gut

96 of 100

97 of 100

96 of 100

210609.Audio Physic Midex-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Audio Physic
Midex
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preise:- Walnuss, Kirsche, Ebenholz, Glas Weiß, Glas Schwarz: 9.590 Euro / Paar
- Ebenholz Hochglanz, Rosenholz Hochglanz, Glas Silber, Glas Anthrazit, Glas Perl Weiß, Glas Rot: 9.990 Euro / Paar
Garantie:- 5 Jahre ohne Registrierung
- 10 Jahre mit Registrierung
Ausführungen:- Glas: Weiß, Perlweiß, Rot, Silbergrau, Anthrazit, Schwarz

- Echtholzfurnier: Kirsche, Walnuss, Ebenholz Hochglanz, Rosenholz Hochglanz
Vertrieb:Audio Physic GmbH, Brilon
Tel.: +49 2961 961 70
www.audiophysic.com
Abmessungen (HBT):- 1120 x 202 x 340 mm (ohne Traversen)
- 1120 x 360 x 340 mm (mit Traversen)
Gewicht:- Holzversion: ca. 32 kg / Stück
- Glasversion: ca. 36 kg / Stück
Bauart:3 Wege, passiv, Bassreflexabstimmung
Impedanz:4 Ω
Hochtöner:1 x HHCT III (39 mm, Konus, keramikbeschichtete Alu-Membran)
Mitteltöner:1 x HHCM III (150 mm, Konus, keramikbeschichtete Alu-Membran)
Tieftöner:2 x 170 mm, Konus (keramikbeschichtete Alu-Membran)
Frequenzbereich:30 Hz - 40 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:200 Hz / 2,8 kHz
Wirkungsgrad:89 dB (Herstellerangabe)
Empfohlene Verstärkerleistung:30 - 180 W
Lieferumfang:- Audio Physic Midex
- Glasblende
- Stoffgrill
- 8 Spikes (M8)
- 8 Rondelle zur Konterung der Spikes
- Libelle zur Aufstellungsoptimierung
- Urkunde mit Bestätigung der Fertigungskontrolle und der akustischen Prüfung
- Bedienungsanleitung (Deutsch, Englisch)
Optionales Zubehör/Upgrade:- VCF V Magnetic plus (Standfüße), 1.399,00 Euro / 8 Stk.
- Bi-Wiring/Bi-Amping-Terminal
Pros und Contras:+ ausgezeichnete räumliche und plastische Abbildung
+ überaus dynamische, detailreiche und transparente Wiedergabe
+ mächtiger, tiefreichender und präziser Bass
+ superbe Optik mit beeindruckendem High Gloss-Effekt und intensivem Farbton
+ wahlweise als Glas- oder Echtholzfurnier-Version in verschiedenen Farben und Ausführungen erhältlich
+ vorzügliche Verarbeitung
+ gut erklärende Bedienungsanleitung

- ein Paar Klemmen erlaubt ausschließlich Single-Wiring-Betrieb (Bi-Wiring-Terminal gegen Aufpreis möglich)
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):97/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:sehr gut

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